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Überregional Die „Unglaublichen“: BVB auf Rekord- und Meisterkurs
Sportbuzzer Fußball Überregional Die „Unglaublichen“: BVB auf Rekord- und Meisterkurs
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09:23 12.12.2010
Spitzenreiter Borussia Dortmund hat den siebten Sieg in Folge gefeiert. Quelle: dpa
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Der Herbstmeister wankte, aber er fiel nicht. Nach dem mühseligen 2:0 (1:0) über Werder Bremen wirkte Jürgen Klopp ähnlich erschöpft wie seine Profis. „Niemand kann erwarten, dass wir jeden Gegner an die Wand spielen“, kommentierte der BVB-Trainer sichtlich erleichtert. Dass der Sieg diesmal weniger glanzvoll ausfiel und ein wenig Dusel im Spiel war, konnte er locker verschmerzen. Ungleich mehr Kopfzerbrechen bereitete ihm der wachsende öffentliche Glaube, der BVB sei auf seinem Weg zum siebten Meistertitel nicht mehr aufzuhalten: „Natürlich ist das alles kein Zufall. Aber wir müssen weiter so arbeiten, als gäbe es kein Morgen.“

Doch allmählich gehen dem Fußball-Lehrer bei seinem allwöchentlichen Versuch, die Favoritenrolle von sich zu weisen, die Argumente aus. Schließlich ist die Beweislage erdrückend: Seit 15 Spielen hat der BVB nicht mehr verloren, die vergangenen sieben Spiele gewonnen und an den ersten 16 Spieltagen so viele Punkte gesammelt wie kein Team in der Liga-Historie zuvor. Klopp bleibt dennoch standhaft: „Es war am vergangenen Spieltag in Nürnberg eng und es war heute eng. Wir gehen nicht davon aus, dass es einfach so weitergeht.“

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Der sehnliche Wunsch der Konkurrenz, dass die „Unglaublichen“ aus Dortmund endlich einmal ins Stolpern geraten, erfüllte sich wieder einmal nicht. Nach furiosem Start mit Traumfußball und der frühen Führung durch Nuri Sahin (9.) gerieten sie zwar mächtig unter Druck, setzten aber dank des Treffers von Shinji Kagawa (70.) ihren Höhenflug fort. „Manchmal ist es harte Arbeit. Und wir arbeiten wie die Tiere“, sagte Klopp.

Der Erfolg über die in der zweiten Halbzeit starken Bremer werteten viele Beobachter als weiteres Indiz für die Meisterreife der Borussia. Mittlerweile ist sie in der Lage, auch weniger gute Spiele für sich zu entscheiden. „In den ersten Saisonspielen haben wir oft ein Feuerwerk abgebrannt. Jetzt ist es nüchterner“, befand Manndecker Mats Hummels schmunzelnd. Im Gruppen-„Endspiel“ in der Europa League am Mittwoch beim FC Sevilla sollen noch einmal letzte Reserven abgerufen werden. „Wir werden alles geben, auch wenn einige schon auf dem Zahnfleisch gehen“, sagte Taktgeber Nuri Sahin, dessen Einsatz wegen Beschwerden im Adduktoren-Bereich gefährdet ist.

Wie sich das für einen echten Titelfavoriten gehört, war diesmal auch ein wenig Glück im Spiel. Kein Dortmunder hätte sich beschweren können, wenn Schiedsrichter Florian Meyer beim Stand von 1:0 für den BVB nach einem Foul von BVB-Keeper Roman Weidenfeller an Claudio Pizarro in der 52. Minute auf Strafstoß entschieden hätte. „Das war ein klarer Elfer“, schimpfte Bremens Angreifer. Ähnlich verärgert reagierte Thomas Schaaf. In erster Wut über die angebliche Fehlentscheidung des Referees verweigerte der Bremer Coach unmittelbar nach dem Schlusspfiff eine Stellungnahme im TV: „Das hat jeder gesehen, aber ich werde dazu nichts sagen.“

Erst Minuten später stand Schaaf wieder Rede und Antwort. Dabei trauerte er der vertanen Chance seines Teams nach, den leichten Aufwärtstrend in Dortmund fortzusetzen. Vor allem die zweite Halbzeit machte dem Werder-Coach Mut für die Rückrunde, in der sich die Norddeutschen noch auf einen Europapokal-Platz vorarbeiten wollen. Klopp sprach dem Gäste-Coach aus dem Herzen: „Die Tabelle zeigt, wie verrückt die Bundesliga derzeit ist. Eine Klassemannschaft wie Bremen steht mit nur 19 Punkten da. Das ist das eigentlich ungewöhnliche an der Geschichte.“

dpa

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