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11:32 16.03.2012
Gegen Fangewalt beim Fußball formiert sich breiter Widerstand. Quelle: dpa
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Berlin

Der Bundesligist 1. FC Köln entzog der „Wilden Horde 1996“ am Donnerstag wegen der Angriffe auf Mönchengladbacher Anhänger den Status eines offiziellen Fanklubs, nachdem die Polizei zuvor Räume der Ultra-Gruppe durchsucht hatte.

Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Hendrik Große Lefert, wünscht sich indes mehr Zivilcourage. Zweitligist Dynamo Dresden will zusätzliches Geld in Fanprojekte investieren, Ligarivale Eintracht Frankfurt seine Problemfans moralisch disziplinieren. Das Fazit von Tönnies: „Wir brauchen einen runden Tisch mit DFB, DFL und allen Klubs. Wenn wir uns jetzt nicht dagegen stellen, eskaliert es.“

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Der Aufsichtsratschef von Schalke 04 zeigte sich angesichts der nicht abreißenden Reihe von Ausschreitungen besorgt. „Man muss sich schämen, was zuletzt passiert ist. Dagegen muss man jetzt hart vorgehen. Solche Leute haben in einem Stadion nichts zu suchen“, sagte Tönnies.

Für Entsetzen hatten zuletzt Übergriffe auf reisende Fans gesorgt. So waren Mönchengladbacher Anhänger in ihrem Bus von Ultras des 1. FC Köln angegriffen worden. Nach der Polizei-Razzia in den Räumen der „Wilden Horde 1996“ und in Wohnungen von 21 mutmaßlichen Mitgliedern kündigte der Erstligist auch langjährige bundesweite Stadionverbote gegen die Tatverdächtigen an, zudem sollen sie aus dem Verein ausgeschlossen werden. Bei den Durchsuchungen waren Sprengstoff, Drogen und Knüppel gefunden worden.

Nachahmungstäter hatten am vergangenen Wochenende in Rostock Fans von Eintracht Frankfurt mit Steinen und Flaschen beworfen und danach mit dem Auto verfolgt. „Diese Vorfälle sind völlig inakzeptabel, solche Taten müssen geächtet werden – auch in Fanszenen“, meinte Große Lefert. „Da ist auch Zivilcourage eines jeden Einzelnen gefordert.“

Zur Verbesserung der Präventionsarbeit stellt Dynamo Dresden 30.000 Euro für Fanprojekte bereit. „Das Übel der Gewalt in deutschen Stadien“ müsse „an der Wurzel bekämpft werden“, sagte Dresdens Präsident Andreas Ritter. Das Geld stammt aus den Einnahmen aus dem Spiel gegen den FC Ingolstadt 04 am vergangenen Sonntag, von dem Zuschauer ausgeschlossen waren. Dynamo war wegen der schweren Ausschreitungen seiner Anhänger beim Pokalspiel in Dortmund zu dem Geisterspiel verurteilt worden. Der Klub hatte zur Linderung des finanziellen Schadens sogenannte „Geistertickets“ verkauft. Der Erlös: knapp 200.000 Euro.

Zu unkonventionellen Methoden greift Eintracht Frankfurt. „Wir wollen versuchen, unsere Fans mit in die Verantwortung zu nehmen. Daher planen wir 50.000 Euro an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS zu stiften und von diesem Betrag bis zum Saisonende jedes vom DFB ausgesprochene Bußgeld abzuziehen“, sagte Vorstandsmitglied Klaus Lötzbeier.

dpa

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