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Überregional Australische Polizei untersucht WM-Vergabe
Sportbuzzer Fußball Überregional Australische Polizei untersucht WM-Vergabe
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08:14 04.06.2015
Die australische Polizei untersucht nun die Vergabe der Fußball-WM nach Katar. Quelle: dpa/Archiv
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Frank Lowy, Chef des australischen Verbandes FFA, hatte am Mittwoch erklärt, die umstrittene Vergabe an Katar sei "nicht sauber" gewesen. Sein Wissen habe er den Polizeibehörden mitgeteilt. Zudem beschuldigte er den früheren FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner (Trinidad und Tobago) des Diebstahls.

Australien hatte sich neben Katar, den USA, Südkorea und Japan um die WM-Endrunde in sieben Jahren beworben, war aber im Dezember 2010 in Zürich bereits im ersten Wahlgang mit nur einer von 22 möglichen Stimmen ausgeschieden.

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Frank Lowy wirft Warner vor, 500.000 australische Dollar (knapp 350.000 Euro), die für den Ausbau von Sportstätten in Warners Heimat Trinidad und Tobago überwiesen worden waren, in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Lowy fordert nun die Rückzahlung der finanziellen Zuwendung.

Jack Warner steht auf der FBI-Liste der meistgesuchten Personen, die in den USA wegen Geldwäsche, der Annahme von Bestechungsgeldern und Bildung krimineller Vereinigungen sowie Korruption bei WM-Vergaben und TV-Rechten angeklagt sind. Er soll im Zuge der Vergabe der Weltmeisterschaften 1998 an Frankreich und 2010 an Südafrika in Korruption verwickelt gewesen sein und sich bereichert haben.

Blazer räumt anscheinend Bestechung ein

Chuck Blazer hat derwei eingeräumt, dass er gemeinsam mit namentlich nicht genannten Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees und einem Mitverschwörer - dem Vernehmen nach der namentlich ebenfalls nicht genannte frühere FIFA-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad und Tobago - Schmiergeld vom späteren WM-Gastgeber 2010 Südafrika erhalten habe. Eine viel diskutierte Zahlung von zehn Millionen Dollar über ein FIFA-Konto unter angeblich möglicher Mitwisserschaft von Valcke wird in den Unterlagen nicht explizit genannt.

Doch die Indizien deuten darauf hin, dass Blazer diesen Deal in seinem Geständnis als Bestechung einstufte. Valcke bezeichnete den Vorgang bislang als legale Zahlung Südafrikas für die Fußball-Entwicklung in Mittelamerika, die zudem vom damaligen, mittlerweile gestorbenen, FIFA-Funktionär Julio Grondona freigegeben worden sei und nicht von ihm. Eine Reaktion Valckes auf die Aussagen Blazers stand noch aus. Die WM-Organisatoren in Südafrika haben Bestechungsvorwürfe zurückgewiesen.

Ein weiterer Vorwurf aus den in der Vorwoche publik gewordenen Ermittlungsakten von US-Justizministerin Loretta Lynch wird durch Blazers Aussage auch bestätigt. Auch vor der WM 1998, die letztlich nach Frankreich ging, gab es Bestechung im FIFA-Apparat. Blazer gab zu, vor der Vergabe eine Zahlung erhalten zu haben - allerdings nicht von wem. Laut US-Behörden kam die Zuwendung vom gescheiterten Kandidaten Marokko.

dpa/sid

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