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Überregional Bundesligisten geben weniger Geld für neue Spieler aus
Sportbuzzer Fußball Überregional Bundesligisten geben weniger Geld für neue Spieler aus
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15:45 01.02.2010
Superstar Ruud van Nistelrooy kam von Real Madrid zum HSV. Quelle: dpa
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Trotz der hektischen Betriebsamkeit in den letzten Tagen vor dem Ende der Transferperiode II am Montag haben die Vereine der Fußball-Bundesliga für insgesamt 38 neue Profis nur gut 13 Millionen Euro aus. Das sind rund sieben Millionen Euro weniger als im vergleichbaren Zeitraum der Vorsaison. Von neuer Sparsamkeit in Zeiten der anhaltenden Wirtschaftskrise kann jedoch nur bedingt die Rede sein. Schließlich hatten die 18 Clubs bereits im Sommer mit 221,75 Millionen Euro für einen Transferrekord gesorgt.

In der Hoffnung auf fallende Preise spielten viele Manager auf Zeit und wurden erst in den letzten Tagen fündig. Zeitgleich wurde vielerorts die Chance zur Kostenminimierung genutzt und der Kader verkleinert: Den 38 Zugängen stehen 54 Abgänge gegenüber, mit denen die Clubs rund 5,5 Millionen Euro erlösten. Gleich von fünf namhaften Profis trennte sich Bayern München: Luca Toni (AS Rom), Alexander Baumjohann (Schalke), Breno, Andreas Ottl (Nürnberg) und Edson Braafheid (Celtic Glasgow) hoffen auf mehr Spieleinsätze bei anderen Clubs. Weiterhin im Trend liegt das Ausleihgeschäft: Immerhin 18 der neuverpflichteten Profis sind nur geborgt.

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Ausgerechnet der finanziell klamme FC Schalke meldete die meisten Transfers. Gleich acht neue Profis füllen den ohnehin schon üppig besetzten Kader von Trainer Felix Magath auf. Die ursprünglich eingeplanten Transfererlöse, mit denen die Vereinskasse aufgebessert werden sollte, blieben trotz der Trennung von Spielern wie Halil Altintop (Frankfurt), Lewan Kobiaschwili (Hertha) und Lewis Holtby (Bochum) jedoch aus. Der Poker mit Wolfsburg um Rafinha endete ohne Ergebnis. „Wir sind nicht bereit, zehn bis 14 Millionen Euro zu zahlen“, kommentierte „Wölfe“-Manager Dieter Hoeneß.

Für den größten Coup des Transferwinters sorgte der Hamburger SV. Mit der Verpflichtung des Superstars Ruud van Nistelrooy (Real Madrid) untermauerten die Hanseaten ihren Anspruch auf die Champions League. Doch die sportliche Entwicklung verläuft konträr. Deshalb wird es Zeit, dass der am Wochenende wegen einer Muskelzerrung noch geschonte Niederländer fit wird. Schließlich hat der HSV nach nur einem Punkt aus den vergangenen zwei Spielen den Anschluss an das Spitzentrio aus Leverkusen, München und Schalke vorerst verloren.

Aus Sorge um seine WM-Chance wechselte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger aus Stuttgart zu Lazio Rom. Erst einen Tag vor dem Ende der Transferperiode gaben die Schwaben den Verkauf des Mittelfeldspielers, der seinen Stammplatz verloren hatte, an den abstiegsbedrohten italienischen Erstligisten bekannt. Damit folgte Hitzlsperger einer Empfehlung von Joachim Löw. Der Bundestrainer hatte dem 51-maligen Nationalspieler einen Wechsel nahegelegt, um dessen Teilnahme bei der Weltmeisterschaft nicht zu gefährden. „Es fiel uns nicht leicht, Thomas gehen zu lassen, da er ein Spieler ist, der sich mit dem Verein sehr identifiziert hat“, sagte Stuttgarts Sportvorstand Horst Heldt.

dpa