Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Überregional Bundesliga startet in die 50. Saison
Sportbuzzer Fußball Überregional Bundesliga startet in die 50. Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 21.08.2012
Vorbereitung auf die Bundesliga: Bei Hannover 96 wurde am Dienstag fleißig trainiert. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Düsseldorf

Endlich geht es an diesem Freitag mit dem Auftaktknüller zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen wieder los. Die Fußball-Bundesliga startet in ihre 50. Saison. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren freuen sich diesmal fast alle Profis auf den ersten Spieltag, nur 25 Akteure nicht. Sie kommen zum Auftakt wegen Verletzungen nicht für einen Einsatz infrage. Das ist eine selten niedrige Ausfallquote. Zum Vergleich: Vor der Spielzeit 2011/2012 standen den Trainern fast 50 Profis nicht zur Verfügung.

Zu den zwei Dutzend Profis gehört auch Andreas Lambertz, der sowohl gesperrt als auch verletzt ist. Am Dienstag teilte Fortuna Düsseldorf mit, dass sich ihr Kapitän im DFB-Pokalspiel am Sonntag bei Wacker Burghausen einen Außenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hat und drei Wochen ausfällt. Weil Lambertz nach dem Relegationsspiel gegen Hertha BSC freudetrunken mit bengalischem Feuer hantiert hatte, war er vom DFB-Sportgericht ohnehin schon für die ersten beiden Saisonspiele gesperrt worden.

Anzeige

Trotz EM- und Olympia-Abstellungen können viele Trainer nach der langen Vorbereitung aus dem Vollen schöpfen. Geradezu auffällig sind die wenigen muskulären Verletzungen. Das spricht einerseits für ein gutes Grundlagentraining und eine genauere Leistungssteuerung, anderseits für die weiter verbesserten medizinischen Abteilungen.

Alle Clubs verfügen längst über einen Riesenstab an hilfreichen Kräften: Ärzte, Physiotherapeuten, Masseure, Athletik-, Konditions- und Reha-Trainer wachen über die Fitness des „Kapitals“, begleiten und beraten die Profis individuell und stehen in ständigem Austausch mit den Verantwortlichen. „Die Betreuung der Profis ist intensiver und besser geworden. Wir arbeiten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen eng mit dem Trainerteam zusammen“, betonte Schalkes Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck. „Aber manchmal kannst du einfach nichts machen, wenn ein Spieler umknickt oder gefoult wird. Das ist Pech und leider das Berufsrisiko.“

Bis auf Christoph Metzelder (Leistenprobleme), Chinedu Obasi, dem in der Sommerpause ein Nagel aus dem Schienbein entfernt wurde, und Christoph Moritz (Fußentzündung) kann Schalkes Coach Huub Stevens für das Hannover-Spiel am Sonntag wohl mit allen planen.

„Spitze“ mit fünf Ausfällen am 1. Spieltag ist Rekordmeister Bayern München. Neben Mario Gomez (Sprunggelenks-Operation) fehlen in David Alaba (Ermüdungsbruch), Rafinha (Aufbautraining) und Diego Contento (Haarriss im Fuß) gleich drei Außenverteidiger. „Ich bin froh, dass die OP gut verlaufen ist“, sagte Gomez, dessen Genesung gut fortschreitet. Zurzeit wird er von Neuzugang Mario Mandzukichervorragend vertreten. Außerdem musste sich das 18 Jahre alte Torhüter-Talent Lukas Raeder einer Operation am Kreuzband unterziehen.

Alle Top-Clubs sind inzwischen in der Lage, einen gewisse Anzahl von Spielern zu ersetzen. „Dafür haben wir einen großen Kader, damit wir Ausfälle in der langen Saison möglichst ohne Qualitätsverlust kompensieren können», betonte Jupp Heynckes, der aus vielen Starspielern auswählen kann. Solche Möglichkeiten hätte sein Kollege Christian Streich auch gern. Doch nach dem längeren Ausfall von Daniel Caligiuri erwischte es beim Pokalspiel in Hamburg in Jan Rosenthal und Mensur Mujdza zwei weitere Leistungsträger. Für Freiburgs Coach Streich schon ein herber Schlag, weil er nicht über so viele Alternativen verfügt: „Das trifft uns mitten ins Herz.“

Als einziger Bundesligist geht Bayer Leverkusen, in den beiden letzten Jahren stets besonders von Verletzungen geplagt völlig sorgenfrei ins Rennen. Alle sind fit. Bei Meister BVB, der am Freitag gegen Werder die Spielzeit eröffnet, fällt „nur“ Sven Bender aus. Der Pechvogel musste vor einigen Tagen an der Leiste operiert werden. Der einstige Dauerbrenner entwickelt sich nach mehreren Blessuren beim Titelverteidiger immer mehr zum Sorgenkind. Sein für Leverkusen spielender Zwillingsbruder Lars fühlt mit ihm. „Er ist mitgenommen. Das ist doppelt bitter für ihn. Er hatte eine gute Vorbereitung, dann dieser Rückschlag“, bedauert Lars im „Kicker“-Interview.

21.08.2012
20.08.2012