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Überregional Bestechungsvorwürfe: FIFA-Vize hüllt sich in Schweigen
Sportbuzzer Fußball Überregional Bestechungsvorwürfe: FIFA-Vize hüllt sich in Schweigen
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13:51 06.12.2010
Julio Grondona kommentiert die Bestechungsvorwürfe wegen der WM-Vergabe nicht. Quelle: dpa
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Nach der fragwürdigen Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar sieht sich der unter Druck geratene Weltverband FIFA mit neuen Bestechungsvorwürfen konfrontiert. Doch der in die Schlagzeilen geratene Vizepräsident Julio Grondona hüllt sich in Schweigen. „Ich sage nichts dazu“, erklärte der Argentinier. „Ich bin fast 80 Jahre alt. Ich will mich deshalb nicht mehr mit so etwas befassen.“

Die amerikanische Zeitung „The Wall Street Journal“ hatte berichtet, dass ein ehemaliger Angestellter des Bewerbungskomitees von Katar empfohlen habe, dem Argentinischen Fußball-Verband AFA 78,4 Millionen Dollar (etwa 59 Millionen Euro) zu bezahlen. Grondona ist seit 1979 AFA-Präsident und sitzt im Exekutivkomitee des Weltverbandes, das die WM 2022 am vergangenen Donnerstag überraschend an Katar vergeben hatte. Er ist zudem seit vielen Jahren Chef der FIFA-Finanzkommission.

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Die Millionen-Tranche der Scheichs vom Persischen Golf sei als Unterstützung für den klammen argentinischen Verband deklariert gewesen, berichtete das „Wall Street Journal“. Angeblich sei die nationale Liga von einer Finanzkrise bedroht gewesen. Dies wies Grondona zurück. „Warum sollte unser Verband eine Verschuldung in dieser Höhe aufweisen“, sagte er der argentinischen Agentur Telam. Die Zahlung dementierte er indes nicht.

Grondona erklärte, er habe einen Tag nach der WM-Vergabe am frühen Freitagmorgen zwei Anrufe erhalten. Der zweite Anrufer habe ihn auf spanisch um eine Reaktion zu den am nächsten Tag erscheinenden Vorwürfen des „Wall Street Journal“ gebeten. Er habe aber nicht antworten wollen.

Die Wahl Russlands (2018) und Katars (2022) am Donnerstag in Zürich war weltweit mit großer Überraschung und teilweise heftiger Kritik aufgenommen worden. Im Vorfeld waren die Exekutivmitglieder Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) suspendiert worden, weil sie ihre Stimme zum Kauf angeboten haben sollen. Zudem wurden gegen die Exekutivmitglieder Ricardo Texeira (Brasilien), Nicolás Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) Bestechungsvorwürfe laut. Das Trio wies diese zurück, die FIFA erklärte den Fall aus den 90er Jahren für erledigt.

dpa