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19:48 11.08.2009
Von Stefan Knopf
Aserbaidschans Nationaltrainer Berti Vogts Quelle: Oliver Lang/AFP

Es wird derzeit viel gebaut in Baku. Die sowjetischen Architektursünden in der Hauptstadt Aserbaidschans sind auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt schwer zu übersehen, an anderen Stellen aber hat sich die Millionenmetropole herausgeputzt: am Ufer zum Kaspischen Meer zum Beispiel oder in der Altstadt, wo einige Straßenzüge bereits saniert wurden, und in der Nähe des Hafens entstehen neue Bürokomplexe; Glitzertürme, die einen Hauch Westen in die Stadt bringen. Nicht weit davon steht die Zentrale des aserbaidschanischen Fußballverbandes AFFA, ein Glaskasten, in dem ebenfalls gebaut wird: Es geht um Strukturen, um den Anschluss an den europäischen Fußball, und in dem Glaskasten sitzt Berti Vogts, der Baumeister, und referiert über seine jüngsten Fortschritte.

Es sei nicht immer einfach, sagt Vogts, „wir haben nicht die Auswahl von sechs Millionen Fußballern wie in Deutschland, wir haben 200 Spieler, aus denen wir eine ,U 21‘ und eine A-Nationalmannschaft bilden müssen“. Er sagt das nicht klagend, aber er wirkt müde, wie er im blauen Polohemd der AFFA da oben auf dem Podium sitzt. Als Vogts im Frühjahr 2008 den Posten als Nationaltrainer in der Kaukasus-Republik übernahm, da hatte er sich bewusst für die Aufbauarbeit entschieden, und jetzt, ein gutes Jahr später, da hat er schon viel erreicht, wie der 62-Jährige findet.

Einen ganzen Stab deutscher Mitarbeiter hat er um sich herum aufgebaut: Der frühere Profi Olaf Janßen ist sein Assistent, Uli Stein hat er wie schon zuvor bei seinem Engagement in Nigeria zum Torwarttrainer gemacht, und mit Eike van Alste lässt er sogar einen Mannschaftsarzt aus der Heimat einfliegen.Doch auch mit deutschem Fleiß kann Baumeister Berti nicht jede Hürde aus dem Weg räumen; manchmal stockt der Aufbau wie der Verkehr in der Millionenstadt an den Baustellen. Auf den Bolzplätzen ist die West-Orientierung des Fußballs längst Alltag: Die Kinder laufen in Trikots von Real Madrid, des FC Barcelona oder von Bayern München umher, „im Fernsehen läuft die englische Liga rauf und runter“, sagt Vogts, doch Fußballhelden aus Aserbaidschan gibt es praktisch nicht. Der bekannteste ist noch immer Tofik Bachramow, und der war Schiedsrichter, aber immerhin hat er Fußballgeschichte geschrieben, als er als Linienrichter im WM-Finale von 1966 dem Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst mitteilte, nach dem Schuss von Geoff Hurst habe der Ball die Linie überschritten. Heute trägt das Nationalstadion seinen Namen, davor steht eine Statue von Bachramow, und das allein sagt schon viel aus über die Fußballnation Aserbaidschan. In der Liga spielen einheimische Profis nur eine Nebenrolle. Viele Spieler kommen aus den Nachbarstaaten, vor allem aus Georgien, der Meister FK Baku hat kürzlich in der Champions-League-Qualifikation sogar nur einen einzigen Aserbaidschaner eingesetzt. „Ich hoffe, dass die FIFA bald entscheidet, dass vier oder fünf einheimische Spieler im Team Pflicht sind“, grantelt Vogts.

Zur Identifikation trägt die derzeitige Regelung jedenfalls nicht bei, zu den Ligaspielen kommen kaum mehr als 200 Zuschauer. Dabei ist die Fußballbegeisterung durchaus vorhanden: Wenn die Nationalmannschaft spielt, ist das Stadion meist ausverkauft, das wird auch am Mittwochabend gegen die deutsche Elf so sein – doch dann feuern die Fans eine Elf an, deren Spieler oft wenig Praxis haben, „weil sie bei ihren Vereinen nur auf der Bank sitzen“, sagt Vogts. Es sei also wenig zu erwarten im Spiel gegen Deutschland, sagt der frühere Bundesligaprofi, der sich und seine Mannschaft schon zu seiner Zeit als Bundestrainer kleinmachen konnte wie kein zweiter. „Wir spielen gegen die beste Mannschaft der Welt.“ Der DFB, sagt er, „kann uns nicht überraschen. Aber wir können die Deutschen überraschen.“ Es wäre der größte Baustein, den Baumeister Berti in Baku bislang bewegt hätte.

Im WM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußballer am Mittwochabend in Aserbaidschan heißt das Motto: Nur nicht unterschätzen.

Stefan Knopf 11.08.2009

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