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Überregional Mit dem Lastwagen in Klopps Garten
Sportbuzzer Fußball Überregional Mit dem Lastwagen in Klopps Garten
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00:15 24.01.2014
Quelle: dpa/treblin/r.
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Hannover. Freitag beginnt das Jahr 2014 erst richtig, und zwar für alle Freunde der Fußball-Bundesliga. Mit der Partie Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München (20.30 Uhr, live in der ARD) geht es in die Rückrunde der Saison 2013/2014, die an der Spitze bislang ein Solo für den FC Bayern München war. Ungewöhnlich viele Klubs – exakt die Hälfte –  haben Abstiegssorgen, auch Hannover 96 steht als Tabellendreizehnter nicht gut da. Wie sind die 17 Konkurrenten der „Roten“ in Form? Wer hat sich verstärkt? Wer hat Großes vor? Und wer kommt ins Zittern? Das alles verrät der HAZ-Formcheck drei Tage, bevor der Ball endlich wieder rollt.

VfL Wolfsburg

Seit 1997 spielen die „Wölfe“ in der Bundesliga, jetzt werden sie erstmals wirklich ernst genommen. Geld war dank VW schon immer da, doch mit Klaus Allofs hat der VfL nun einen Manager, der die Millionen sinnvoll einsetzt. 22 Millionen Euro hat sich der VfL Kevin de Bruyne kosten lassen. „Wolfsburg ist schwer im Kommen. Mit diesen wirtschaftlichen Möglichkeiten können wir nicht mithalten“, sagt Leverkusens Sportchef Rudi Völler, selbst ein Vertreter eines nicht gerade klammen Klubs. Mit de Bruyne wird es noch schwerer, die Elf von Trainer Dieter Hecking auszurechnen.

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  • Prognose: Platz 5 war der Lohn für eine gute Hinrunde, am Ende reicht es für einen Platz im Europapokal.

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Schalke 04

„Ein Keller voller Sorgen“, titelte gestern das Fachmagazin „kicker“. Für alle, die es vergessen haben: Schalkes Trainer heißt immer noch Jens Keller, auch wenn außer Manager Horst Heldt nicht mehr viele glauben, dass Heldt damals mit Keller eine gute Idee hatte. Das 1:2 im Testspiel beim Zweitligisten 1. FC Köln nährte erneut Zweifel, wie die Mannschaft vom 7. Platz Richtung Champions-
League-Plätze durchstarten will.

  • Prognose: Könnte ein Trainer mit mehr Charisma mehr aus der Elf herausholen, oder ist Schalke eine untrainierbare Truppe, die von der Laune ihrer eigenwilligen Stars wie Jefferson Farfan oder Kevin-Prince Boateng abhängig ist? Wetterprognose ist einfacher.

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FSV Mainz 05

Für Thomas Tuchel war es wie ein großes Weihnachtsgeschenk: Mit Ja-Cheol Koo vom VfL Wolfsburg bekam der Mainzer Trainer seinen Wunschspieler, der gleichzeitig mit geschätzten fünf Millionen Euro der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte ist. Die Mainzer haben mit
24 erspielten Punkten bereits ein dickes Polster zur Abstiegszone geschaffen und können entspannt in die Rückrunde gehen. Tuchel hat die Mannschaft geschickt verjüngt und zum Beispiel auf der Torwartposition mit dem unerfahrenen Loris Karius Mut bewiesen, der sich auszahlte.

  • Prognose: Mainz bleibt für alle außer Bayern ein unbequemer Gegner und landet auf einem einstelligen Tabellenplatz.

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Werder Bremen

Robin Dutt und der SV Werder: Ob das wirklich gut passt, lässt sich nach der Hinrunde schwer beurteilen, in der die Bremer oft wie ein Abstiegskandidat gespielt haben. Der Trainer hat beim Torwart-Wechselspielchen zwischen Sebastian Mielitz und Raphael Wolf an Glaubwürdigkeit verloren: Einem wie Mielitz öffentlich den Rücken zu stärken und ihn dann doch schnell auf die Ersatzbank zu setzen zeugt nicht von großer Überzeugung. Mit einer Kooperation mit dem italienischen Klub Juventus Turin versuchen die Bremer eine kreative Lösung des Problems, kein Geld mehr für große Transfers zu besitzen.

  • Prognose: Werder schaut eher nach unten als nach oben.

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Eintracht Braunschweig

Ist das nun mutig? Oder einfach stur? Wer dachte, die Braunschweiger würden in der Winterpause munter einkaufen gehen, um die Mannschaft für den Abstiegskampf zu verstärken, der hat sich getäuscht. Bislang muss sich Trainer Torsten Lieberknecht nur an ein neues Gesicht gewöhnen: Der Norweger Havard Nielsen soll die Flaute im Sturm beenden. Die anderen Probleme des Aufsteigers bleiben vorerst ungelöst: Die Torhüter Daniel Davari und Marjan Petkovic haben kein Bundesliganiveau, die Abwehr hätte in der Verfassung der Hinrunde auch in der 2. Liga Nöte.

  • Prognose: Mut wird nicht immer belohnt. Der Countdown läuft: Noch 17 Spiele bis zum Abstieg.

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1. FC Nürnberg

Rasieren will sich der neue Trainer Gertjan Verbeek erst nach dem ersten Saisonsieg. In der kompletten Hinrunde blieben die Franken sieglos, dafür klappte es nun im Trainingslager in Spanien umso besser: Dort gewann der FCN alle drei Testspiele, zuletzt mit 1:0 gegen Grasshopper Zürich. Das gibt zwar keine Punkte, aber Selbstvertrauen vor dem Start in die Rückrunde. Gedämpft wird der Optimismus vor dem Auftaktspiel gegen Hoffenheim allerdings durch zwei Verletzungen: Makoto Hasebe zog sich einen Außenmeniskusriss zu, Emanuel Pogatetz erlitt einen Außenbandanriss im linken Knie. Beide fallen mehrere Wochen aus.

  • Prognose: Irgendwann kommt der Bart ab, aber der „Club“ zittert bis zuletzt.

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SC Freiburg

Die Freiburger zahlen den Preis für den Erfolg der vergangenen Saison: Etliche Leistungsträger haben den Verein verlassen, mit einem dünn besetzten Kader war die Europa League praktisch nicht zu bewältigen. Die Folge: eine lange Verletztenliste und der Absturz in der Liga auf den Relegationsrang. Die beste Nachricht für den SC vor dem Start der Rückrunde ist, dass das Abenteuer Europa beendet ist und sich die Mannschaft auf den Abstiegskampf konzentrieren kann. Das ist auch dringend nötig: Im letzten Testspiel gegen Union Berlin gab es zu Hause eine 0:5-Niederlage. Ein bekanntes Problem dabei: Freiburgs Angriff, der den Friedensnobelpreis verdient.

  • Prognose: Es wird eng. Sehr eng.

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Eintr. Frankfurt

Trainer Armin Veh hat in der Winterpause erzählt, dass er nicht viel von Transfers in der Winterpause hält. Verpflichtet haben die Hessen dann doch zwei Spieler, Tobias Weis aus Hoffenheim und den vereinslosen Alexander Madlung. Die Eintracht hat sich in der Liga in der Hinrunde unter Wert verkauft und bewegt sich bedrohlich nah an den Abstiegsrängen. Schlecht gespielt hat die Mannschaft selten, in der Europa League erreichte sie mühelos das Sechzehntelfinale, in dem mit dem FC Porto ein schwerer Gegner wartet. Die Generalprobe gegen Wisla Krakau (2:0) fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

  • Prognose: Frankfurt klettert noch vier oder fünf Plätze nach oben.

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Hamburger SV

Die Hanseaten beschäftigten sich in den vergangenen Wochen mehr mit ihrer Vereinsstruktur als mit ihren sportlichen Problemen. Den Trainer haben sie bereits gewechselt, aber unter Bert van Marwijk, der den großspurigen Thorsten Fink ablöste, ist es nicht besser geworden. Nur zwei Punkte sind es bis zum Relegationsplatz 16. Van Marwijks Handschrift ist bisher nur bei den Transfers zu erkennen: Mit Ouasim Bouy (von Juventus Turin) und Ola John (Benfica Lissabon) kamen zwei Neue, die wie ihr Trainer Niederländer sind. Einen Manager könnte sich der Klub angesichts von 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten glatt sparen.

  • Prognose: Absteigen wird der HSV nicht.

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1899 Hoffenheim

Beim Härtetest gegen den türkischen Erstligisten Kasimpasa Istanbul (4:1) spielte die Mannschaft groß auf. Besonders Stürmer Sven Schipplock kommt immer besser in Schwung. Mit 18 Punkten muss Hoffenheim zwar noch nach unten schauen, doch nervös macht das im Kraichgau keinen: Spektakuläre, teure Transfers gehören der Vergangenheit an, in der Winterpause kam nur Jiloan Hamad von Malmö FF. Verbesserungsbedarf besteht vornehmlich in der Defensive.

  • Prognose: Spieler wie Kevin Volland oder Roberto Firmino und Trainer Markus Gisdol sollten garantieren, dass Hoffenheim nicht in Abstiegsgefahr gerät.

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Bor. Dortmund

Was wäre die Bundesliga ohne Jürgen Klopp? Auf die Frage nach dem Saisonziel hat der Dortmunder Trainer den Preis für die lustigste Formulierung souverän abgeräumt. „Wenn wir am Saisonende Zweiter werden sollten, hole ich mir einen Lastwagen, fahr’ durch den Garten und freu’ mich.“ Ob sich seine Frau Ulla auch darüber freuen würde, sei dahingestellt. Klopp weiß, dass seine Borussia die Bayern diese Saison nicht ärgern kann. Und er ahnt, dass es schwierig genug sein wird, Konkurrenten wie Leverkusen und Mönchengladbach am Ende auf Distanz zu halten. Dortmund ist diesmal eher das Team für besondere Abende wie in der Champions League.

  • Prognose:Kloppo“, hol den Laster raus.

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Hertha BSC

Kein Sieg im Trainingslager in der Türkei – da war es keine Überraschung, dass schnell über einen geredet wurde, der gar nicht da war. Pierre-Michel Lasogga, derzeit an den Hamburger SV ausgeliehener Torjäger und dort äußerst erfolgreich, soll zur neuen Saison zu den Berlinern zurückkehren. Umgekehrt hat der Poker um Mittelfeldspieler Per Skjelbred begonnen, den die Berliner momentan vom HSV ausgeliehen haben und der sogar Spielmacher Ronny verdrängt hat. Der Brasilianer war in der Hinrunde überraschend nicht über die Rolle des Edelreservisten hinausgekommen.

  • Prognose: Trotz der guten Hinrunde – wenn nächste Saison Europapokalzeit ist, sind die Berliner nur Zuschauer.

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FC Augsburg

Wer den Star des FC Augsburg sucht, findet ihn auf der Bank. Trainer Markus Weinzierl ist es nicht nur gelungen, eine Mannschaft, die als Absteiger Nummer 1 galt, zweimal in der Liga zu halten. Er hat mit dem FCA im gesamten Jahr 2013 sogar so viele Punkte geholt (48), dass es beinahe europapokalwürdig wäre. Bis zum Sommer kehrt nun der Südkoreaner Dong-Won Ji vom AFC Sunderland zurück, der schon in der vergangenen Rückrunde für Augsburg gespielt und großen Anteil am Klassenerhalt hatte. So entspannt ist Weinzierl noch in keine Rückrunde gestartet.

  • Prognose: Für den FCA bleibt es eine Saison ohne Sorgen – das hätte vor dem 1. Spieltag kaum jemand vermutet.

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VfB Stuttgart

Platz 10 nach der Hinrunde entspricht nicht den Erwartungen im Schwabenland, wo es früh einen Trainerwechsel gab (Thomas Schneider für Bruno Labbadia). Gut ist die Stimmung beim VfB auch vor dem Rückrundenstart nicht: Nach der Testspielniederlage im Trainingslager in Südafrika gegen Ajax Cape Town (1:2) ärgerte sich Stürmer Martin Harnik so sehr, dass er auf dem Weg in die Kabine gegen einen Tisch trat. Trainer Schneider musste sich auf der Pressekonferenz entschuldigen, die Jugendabteilung des Kapstadter Klubs freut sich über eine „Spende“.

  • Prognose: Stuttgart bleibt trotz interessanter Einzelspieler im Mittelmaß hängen.

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Borussia Mönchengladbach

Als Spieler wählt Max Kruse gerne den direkten Weg zum Tor, im Interview mit dem „kicker“ wählte er direkte Worte. „Wir wollen als Erste die Bayern schlagen“, sagte Borussia Mönchengladbachs Stürmer vor dem Rückrundenstart gegen die Münchener. Kruse ist der zweite Borusse, der in diesem Winter für Aufsehen sorgt; der andere war Torwart Marc-
André ter Stegen, der seinen Abschied angekündigt hat und in der nächsten Saison wohl für den FC Barcelona spielt. Ansonsten verlief die Winterpause am Niederrhein so ruhig wie der 2:0-Erfolg im letzten Test gegen den VfL Bochum.

  • Prognose: Wenn das Team so weiterspielt wie in der Hinrunde, hätte es die Champions League verdient.

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Bayer Leverkusen

Ja, das gibt es wirklich: einen Titel für Bayer Leverkusen. Die Werkself hat am Sonntag den sogenannten Wintercup gewonnen, ein Mini-Turnier in Düsseldorf, im Finale gab es einen 1:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig. Für die Hinrunde in der Bundesliga, mit 37 Punkten immerhin die zweitbeste der Vereinsgeschichte, hätte der Klub auch einen Titel verdient gehabt, aber so ist das mit Bayer: Irgendwer ist halt immer besser. In diesem Fall mal wieder die Bayern. Die Vorbereitung auf die Rückrunde verlief unspektakulär, aber das passt auch zum Stil von Trainer Sami Hyypiä.

  • Prognose: Bayer spielt auch nächste Saison in der Champions League, aber Platz 2 ist längst nicht sicher.

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Bayern München

Aha, sie können also doch verlieren! Aber leider verbirgt sich in der 0:3-Niederlage der Bayern gegen Red Bull Salzburg eine schlechte Nachricht für die Konkurrenz: So werden sich die Münchener in der Rückrunde kaum ein zweites Mal anstellen. Dreier- oder Viererkette, gelernter Stürmer oder „falscher Neuner“, wie es im Fußballsprech heißt: Trainer Pep Guardiola wird seine Kollegen wieder vor das eine oder andere Rätsel stellen. Eines wird aber immer gleich sein: Um die Bayern zu schlagen, muss der Gegner schon einen sehr, sehr guten Tag erwischen.

  • Prognose: Ob die Bayern die Meisterschaft noch verspielen? Eher schafft die katholische Kirche das Osterfest ab.

Von Stefan Knopf und Heiko Rehberg

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