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Überregional Bundestrainer Joachim Löw bittet zur Talentshow
Sportbuzzer Fußball Überregional Bundestrainer Joachim Löw bittet zur Talentshow
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21:09 10.11.2010
Die Mainzer Andre Schürrle (links) und Lewis Holtby passen in Joachim Löws Nationalelf-Beuteschema. Sie sind jung und erfolgreich. Quelle: dpa
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Doch Bundestrainer Joachim Löw liebt Überraschungen, und mit einem kleinen Trick hat er es geschafft, dass der Mittwochabend in Göteborg zu einem Termin wird, den sich viele Fußballfans nicht entgehen lassen wollen. Denn Löw macht aus dem Spiel eine Talentshow mit allem, was die Bundesliga derzeit an interessanten Jungsprofis zu bieten hat.

„Die Mainzer Andre Schürrle und Lewis Holtby und die Dortmunder Mario Götze, Mats Hummels und Kevin Großkreutz sind auf jeden Fall dabei“, sagte Löw. Und was er noch nicht verraten wollte, übernahm der forsche Götze. „Ich freue mich natürlich riesig, auch für meine Mannschaftskollegen wie Marcel Schmelzer“, sagte der 18-jährige Dortmunder und enthüllte damit vor der offiziellen Nominierung, dass auch Linksverteidiger Schmelzer erstmals eine Einladung für den A-Kader erhielt. Löw hatte den 22-Jährigen bereits am Dienstagabend telefonisch informiert. „Er hat gesagt, dass wir in Dortmund sehr guten Fußball spielen und durchaus Erfolg haben und dass er sich das mal genauer ansehen will“, sagte Schmelzer.

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Schürrle, Holtby und Götze werden, wie seit Wochen erwartet, für ihre erfrischenden Bundesligaauftritte mit der ersten A-Team-Nominierung belohnt. Über Schmelzers Berufung war spekuliert worden. Für die Besetzung der Problempositionen links hinten fahnden Löw und sein Assistent Hansi Flick intensiv. Hummels hatte wie Großkreutz bereits beim WM-Test gegen Malta im Mai debütiert.

Weitere Neulinge stehen parat. Der Leverkusener Sidney Sam (22 Jahre) oder der Stuttgarter Timo Gebhardt (21) könnten bald von Löws Denkmodell profitieren, in dem die Vorteile der Jugend wie hohe Belastbarkeit, Unbekümmertheit und Lernfähigkeit eine große Rolle spielen.

Bei aller „Jugend-voran-Bewegung“ soll aber auch ein erfolgreicher Jahresabschluss gelingen. Einen radikalen Verzicht auf Stammkräfte wie beim 2:2 im August in Dänemark, als Löw gleich mehr als ein Dutzend WM-Spieler zu Hause gelassen hatte, wird es in Schweden nicht geben. „Es ist eine gute Gelegenheit, neue junge Spieler kennenzulernen. Wir wollen aber auch gewinnen“, sagte der Bundestrainer.

Dennoch werden wohl wieder ein paar Etablierte eine Pause bekommen. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef des FC Bayern, rechnet damit, „dass schon etwas Rücksicht genommen wird. Es ist davon auszugehen, dass nicht alle eingeladen werden. Das ist nicht nur im Sinne des FC Bayern, sondern der Bundesliga“, sagte er. Dass viele Dortmunder kommenden Mittwoch in Schweden dabei sein werden, dürfte den in der Liga hinterherlaufenden Bayern durchaus gelegen kommen...

Klaus Manzke

10.11.2010
Heiko Rehberg 29.10.2013