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Überregional DFB-Frauen spielen um Rekordprämie
Sportbuzzer Fußball Überregional DFB-Frauen spielen um Rekordprämie
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21:56 06.06.2015
Die DFB-Spielerinnen Josephine Henning, Sara Däbritz und Jennifer Cramer (von links) posieren bei einem Fotoshooting auf dem Parlamentshügel in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Quelle: dpa
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Ottawa

Für die deutschen Fußball-Nationalspielerinnen zahlt sich ein WM-Gewinn in Kanada auch finanziell aus. Sollte die Mannschaft von Trainerin Silvia Neid im Finale am 5. Juli in Vancouver ihren Titeltraum verwirklichen, würde jede Akteurin vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Rekordprämine von 65 000 Euro erhalten. Bei einer Endspiel-Niederlage wären 55 000 Euro fällig, Platz drei würde mit 45 000 Euro honoriert. Bei der Heim-WM 2011 in Deutschland hätte jede Spielerin für den Titel 60 000 Euro erhalten. Beim EM-Sieg vor zwei Jahren in Schweden freute sich jede Akteurin über 22 500 Euro.

In den mit dem Spielerrat für die ersten drei WM-Plätze ausgehandelten Zahlungen sind laut DFB-Mitteilung von Samstag 10.000 Euro enthalten, die als Anerkennung für die Olympia-Qualifikation an Nadine Angerer und Co. ausgeschüttet würden.

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Das Erreichen des WM-Halbfinals wäre dem Verband noch 30 000 Euro pro Spielerin wert, das Viertelfinale 20 000 und die Runde der letzten 16 Teams 10 000 Euro. Sollten die DFB-Frauen in diesen K.o.-Runden ausscheiden und sich dennoch als eine der drei besten europäischen Teams die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Brasilien 2016 gesichert haben, käme die Extra-Prämie von 10 000 Euro noch hinzu.

Unabhängig von den finanziellen Anreizen steigt das WM-Fieber bei den deutschen Fußballerinnen 24 Stunden vor ihrem Auftaktmatch in Ottawa gegen die Elfenbeinküste. Nicht nur Melanie Behringer kann den Anpfiff kaum noch abwarten. "Wir sind fit, richtig gut drauf. Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgeht", sagt sie vor dem Duell mit den Afrikanerinnen am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/ZDF und Eurosport).

So wie der Mittelfeldspielerin von Bayern München geht es allen Spielerinnen im deutschen Kader, die sich Stunden vor dem Spiel noch mit den obligatorischen Pfannkuchen stärken. "Das Schlimmste sind die Tage, in denen man nur wartet, trainiert und noch kein Spiel hatte. Darauf fiebern wir alle hin", betont Stürmerin Celia Sasic. Auch die Jüngste im Team, die 19 Jahre alte Pauline Bremer, kann ihre Ungeduld bei ihrer WM-Premiere kaum noch zügeln: "Ich bin gespannt darauf, wenn es richtig losgeht."

Einig sind sich alle darüber, dass der Aufgalopp gegen den 67. der FIFA-Weltrangliste "kein Spaziergang" wird, wie es Neid-Assistentin Ulrike Ballweg formuliert. Nach Sichtung des eher spärlichen und etwas älteren Video-Materials ist auch ihre "Chefin" davon überzeugt: "Sie sind unheimlich schnell und unheimlich zweikampfstark. Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen", sagte Neid am Samstag vor dem Abschlusstraining. Stärken im Spiel nach vorn stünden jedoch Schwächen beim Umschalten auf die Defensive gegenüber. Abwehrchefin Annike Krahn glaubt, dass man gut auf die Afrikanerinnen vorbereitet sei: "Wir haben ivorisch-spezifisch trainiert."

Natürlich gilt der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister gegen den WM-Novizen als haushoher Favorit. Die DFB-Auswahl strotzt vor Selbstbewusstsein, übt sich dennoch in Zurückhaltung und Bescheidenheit. Um beim Gegner erst gar nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, gegen den Weltranglisten-Ersten etwas ausrichten zu können, verspricht Behringer "Voll-Power" von der ersten Spielminute an.

"Wir wollen im richtigen Kampfmodus beginnen", betont auch Nadine Angerer vor der ersten Etappe ihrer Abschiedstour. Die 36 Jahre alte Torhüterin und Weltfußballerin von 2013 tritt nach der WM von der internationale Fußball-Bühne ab. Klar, dass sie bis dahin noch was vorhat: "Wir haben die Vision, hier den Titel zu holen."

Der Einsatz von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan entscheidet sich erst sehr kurzfristig. Die 23-Jährige wird wegen ihrer Innenbanddehnung im linken Sprunggelenk täglich intensiv physiotherapeutisch behandelt. "Der Fuß sieht gut aus. Aber wissen noch immer nicht, ob sie spielen kann", berichtete Neid.

dpa

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