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Überregional 30.000 Wolfsburger feiern die Pokalhelden
Sportbuzzer Fußball Überregional 30.000 Wolfsburger feiern die Pokalhelden
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16:31 31.05.2015
Die "Wölfe" haben erstmalig den DFB-Pokal gewonnen - und ließen sich dafür in ihrer Stadt gehörig feiern. Quelle: dpa
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Berlin

Fast mit letzter Kraft nach einer durchzechten Nacht in Berlin reckte Kapitän Diego Benaglio am Sonntagmittag den gut 30 000 wartenden Fans des VfL Wolfsburg den DFB-Pokal entgegen. Für diesen Moment bei der triumphalen Ankunft nach dem ersten DFB-Pokaltitel des Clubs am Wolfsburger Hauptbahnhof gab Trainer Dieter Hecking den Cup wieder frei. „Der Pokal war die ganze Nacht auf unserem Zimmer“, berichtete Hecking während des Autokorsos zum Wolfsburger Rathaus, wo gut 28.000 Fans am Nachmittag auf die neue zweite Kraft im deutschen Fußball warteten. 

Liveticker zur Feier

Hier finden Sie die Ereignisse rund um den Empfang der Pokalsieger und die Pokalfeier im Live-Ticker.

Zuvor hatte sich das Team auf Wagen des VfL-Mutterkonzerns den Weg vorbei an weiteren mehreren tausend Fans gebahnt. Schon da hatte Hecking vom Partymarathon fast genug. „Anderthalb Stunden können wir noch feiern und dann haut endlich ab, ich kann euch nicht mehr sehen“, rief Hecking beim Empfang im Wolfsburger Rathaus, den auch einige Spieler sichtlich angeschlagen von einer durchgemachten Nacht gerade so noch durchstanden.  

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Am Sonntagmittag sind die Pokalsieger des VfL Wolfsburg mit einem Sonderzug in ihre Stadt zurückgekehrt. Tausende Fans feierten ihre Pokalhelden vor dem Bahnhof und auf der Fanmeile.

„Was wir noch nicht alle realisiert haben, ist die rasante Entwicklung, die wir in diesem Jahr genommen haben“, sagte Manager Klaus Allofs, der bis tief in die Nacht zusammen mit Hecking, dem Chef des VfL-Mutterkonzerns Volkswagen, Martin Winterkorn, und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei Rotwein und Bier gefeiert hatte.  „Das sind Dinge, die eine große Verantwortung für die nächste Saison sind“, meinte Allofs, der dann einen weiteren Titel-Angriff ankündigte. „Jetzt müssen wir wieder draufsatteln und noch kompakter werden, vielleicht noch ein bisschen Qualität dazu holen. Dann ist es gut“, sagte der Sportchef des Vize-Meisters und Pokalsiegers nach dem 3:1-Finaltriumph am Samstagabend im Berliner Olympiastadion. „Das ist sensationell, was wir geschafft haben, aber es gibt keinen Grund durchzudrehen“, sagte Allofs weiter. 

„Die Mannschaft ist besser geworden. Wir wollen mehr. Die Erwartungen werden größer sein“, kündigte auch Abwehrchef Naldo nach nur drei Stunden Schlaf an. Der Innenverteidiger gehörte zu den Spielern, die immerhin noch für kurze Zeit die Augen zugemacht hatten. „Wenn wir uns heute komplett abschießen, ist das genau richtig“, hatte Jungstar Maximilian Arnold angekündigt. Im Szeneclub „Spindler & Klatt“ an der Spree setzte der Pokalsieger dies in die Tat um.

Mehrere Spieler feierten bis zur Abfahrt des Sonderzuges gegen 11.20 Uhr in Berlin.  Nach der Ankunft in Wolfsburg ging es mit einem weiteren rauschenden Fest weiter. Vor allem Final-Torschütze Bas Dost schien an seinem 26. Geburtstag nicht genug zu bekommen und ließ sich ausgestattet mit einem überdimensionierten Bierglas und einem um die Stirn gebundenen Fanschal mehrere Geburtstagsständchen der Fans vortragen.

André Schürrle und Nicklas Bendtner feierten den Pokalsieg bereits in der Nacht ausgelassen in Berlin. Quelle: Instagram

So verlief das Pokalspiel

Dieter Hecking stürmte entfesselt auf den Platz und jubelte mit seinen Wolfsburger Profis, Jürgen Klopp blieb nur die Rolle des bedröppelten Gratulanten: Mit seinem ersten DFB-Pokalsieg ist der VfL Wolfsburgendgültig die neue Nummer zwei im deutschen Fußball und hat die Abschiedsparty von Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp verdorben. Beim 3:1 (3:1) am Samstag im ausverkaufen Berliner Olympiastadion erteilte der deutsche Fußball-Vizemeister in einem mitreißenden Finale dem BVB eine Lehrstunde in Sachen Effektivität. "Ich bin richtig stolz auf diese Mannschaft", sagte VfL-Manager Klaus Allofs und lobte den Coach: "Das ist die Arbeit von Dieter Hecking."

Nach einem frühen 0:1-Rückstand durch Pierre-Emerick Aubameyang in der fünften Minute wendeten Luiz Gustavo (22.), Kevin De Bruyne (33.) und Bas Dost (38.) binnen 16 Minuten das Blatt. "Ich glaube, sie haben es verdient", betonte Bundestrainer Joachim Löw. "Sie waren die ersten zehn Minuten etwas verunsichert", danach sei der VFL aber die bessere Mannschaft gewesen. Für die Wolfsburger ist es der größte Erfolg seit dem Meisterschaftstriumph 2009, für Hecking der erste Titel in seiner Trainer-Laufbahn. Klopp muss dagegen den BVB ohne die erhoffte Sieger-Party auf dem Borsigplatz in Dortmund verlassen.

Dabei sah es vor 75 815 Zuschauern zunächst so gut aus für den dreimaligen Pokalsieger aus Westfalen: Nach einem etwas nervösen Start flankte Shinji Kagawa von der rechten Seite in den Strafraum, mit dem Rücken zum Tor nahm Aubameyang den Ball volley zum 1:0 für den BVB. Angefeuert und angetrieben von der deutlichen Mehrheit unter den Fans kontrollierte der BVB um Regisseur Ilkay Gündogan bei dessen letztem Spiel im Dortmunder Dress und Sebastian Kehl bei dessen letztem rund 67-minütigen Profi-Auftritt überhaupt das Geschehen.

Am Sonnabend hat der VfL Wolfsburg das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund gewonnen. Das Spiel endete mit einem 3:1. 

Die Wolfsburger wirkten fast gehemmt, spielten zu verhalten. Nur mit Glück gerieten sie nach 18 Minuten nicht mit weiter in Rückstand: Marco Reus zielte nach erneuter Kagawa-Vorlage aber weit übers Tor.

Nach einem Ausgleich der Wolfsburger sah es eigentlich nicht aus. Dann aber holte Naldo aus und wuchtete einen Freistoß aus rund 25 Metern aufs BVB-Tor. Mitch Langerak, der sich in der siebten Minute noch bei einem Flachschuss von Ivan Perisic hatte auszeichnen können, ließ den Aufsetzer nach vorn abprallen - vor die Füße von Gustavo. Der zog direkt ab und glich mit seinem vierten Tor im DFB-Pokal aus.

Auch beim zweiten Treffer der "Wölfe" sah Langerak, der von Klopp den Vorzug vor Routinier Roman Weidenfeller bekommen hatte, nicht gut aus. Aus rund 25 Metern hämmerte der überragende De Bruyne mit einem Dropkick den Ball aufs Tor - und traf. Binnen elf Minuten drehte Wolfsburg die Partie - und sogar noch weiter auf. Auch weil die Dortmunder sie gewähren ließen: Auf der rechten Angriffsseite setzte sich Perisic problemlos gegen Marcel Schmelzer durch, in der Mitte verrechnete sich Neven Subotic. Dost nutzte das zum 3:1. An der Seitenlinie ballte Hecking voller Entschlossenheit die Faust, auf dem Rathausplatzin Wolfsburg wurden die Grün-Weißen Fahnen geschwungen.

Es war vor allem die individuelle Klasse eines De Bruyne, die gegen eine oft unaufgeräumte Borussen-Defensive immer wieder für Gefahr sorgte. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Sein Pendant auf Dortmunder Seite enttäuschte dagegen weiter. Einen Tag vor seinem 26. Geburtstag konnte Nationalspieler Marco Reus keine Akzente setzen, Klopp nahm ihn in der 79. Minute vom Platz.

Kagawa war da deutlich aktiver, verpasste aber den Anschlusstreffer (50.) um Zentimeter. Einen Schuss von Henrich Mchitarjan (71.) parierte VfL-Keeper Diego Benaglio ohne Probleme. Mit jedem der nun zunehmenden Angriffsversuche der Borussen eröffneten sich Räume für die Wolfsburger zum Kontern. So wie in der 65. Minute, als Erik Durm mit letzter Mühe für den schon geschlagenen Langerak einen Schuss von Daniel Caligiuri vor der Linie klärte. Der BVB versuchte es danach weiter, doch vor allem eines fehlte den Klopp-Schützen an diesem Abend: Die Effektivität des neuen DFB-Pokalgewinners.

Friedliche Stimmung beim Public Viewing

Rund 15.000 Menschen haben in der Nacht zum Sonntag in Wolfsburg den Sieg des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal gefeiert. Beim Public Viewing vor dem Rathaus sei es am friedlich geblieben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Lediglich am Rand der Veranstaltung habe es einzelne Auseinandersetzungen mit sogenannten Ultra-Fans gegeben.

dpa/r.

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