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Überregional Bayern im Viertelfinale - 6:3 beim VfB Stuttgart
Sportbuzzer Fußball Überregional Bayern im Viertelfinale - 6:3 beim VfB Stuttgart
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23:13 22.12.2010
Freude bei den Spielern von Bayern München. Quelle: afp
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Rekordpokalsieger FC Bayern geht mit dem erhofften Erfolg in die Weihnachtsferien und hat zugleich dem wacker kämpfenden VfB Stuttgart die Festtagslaune endgültig verdorben. Mit einem 6:3 (2:2) im DFB-Pokal-Achtelfinale fügten die Münchner den Schwaben im zweiten Südschlager innerhalb von drei Tagen die nächste schmerzhafte Niederlage zu. Immerhin versöhnte das Team des neuen Trainers Bruno Labaddia in diesem packenden Fußball-Spiel die Anhänger.

Andreas Ottl (6.), Mario Gomez (8.), der erstmals seit drei Monaten wieder treffende Miroslav Klose (52./86.), Thomas Müller (81.) und Franck Ribery (90.+4) erzielten in der hart umkämpften Partie die Bayern-Tore. Pawel Pogrebnyak (32./45+1) sorgte mit seinem Doppelschlag für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Nach Gelb-Rot für Khalid Boulahrouz waren die Stuttgarter vor 40 500 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena dann 22 Minuten in Unterzahl. Trotzdem kamen sie noch einmal zum Ausgleich: Den in der 73. Minute an Cacau selbst verschuldeten Foulelfmeter hielt Bayern-Torhüter Jörg Butt noch, ehe ausgerechnet Matthieu Delpierre (77.) zum 3:3 traf. In der 87. Minute musste der Kapitän mit Gelb-Rot ebenfalls vom Platz.

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Dabei sahen die die Stuttgarter auch im Pokalspiel schon nach acht Minuten wie die sicheren Verlierer aus. Müller flankte völlig unbedrängt von der linken Seite, Gomez stand erneut goldrichtig und traf zum vierten Mal gegen seinen Ex-Verein. Zwei Minuten zuvor hatte Ribery quer auf den am Sonntag fehlenden Ottl gespielt. Der zog aus bald 30 Metern ab und knallte den Ball mit Urgewalt in den Torwinkel. Da auch Bastian Schweinsteiger nach überstandener Grippe wieder dabei war, schien alles gelaufen.

Doch die Stimmung war völlig anders als noch bei der 3:5- Niederlage der Stuttgarter am Sonntag, auch wenn es am Ende 6:3 für die Münchner hieß. Diesmal unterstützten die VfB-Fans ihr Team. „Wir haben eure Botschaft verstanden, zeigt es uns“, stand auf einem Transparent. Und die Profis krempelten die Ärmel hoch, kämpften und wurden belohnt. „Es ist eine Klasse-Stimmung hier im Stadion, ein richtiger Pokal-Fight“, freute sich Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic in der Pause.

Zwei Bayern-Fehler hatten die Schwaben zurück ins Spiel gebracht. Der bis dahin starke Ottl unterlief nach knapp einer halben Stunden den Ball, den Harnik in die Mitte gepasst hatte. Pogrebnyak war schneller als Timoschtschuk und traf aus fünf Metern. Kurz vor dem Pausenpfiff war es wieder der Russe Pogrebnyak, der für die Heimmannschaft erfolgreich war. Diesmal ließ er Butt aus zwölf Metern keine Chance und wieder war ein Fehler von Timoschtschuk vorausgegangen.

Der VfB war nach dem Wechsel auf einem guten Weg, Nationalstürmer Cacau vergab knapp - doch dann unterliefen Abwehrspieler Matthieu Delpierre ein Riesenpatzer. Der nach 31 Minuten für Gomez eingewechselte Klose nutzte seine Chance. In der 53. Minute kam Daniel van Buyten für Mark van Bommel, der Niederländer übergab die Bayern-Kapitänsbinde an Philipp Lahm.

Beinahe hätte die Stuttgarter ein neuerliches Comeback geschafft. Butt stoppte Cacau, der am Sonntag zweimal erfolgreiche Harnik hämmerte den Ball im Nachsetzen an die Latte. Dann flog Boulharouz vom Feld und kein Mensch hätte mehr einen Pfifferling auf die Schwaben gegeben. Doch die zuletzt so gescholtenen Profis kämpften weiter. Den Elfmeter konnte Butt noch parieren, den Kopfball von Delpierre dann er nicht mehr halten.

Ribery machte den Unterschied, hob zweimal den Kopf, suchte und flankte zu Müller, der aus elf Metern VfB-Keeper Sven Ulreich keine Chance mehr ließ. Das 15. Tor zwischen Bayern und Stuttgart in drei Tagen brachte die Entscheidung in diesem packenden Pokalfight. Kloses zweiter Treffer und Riberys Tor waren allenfalls Zugabe, der Platzverweis für Delpierre schmerzlich für die Hausherren.

Aachen im Elfmeterschießen gegen Frankfurt weiter

Alemannia Aachen bleibt dank Benjamin Auer der Spezialist für Favoritenstürze im DFB-Pokal und darf sich nach dem dramatischen Einzug ins Viertelfinale auf ein zusätzliches Weihnachtsgeld freuen. Der Tabellenzehnte der 2. Fußball-Bundesliga bezwang am Dienstag den Erstligisten Eintracht Frankfurt mit 5:3 (1:1, 0:0, 0:0) im Elfmeterschießen und steht damit erstmals seit 2007/08 wieder in der Runde der letzten acht Mannschaften. Auer verwandelte den entscheidenden Elfmeter. Unglücksrabe der Eintracht war Alexander Meier, der seinen Schuss in den Aachener Nachthimmel setzte.

Vor 32.160 Zuschauern im ausverkauften Aachener Tivoli erzielte nach torloser regulärer Spielzeit Marco Höger (93.) die Führung für die Gastgeber, die sich in der Runde zuvor gegen den FSV Mainz 05 durchsetzen konnten. Der eingewechselte Martin Fenin (99.) hatte für den Favoriten ausgeleichen können. Sein Teamkollege Pirmin Schwegler sah wegen einer Notbremse die Rote Karte (15.). Mit dem fälligen Foulelfmeter scheiterte Höger an Eintracht-Torhüter Ralf Fährmann. Im Elfmeterschießen konnte er keinen der fünf Aachener Versuche parieren.

Die Frankfurter, die mit vier Cup-Siegen zu den erfolgreichsten deutschen Pokalteams zählen, traten beflügelt von dem Erfolg gegen Borussia Dortmund zunächst selbstbewusst auf und übernahmen von Beginn an die Initiative. Trainer Michael Skibbe hatte seine Startformation auch wegen großer Personalsorgen nicht verändert. Torjäger Theofanis Gekas hatte bereits nach acht Minuten die Chance zum Führungstreffer, verzog aber knapp.

Die Gastgeber, die ebenfalls auf insgesamt zehn verletzte Profis verzichten mussten, hatten ihre erste Möglichkeit nach 14 Minuten durch Babacar Gueye, der von Schwegler im Strafraum gefoult wurde. Doch Höger schoß den Strafstoß zu schwach.

Danach wurden die Gastgeber aber stärker und hatten durch Auer eine weitere gute Gelegenheit, doch Fährmann war erneut auf Posten. Auch in Unterzahl blieben die Hessen bei Kontern gefährlich. Gekas traf in der 32. Minute nur den Pfosten, kurz vor der Pause scheiterte der beste Bundesligatorschütze aussichtsreich an Aachens Schlussmann David Hohs.

Die Aachener nutzten die Überzahl und suchten immer wieder ihre Chancen. Torjäger Auer fand im ausgezeichneten Eintracht Keeper seinen Meister (52.). Auch Gueye sorgte ständig für Gefahr in der Frankfurter Abwehrreihe. Die Gäste kamen nur noch sporadisch zu Offensivaktionen.

Die Entscheidung fiel dann erst im Elfmeterschießen/in der Verlängerung. Ausgerechnet Strafstoß-Pechvogel Höger brachte die Hausherren in Front, doch Fenin gelang der Ausgleich. Im Elfmeterschießen hatten die Aachener die besseren Nerven.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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