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Überregional DFL untersucht Gustavo-Transfer von Hoffenheim nach München
Sportbuzzer Fußball Überregional DFL untersucht Gustavo-Transfer von Hoffenheim nach München
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21:05 04.01.2011
Dietmar Hopp hat viel Geld in Hoffenheims Aufstieg investiert. Quelle: dpa
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Hopp soll an dem Winterverkauf des Brasilianers, der auch zur Trennung von Trainer Ralf Rangnick führte, aktiv mitgewirkt haben. Dies könnte einen Verstoß gegen die Statuten des Profifußballs bedeuten, die eine Einmischung von Investoren in die Tagesgeschäfte der Klubs untersagen.

Hopp wies die Vorwürfe zurück. „Der Transfer des Spielers Luiz Gustavo erfolgte in absolutem Einklang mit den Bestimmungen der 50+1-Regelung. Als Gesellschafter und Sprecher des Beirates war ich in den Verhandlungen nur deshalb dabei, weil die Bayern-Führung darum gebeten hat“, sagte Hopp. Der SAP-Gründer Hopp hält satzungskonform 49 Prozent des Stimmrechts, aber rund 99 Prozent des Stammkapitals des Klubs. Er hat bestätigt, den Verein mit rund 170 Millionen Euro Investitionen in die Bundesliga gehievt zu haben. Auch der Gustavo-Wechsel für eine Summe zwischen geschätzten 15 bis 20 Millionen Euro zu den Bayern soll von ihm forciert worden sein.

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1899-Manager Ernst Tanner bestätigt eine entsprechende DFL-Anfrage – spielte die Angelegenheit aber runter. „Das ist doch bei dem verzwickten und komplizierten Transfer klar. Natürlich werden bei dem Umfang der Summe auch die Gesellschafter und die Geschäftsleitung informiert und befragt. Das ist doch in solchen Unternehmen wie 1899 normal“, sagte Tanner am Dienstag: „Aber die letzte Entscheidung zum Transfer habe ich getroffen.“ Damit verwies er auf seine Kompetenz, unabhängig von Hopps Engagement bei Spielerwechseln und Vertragsunterschriften.

Für Martin Kind, Klubchef von Hannover 96, beschreibt „Hoffenheim die Wahrheit“. Zu den Modalitäten beim Gustavo-Transfer könne er zwar nichts sagen. Es läge aber die Vermutung nahe, dass eine „Umgehungsregel“ geschaffen worden sei.

Erstes Training: „Das Niveau ist schon ganz anders“, sagte Luiz Gustavo nach seiner ersten Übungseinheit im Bayern-Trikot. Nach dem turbulenten Jahreswechsel mit der Verlobung mit seiner Freundin Milene und dem Blitz-Transfer von 1899 Hoffenheim zum Rekordmeister nahm er „ein bisschen müde“ vom Jetlag die Arbeit im Trainingslager in Katar auf. Mit Trikotnummer 30 in die erste Elf – das ist sein Ziel. „Ich habe das ganze Leben von so einer Chance geträumt“, sagte der 23-jährige Brasilianer, dessen Lieblingsposition das Mittelfeld ist. Bei den Bayern wird Gustavo aber bis Saisonende vermutlich als Links- oder Innenverteidiger spielen.

dpa