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Überregional Depressions-Erkrankung ist Ursache für Rafatis Suizidversuch
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14:26 25.11.2011
Der Suizidversuch von Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati ist auf eine Depression zurückzuführen. Quelle: dpa
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Hannover

Zwei Jahre nach der Selbsttötung von Robert Enke hat in Babak Rafati wieder ein Fußball-Prominenter dem Druck nicht mehr Stand gehalten und mit seinem Suizidversuch vor einer Woche einen Hilferuf gesendet. Mit der öffentlich gemachten Diagnose Depression beendete der Anwalt des Bundesliga-Schiedsrichters am Freitag die anhaltenden Spekulationen über die Beweggründe Rafatis.

„Im persönlichen Empfinden von Herrn Rafati wurde vor allem ein wachsender Leistungsdruck für ihn als Schiedsrichter und der damit verbundene mediale Druck in Kombination mit der ständigen Angst, Fehler zu machen, zu einer immer größeren Belastung“, erklärte Rafatis juristischer Vertreter Sven Menke in Hannover.

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Dieser Belastung habe sich Rafati, der im Fachmagazin „Kicker“ von den Bundesliga-Profis dreimal zum schlechtesten Schiri gewählt worden war, am Ende nicht mehr gewachsen gefühlt. „Von den behandelnden Ärzten wurde bei Herrn Rafati in den vergangenen Tagen eine Depressionserkrankung diagnostiziert“, teilte der auf Steuerrecht spezialisierte Anwalt mit.

Die mit einer Depression „einhergehenden Symptome“ seien vor etwa anderthalb Jahren erstmals aufgetreten und hätten sich zuletzt verstärkt. Am vergangenen Samstag hatte Rafati vor seinem Einsatz beim dann abgesagten Spiel Köln gegen Mainz in einem Hotel versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach seiner Entlassung aus einem Kölner Krankenhaus ist der 41-Jährige in stationärer Behandlung. „Er hat sich in fachärztliche Behandlung begeben, um die Ursachen therapieren zu lassen. Wie lange dies dauern wird, ist derzeit nicht absehbar“, schrieb der Anwalt.

Rafatis Ziel sei, wieder als Schiedsrichter tätig zu sein. Der Schiedsrichter-Chef beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), Ex-Referee Herbert Fandel, hatte in dieser Woche Rafatis Zukunft als Unparteiischer als offen bezeichnet. Fandel hatte zudem den öffentlichen Druck auf die Schiedsrichter kritisiert. Der ehemalige Weltschiedsrichter Markus Merk hatte dem scharf widersprochen und in der „Nordsee-Zeitung“ (Freitag) davor gewarnt, die Referees „künftig in Watte zu packen“.

Wegen dieser Spekulationen sah sich Rafati nun genötigt, über seinen Anwalt an die Öffentlichkeit zu gehen. Weder „private“ noch „familiäre Probleme“ - wie bisweilen spekuliert - seien die Ursache für Rafatis Verzweiflung gewesen. „Es ist ein dringendes Anliegen von Herrn Rafati, diesen falschen Eindruck zu korrigieren“, erklärte Menke, der sich nun vor allem Ruhe für seinen Mandanten erhofft. „Er bittet darum, ihm die Ruhe und Zeit zu geben, die er jetzt für seinen Genesungsprozess benötigt“, appellierte der Anwalt.

Der damalige Nationaltorhüter Enke hatte lange an Depressionen gelitten. Seine Erkrankung war erst nach seiner Selbsttötung vor zwei Jahren bekannt geworden.

Im Sommer hatte Hannovers Ersatztorhüter Markus Miller mit seinem Bekenntnis, an „mentaler Erschöpfung“ zu leiden, für Aufsehen gesorgt und sich in Behandlung begeben. In dieser Woche kehrte Miller nach elf Wochen „voller Elan“ ins Training zurück.  

dpa

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