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Überregional Bei den Bayern herrscht Alarm in der Abwehr
Sportbuzzer Fußball Überregional Bei den Bayern herrscht Alarm in der Abwehr
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12:29 15.02.2010
Sorgenvoller Blick: Louis van Gaal weiß, dass der Offensivdrang seiner Mannschaft auf Kosten der Defensivarbeit geht. Quelle: dpa
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Abwehr-Alarm bei Bayern München: „Wir lassen hinten zu viel zu. In der Champions League wird so was knallhart bestraft“, warnte Nationalspieler Philipp Lahm. Auch Trainer Louis van Gaal bereiten bei aller Freude über den Siegeszug seiner Mannschaft in der Bundesliga das Abwehrverhalten und die individuellen Fehler in der Defensive vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse am Mittwoch gegen den AC Florenz Bauchschmerzen. „Das muss besser werden“, nimmt der Niederländer seine Hintermannschaft in die Pflicht.

Zwölf Pflichtspiel-Siege in Serie und neun Bundesliga-Erfolge lassen die Konkurrenz fast in Ehrfurcht erstarren. „Der FC Bayern ist das Maß aller Dinge in der Liga“, sagt Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. BVB-Trainer Jürgen Klopp sprach nach dem 1:3 am vorigen Sonnabend in München von einem “übermächtigen Gegner“. Doch spätestens nach dem Dortmund-Spiel haben die Bayern selbstkritisch erkannt: Die Balance zwischen Angriff und Abwehr stimmt nicht.

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„Vorne nutzen wir unsere Möglichkeiten, aber hinten lassen wir zu viel zu. Da müssen wir kritisch mit umgehen und besser werden“, mahnte Torwart Jörg Butt. „In der Defensive muss die ganze Mannschaft besser arbeiten, damit der Gegner diese Chancen nicht bekommt“, sagte Lahm. Der frühere Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld reihte sich in die Reihe der Kritiker ein. „Defensiv muss man sich erheblich steigern“, meinte der Schweizer Nationalcoach im TV-Sender „Sky“.

Trainer van Gaal hatte sich schon nach dem 3:1-Sieg bei Meister Wolfsburg und dem Pokal-Viertelfinal-Erfolg über die SpVgg Greuther Fürth (6:2) über die Gegentore aufgeregt. Auch die individuellen Fehler - Martin Demichelis patzte gegen Fürth, Daniel van Buyten gegen den BVB - bereiten dem 58-Jährigen Kopfzerbrechen. „Aber diese Fehler kann man beseitigen, das kann passieren. Van Buyten ist ein Mensch und kein Roboter“, sagte van Gaal, der aber weiß, dass der Offensivdrang seine Mannschaft auf Kosten der Defensivarbeit geht.

Die Nachlässigkeiten in der Abwehr wurden bislang nicht bestraft, weil die Bayern sich auf ihre starke Offensive verlassen konnten und die Spiele trotzdem gewannen. „Aber in der Champions League darf man sich keinen Patzer erlauben“, betonte Kapitän Mark van Bommel. Van Gaal sieht der Partie gegen die „Fiorentina“ dennoch gelassen entgegen und hofft auf einen weniger unangenehmen Gegner als die Borussia: „Vielleicht ist Florenz ja nicht so stark wie Dortmund.“

dpa