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Überregional Kindergeburtstag unterm Hallendach
Sportbuzzer Fußball Überregional Kindergeburtstag unterm Hallendach
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15:29 08.11.2015
Auch das ist Hallenpokal: Die Stelinger G-Junioren Malte, Nucan, Marlon und Morten (v. l.) stimmen sich mit ihrem „Star Wars“-Sammelalbum auf das nächste Turnierspiel ein.   Fotos: nic (2)
Auch das ist Hallenpokal: Die Stelinger G-Junioren Malte, Nucan, Marlon und Morten (v. l.) stimmen sich mit ihrem „Star Wars“-Sammelalbum auf das nächste Turnierspiel ein. Fotos: nic (2)
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Hannover

Rotbäckige Kicker, der typische Duft von Schweiß, Waffeln und Würstchen auf dem Kabinengang sowie aufgeregte Eltern, Geschwister und Freunde auf der Tribüne - das alles macht die Fußball-Wochenenden in den Sporthallen der Region vom Wochenende an wieder zu einem besonderen Erlebnis. Denn mit den ersten Vorrundenspielen ist der Anpfiff der Jugend-Hallenmeisterschaft des Kreises Hannover-Land, besser bekannt als Sparkassen-Hallenpokal.

Die offizielle Eröffnung der Spiele durch Vertreter des Fußballkreises und der Sparkasse fand Sonnabend in der Wedemark-Sporthalle statt, dort sind die oberen D-Junioren der Staffel 1 am Ball.

Gastgeber der Auftaktveranstaltung ist mit dem SC Wedemark der Club, der auch die Finalrunde ausrichtet. Zeitgleich geht es in vielen anderen Hallen um die ersten Punkte bei dem Mammutturnier. Und dabei soll auch diesmal möglichst das bewährte Motto gelten: „Fair Play spielt mit!“

Es ist jedes Jahr ein bisschen wie vor einem Kindergeburtstag. Die Vorfreude bei den jungen Kickern ist riesengroß, das Kribbeln, die Aufregung; und dann ist er endlich da, der heiß ersehnte erste Spieltag auf dem Parkett.

„Die Hallenmeisterschaft zählt für die Nachwuchskicker immer zu den Saisonhöhepunkten“, sagt Hallenspielleiter Matthias Sander. Die spezielle Atmosphäre und der Turniercharakter sorgen für ein Turnier, das bundesweit seinesgleichen sucht.

Exakt 100 Vereine haben ihren Nachwuchs von den G-Bambini bis zu den D-Junioren gemeldet. Die SG Pattensen-Koldingen und Germania Grasdorf stellen jeweils 15 Teams, das ist spitze. Fast ebenso stark vertreten sind der Heeßeler SV und TuS Garbsen. Insgesamt spielen 592 Mannschaften und somit an die 6000 junge Fußballer um Tore und Titel.

In 41 Hallen rollt der Ball. Tagelang und auch manche Nacht hat Sander an Staffeleinteilungen und Hallenbelegungen gefeilt, das alles als Ehrenamtlicher. Einer wie Sander gehört zu den stillen Helden des kleinen Fußballs. „Manche Vereine haben verspätet gemeldet“, sagt Sander, mehrfach habe er die Spielpläne umwerfen müssen. Und kaum seien die Pläne veröffentlicht, werde er mit Änderungswünschen bombardiert. „Ich bin echt kurz vorm Durchdrehen.“ Sagt Sander - und kriegt es dann doch wieder irgendwie hin.

Bei den Juniorinnen messen sich 68 Teams in den Altersklassen der C-, D- und E-Mädchen. Die meisten Mannschaften schickt der TSV Bemerode ins Rennen. Überhaupt seien die hannoverschen Vereine stark vertreten, betont Hallenspielleiterin Steffi Pätsch. Für die Mädchen geht es am 22. November los, ebenfalls in der Wedemark-Sporthalle, wo dann am 5. und 6. März die Endrunde der Junioren mit den vier besten Mannschaften jeder Altersstufe steigt. Die Juniorinnen küren ihre Sieger bereits eine Woche zuvor.

Es ist ein weiter Weg über Vorrunden, Zwischenrunden und Semifinals, bis es tatsächlich heißt: „Finale, oho!“ Doch das Schöne ist: Verlierer gibt es eigentlich nicht beim Hallenpokal.

Von Nicola Wehrbein und Heiko Rehberg

Es ist Hallenpokal, wenn...

... die Trainer in der Whatsapp-Gruppe der Mannschaft den Spielplan verschicken und nach einem kurzen Blick feststeht, dass im November damit alle (alle!) Sonntage verplant sind.
... die Trainer den Treffpunkt für den ersten Vorrunden-Spieltag am Sonntag auf 7.30 Uhr festlegen.
... die ersten Eltern nach Bekanntwerden des Treffpunkts um 7.30 Uhr den 
 Trainern in der Whatsapp-Gruppe eine Nachricht schicken, dass Leonlucaphilippmax leider nicht kann, weil die Oma an dem Tag ihren 68. Geburtstag feiert. Oder der Opa seinen 70.
... sich die Mannschaft nicht mehr warmmachen kann, weil die Eltern und Trainer die Halle erst nicht gefunden haben und sonntags um 8 Uhr niemand auf der Straße war, den man fragen konnte.
... die Kinder nach dem Umziehen in der Halle bereits in Socken und Unterhose stehen und die erste Mutter zaghaft in die Runde fragt, wer denn beim letzten Mal den Trikotkoffer mitgenommen hat. Und keiner sich meldet.
... Zwölfjährige vor jedem Spiel einen Mannschaftskreis bilden und „Gehrden, heute wird es nichts werden“ rufen. Oder „Uetze, gleich gibt’s was auf die Mütze“.
... um 9 Uhr morgens die ersten Väter und Mütter nervös vor dem Kaffee- und Kuchenstand stehen, aber die Kaffemaschine gerade ihren Geist aufgegeben hat.
... neun junge Kicker in den Pausen in einer Schlange vor dem Kaffee- und Kuchenstand alle eine bunte Tüte für 
1 Euro haben wollen. Und jeder Zweite einen Zehn-Euro-Schein in der Hand hat.
Wie gesagt: Hallenpokal ist vor allem ...wunderbar.

Beim Hallenpokal rollt der Futsal-Ball

Das ist neu: Die F-Junioren-Mannschaften spielen erstmals mit einem Futsal-Ball. Lediglich die G-Kicker jagen damit in der Halle noch dem traditionellen Leichtspielball nach. Alle anderen, sprich die Juniorinnen sowie die E- und D-Junioren, tragen die Hallenkreismeisterschaft bereits seit 2014 mit einem Futsal-Ball aus. Gespielt wird allerdings weiterhin nach klassischen Hallenregeln.

Einzige Ausnahme: Ab sofort gilt Einkick statt wie in der Vergangenheit Einrollen, wenn der Ball im Seitenaus war. Eine direkte Torerzielung aus einem Einkick ist nicht möglich.

Ein Futsal-Ball ist mit einem Umfang von 62 bis 63 Zentimeter kleiner als ein normaler Ball der Größe 5 (68 bis 69 Zentimeter), hat aber mit 420 bis 430 Gramm das gleiche Gewicht. Der Futsal hat ein reduziertes Sprungverhalten. Wird er aus einer Höhe von 2 Metern fallen gelassen, darf seine Sprunghöhe lediglich zwischen 50 und 60 Zentimetern liegen.

hr/nic

08.11.2015
08.11.2015