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Überregional Hecking: „Wir lassen uns nicht blenden“
Sportbuzzer Fußball Überregional Hecking: „Wir lassen uns nicht blenden“
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00:15 10.08.2013
Von Norbert Fettback
Dieter Hecking ist seit dem 22. Dezember vergangenen Jahres Trainer beim VfL Wolfsburg. Quelle: dpa
Hannover

Herr Hecking, auf den rund 220 Kilometern, die Sie auf dem Weg zur Arbeit und zurück nach Hause fast täglich zurücklegen, passieren Sie stets Hannover und Braunschweig. Ist das nicht ein komisches Gefühl? Schließlich waren Sie hier Spieler und auch Trainer - und jetzt ist das Ihre direkte Konkurrenz.

Ein komisches Gefühl ist das nicht gerade, eher Normalität. Auch wenn da Erinnerungen hochkommen: Das Ganze ist doch schon weit weg. Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber im Leben geht es nun mal immer weiter.

Um im Bild zu bleiben: Was könnte aus Ihrer Sicht dafür sprechen, dass der VfL in der Liga Hannover 96 wieder überholt?

In Wolfsburg wird gut gearbeitet, wir haben eine gute Mannschaft mit Potenzial. Gleich zum Auftakt, im direkten Duell, ist es wichtig, dass wir uns keine Nachlässigkeiten erlauben. Klar ist: Wir wollen eine bessere Saison spielen.

Als Trainer haben Sie mit Ihren Teams die letzten vier Spiele in Hannover verloren ...

Mich wurmt jede Niederlage, eine in Hannover besonders. Wobei das jüngste 1:2 im Januar völlig unnötig war. Wir machen da zwei Fehler, und 96 hat dank seiner Effizienz davon profitiert.

Was hat der VfL insgesamt aus der Vorsaison gelernt?

In Wolfsburg ist ein Umbruch zu erkennen. Wir haben Wert darauf gelegt, den Kader zu verkleinern, ihn auf ein normales Maß zu bringen. Denen, die gegangen sind, sind wir mit dem nötigen Respekt begegnet. Wir haben sie nicht einfach vom Hof gejagt, sondern versucht, vernünftige Lösungen zu finden. Klar war auch: Wenn wir keinen Stammspieler verlieren, was der Fall war, dann sind wir schon mal gut aufgestellt für die neue Saison. Und die Transfers, die wir gemacht haben, tun uns gut.

In Ihrer Arbeit auf und neben dem Platz legen Sie Wert auf Harmonie. Das dürfte gerade in Wolfsburg keine so leichte Übung sein.

Unser Kader ist ja längst nicht mehr so groß. Er zählt derzeit 27 Spieler. Da gibt es Vereine, die mehr haben. Im Januar, als ich beim VfL angefangen habe, waren es noch deutlich mehr, nämlich 35, und schon zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft sehr harmonisch. Da gab es keine Grüppchenbildung. Den Kampf gegen die Unzufriedenheit haben die Jungs intern sehr gut geregelt.

VfL-Manager Klaus Allofs sprach von „kleinen Schritten“, die der VfL künftig machen werde. Ist das Ausdruck einer neuen Bescheidenheit?

Mittelfristig ist es unser Anspruch, in der Bundesligatabelle nach oben zu kommen. Das können wir aber nicht erzwingen. Es nützt uns nichts, wenn Außenstehende sagen, in Wolfsburg passiere was, und da sei viel Geld im Umlauf. Man hat doch gesehen, dass das nicht alles ist. Mit den kleinen Schritten meint Klaus Allofs deshalb sicher auch, dass die Dinge langsam verändert werden sollen beim VfL - im Miteinander, im Untereinander und auch in der Wahrnehmung. Natürlich wird es in Wolfsburg immer wieder Transfers geben, die so vielleicht nicht bei allen Bundesligavereinen möglich sind. Wenn wir so etwas machen, dann muss es aber nachvollziehbar sein.

So wie im Fall von Luiz Gustavo von Bayern München, an dem der VfL offenbar ja besonderes Interesse hat.

Wenn so ein Spieler auf dem Markt ist, dann wollen wir auch signalisieren, dass wir parat sind. Aber wir wissen auch, dass er dann nicht zwangsläufig zum VfL wechselt. Es gibt schon Gründe, warum Wolfsburg noch nicht so wahrgenommen wird, wie wir uns das wünschen würden. Das Interesse an Luiz Gustavo ist da, der FC Bayern weiß davon, sein Berater auch. Der Rest muss sich finden.

Als Zugang beim VfL war lange Zeit auch Mame Diouf von Hannover 96 im Gespräch. Warum hat es damit nicht geklappt?

Wir hatten Interesse, es ist aber nie zu einem finalen Gespräch gekommen, in dem es um Zahlen und Perspektiven gegangen wäre. Auch von seiten Mame Dioufs gab es nicht das Zeichen, dass er diesen Wechsel unbedingt anstrebt. Damit war das Thema relativ schnell erledigt.

Welchen Eindruck macht die aktuelle 96-Mannschaft auf Sie? Ist sie stärker als die des Vorjahres?

Vor dem ersten Ligaspiel machen wir in Wolfsburg bestimmt nicht den Fehler, uns davon blenden zu lassen, was 96 zuletzt in Halle und bei Victoria Hamburg gezeigt hat. Die Mannschaft hat ein deutlich höheres Potenzial, und sie kann es schaffen, sich wieder für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Aber im Bereich der Plätze 4 bis 10 oder 11 tummeln sich viele Klubs, die in etwa gleich stark sind. Da braucht man auch das Quäntchen Glück.

Bei 96 wird klar gesagt: Wir wollen Sechster werden. Was will der VfL?

Auch wenn es abgedroschen klingt: Wir sehen jedes Spiel für sich, wollen jeweils die optimale Leistung abrufen. Wenn uns das gelingt, dann sind wir eine unbequeme Mannschaft. Das haben wir schon in der Rückrunde der Vorsaison gezeigt, als es nur drei Niederlagen gab. Diese Stabilität wollen wir vom 1. Spieltag an beibehalten, von einem bestimmten Tabellenplatz reden wir nicht.

Was erwarten Sie dabei von einem Spieler wie Diego?

Diego ist für uns der Fixpunkt, ich traue ihm eine sehr gute Saison zu. Die Gegner haben vor ihm einen Heidenrespekt, und das zu Recht. Auch wenn ihm von außen Attribute wie „Diva“ oder „kein Mannschaftsspieler“ verpasst werden: Ich kann nur sagen, dass es Tag für Tag eine Freude ist, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er ist zu 100 Prozent Profi und einer derjenigen im Training, die den anderen einen Schub geben und sich selbst nicht zurücknehmen.

Welche Rolle kann Eintracht Braunschweig in der bevorstehenden Saison spielen?

Das ist eine Mannschaft, die als Kollektiv stark ist und die von einer großen Begeisterung getragen wird. Sie kann aus wenig sehr viel machen. Das sind große Unterschiede im Vergleich etwa zu Greuther Fürth in der vorigen Saison. Sollte die Eintracht als Aufsteiger am Ende über dem Strich stehen oder den Klassenerhalt über die Relegation schaffen, dann wäre das für sie ein großer Erfolg. Für das Land Niedersachsen ist es schön, dass es hier jetzt einen dritten Bundesligisten gibt. Da kann man jetzt schon von einer kleinen Fußball-Hochburg sprechen.

Dieter Hecking...

 ...ist seit dem 22. Dezember vergangenen Jahres Trainer beim VfL Wolfsburg, seiner vierten Erstligastation nach Alemannia Aachen, Hannover 96 (September 2006 bis August 2009) und dem 1. FC Nürnberg. Als Spieler hat der heute 48-Jährige insgesamt für elf Klubs gespielt, unter anderem für die „Roten“, mit denen er 1998 den Aufstieg in die 2. Liga schaffte, und Eintracht Braunschweig. Hecking wohnt in Bad Nenndorf und pendelt täglich nach Wolfsburg.

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