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Überregional Länderspiel gegen Niederlande in Hannover unklar
Sportbuzzer Fußball Überregional Länderspiel gegen Niederlande in Hannover unklar
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20:05 14.11.2015
Das DFB-Team ist zurück in Deutschland - keine Weiterreise nach Hannover. Quelle: sid
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Frankfurt/Main

Erschüttert von den Terroranschlägen in Paris ändert der Deutsche Fußball-Bund seine Pläne: Der DFB schickte seine Weltmeister nach Hause zu ihren Lieben und sagte alle Termine für das Wochenende ab. Erst am Sonntag, spätestens am frühen Abend, soll entschieden werden, ob das letzte Länderspiel des Jahres gegen die Niederlande am Dienstag überhaupt stattfinden wird. Am Samstag verzichtete die Mannschaft jedenfalls auf die Reise in den Spielort Hannover. Die deutschen Spieler sollten ursprünglich Sonntagmittag in Barsinghausen eintreffen. Im Falle des Spiels würde die Mannschaft erst am Montag anreisen. 

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"Alle Termine morgen sind gestrichen", hieß es in der Twitter-Mitteilung des DFB. "Wir werden eine Nacht drüber schlafen und dann sehen, wie wir die Dinge am Dienstag angehen oder nicht angehen. Aber ich bin der Meinung, dass man dem Terror nicht weichen sollte", sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball dem Sender n-tv. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff sagte: "Das Spiel steht erstmal, wir werden da aber noch intern drüber sprechen." Aus bedrückender Nähe hatte die deutsche Delegation den Terror erlebt, nach Fußball stand niemandem der Sinn. "Wir sind etwas ratlos, müssen beraten, was wir tun", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Auch im niedersächsischen Innenministerium will man zunächst auf mehr Informationen über die Anschläge in Paris warten, bis man sich zur Sicherheitslage rund um das geplante Länderspiel am Dienstag äußert. "Es erfolgt kontinuierlich eine Abstimmung über neue Erkenntnisse und gegebenenfalls zu treffende Maßnahmen zwischen dem Bund und den Ländern", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Zum jetzigen Zeitpunkt sei aber noch unklar, ob und inwieweit Bezüge zu Deutschland und insbesondere Niedersachsen vorliegen. 

Dementsprechend zurückhaltend fällt auch die Einschätzung zur Sicherheitslage rund um das geplante Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden aus. "Es gibt aktuell keine konkreten Erkenntnisse, dass eine erhöhte Gefährdungslage für das Spiel besteht, aber natürlich haben die Sicherheitsbehörden vor dem Hintergrund der gestrigen Ereignisse die Situation genau im Blick", sagte Pistorius am Sonnabend. "Wenn das Spiel stattfindet, wird die dafür zuständige Polizeidirektion Hannover für die angemessen hohen polizeilichen Einsatz- und Schutzmaßnahmen mit einer entsprechenden Zahl an Einsatzkräften sorgen." Sollte die Partie nicht abgesagt werden, soll das Spiel gegen die Niederlande soll um 20.45 Uhr in der HDI-Arena angestoßen werden. 

Die Mannschaft hatte nach DFB-Angaben nach dem Länderspiel in St. Denis gegen den EM-Gastgeber Frankreich (0:2) bis zum Morgen im Stade de France ausgeharrt und war von dort zum Flughafen gebracht worden - ohne Umweg über das Hotel Molitor im 16. Arrondissement, gegen das es am Freitag eine Bombendrohung gegeben hatte. "Die Spieler waren sehr ängstlich. Wir wollten kein Risiko eingehen und wussten ja nicht, ob alle Wege gesichert gewesen wären", berichtete Bierhoff. Zunächst hieß es, die Weltmeister hätten das Stadion um 2.15 Uhr in Kleinbussen verlassen. Das stellte sich allerdings als ein aus Sicherheitsgründen vollzogenes Manöver heraus - in den Bussen saßen die "Freunde der Nationalmannschaft".  

sid/ska/jki/dpa

10.11.2015