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Überregional Bundestrainer Löw mahnt Respekt vor anderen Nationen an
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11:58 26.12.2012
Bundestrainer Joachim Löw träumt vom WM-Titel 2014, mahnte aber gleichzeitig Respekt gegenüber anderen großen Fußball-Nationen an. Quelle: dpa
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Berlin

Bundestrainer Joachim Löw träumt vom WM-Titel 2014, mahnte aber gleichzeitig Respekt gegenüber anderen großen Fußball-Nationen an. „Als Spitzensportler müssen wir das Ziel haben, Weltmeister zu werden. Und ich werde alle beeinflussbaren Faktoren beeinflussen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass dieser Fall eintritt“, sagte Löw in einem an Heiligabend auf der DFB-Homepage veröffentlichten Interview.

Zuvor hatte Löw in verschiedenen Zeitungs-Interviews vorsichtige Kritik an den Spielern geäußert, die in einer spielerischen „Euphorie“ manchmal vergessen würden, „die gelbe Warnlampe einzuschalten“. Das 1:2 gegen Italien im EM-Halbfinale und das 4:4 gegen Schweden nach 4:0-Führung wertete er als die größten Enttäuschungen 2013.

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Löw bremst überhöhte Erwartungen

An Heiligabend war er milde gestimmt und bremste überhöhte Erwartungen. „Vielleicht können wir alle aus dem vergangenen Jahr mitnehmen, die Erwartungen an der Realität zu orientieren, nicht an Hoffnungen und Träumen“, erklärte Löw zum Jahresende. Weltmeister Spanien habe Jahrzehnte auf den Titel hingearbeitet. „Ich finde, dass wir Deutschen gut daran tun, auch die Leistungen anderer Nationen zu respektieren. Jeder Gegner verdient Respekt. Wir stehen nicht allein da mit unserem Traum, wieder einen Pokal zu holen.“

Auch wenn es für ihn zu früh sei, bereits über das Jahr 2014 zu reden, fiebert Löw schon den Titelkämpfen in Brasilien entgegen. „Das Schönste für mich sind die Turniere. Ich empfinde dies nicht als Druck, sondern als Chance und als Reiz. Meine persönliche Bilanz mache ich außerdem nicht nur an Titeln fest“, erklärte der 52-Jährige. „Wenn wir 2014 den Titel nicht gewinnen, werden wir enttäuscht sein, es heißt aber nicht zwangsläufig, dass wir dann enttäuscht haben müssen“.

Kreativität als Fußball-Tugend

Löw sehe seinen Auftrag darin, „die spielerischen Möglichkeiten der Mannschaft voll auszuschöpfen“, was beispielsweise beim EM-Aus gegen Italien nicht gelungen sei. Zu den sogenannten deutschen Fußball-Tugenden „Kampf, Disziplin, Einsatz, Wille“ zähle für Löw unbedingt auch „Kreativität“.

Die WM-Qualifikationsrunde ist für den Bundestrainer „kein Selbstläufer. Nicht nur die Schweden, auch Österreich, und Irland können Fußball spielen. Und ich habe auch großen Respekt vor den Anstrengungen in Kasachstan und auf den Faröern“. Klar sei nach seinen Aussagen aber auch, „dass wir diese Gruppe gewinnen wollen“.

Löw will an seine Grenzen

Auch privat will der Schwabe hoch hinaus. Löw will 2013 unbedingt einen in diesem Jahr ausgefallenen Helikopter-Flug über den Schwarzwald nachholen und in den Anden bergsteigen. „Vor allem reizt mich, in manchen Momenten an die Grenze zu gelangen. Und diese zu überwinden“. Das gelte fürs Klettern wie für die Nationalmannschaft.

dpa

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