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13:53 07.08.2011
Überflieger: Mario Götze erzielte beim Saisonstart ein Tore und bereitete zwei weitere vor. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Das macht Lust auf mehr. Die Premiere der 49. Bundesligaspielzeit hat den Fußballfans fast alles geboten, was das Herz begehrt. Borussia Dortmund präsentierte sich beim 3:1 gegen den Hamburger SV schon wieder meisterlich. Und die in der Vorsaison fast Gestrauchelten glänzten mit perfekten Rehabilitierungsmaßnahmen: Der VfB Stuttgart entzauberte Pokalsieger Schalke 04 mit 3:0, der VfL Wolfsburg sorgte nach dem Cup-K.o. ebenfalls mit 3:0 beim 1. FC Köln und Neu-Trainer Stale Solbakken für lange Gesichter.

Völlig konträr zur Kölner Gemütsverfassung die schwarz-gelbe Stimmungslage: Der von Jürgen Klopp zum „Herausforderer“ erklärte Titelverteidiger BVB lässt die Experten erneut schwärmen. Beim 3:1 gegen den HSV dominierten Jung-Nationalspieler Mario Götze, den Franz Beckenbauer in der „Bild am Sonntag“ mit Lionel Messi verglich, und seine Mitstreiter fast nach Belieben. Götze mit einem Geniestreich und Doppel-Torschütze Kevin Großkreutz trafen, die 80 720 im Stadion und Millionen TV-Zuschauer in 199 Ländern waren entzückt, Klopp blieb sachlich: „Wir drehen jetzt nicht durch.“

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Klopps Kollegen hatten fürs Ausflippen jede Menge Gründe. Kölns Norweger Solbakken erlebte gegen Wolfsburg mit dem zweifachen Vollstrecker Patrick Helmes ein Einstands-Debakel. Schalkes Ralf Rangnick erging es bei seiner Rückkehr in das umgebaute Stuttgarter Stadion ebenso. Und Hoffenheims Chef-Übungsleiter Holger Stanislawski flüchtete sich nach dem 1:2 seiner 1899er bei Hannover 96 in Sarkasmus: „Es ist ja schön, wenn der Schiedsrichter mit Herrn Schlaudraff ein Pläuschchen führt, wie er die Mauer haben möchte.“

Schlaudraff als Schlitzohr

Hannovers Schlitzohr Jan Schlaudraff löste in seinem 100. Erstligaeinsatz mit einem kaltschnäuzig-clever verwandelten Freistoß zum 1:0 Zwietracht aus. Die Kraichgauer brachten sich noch in Position, als der Ball schon im Netz zappelte - FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hatte das Spielgerät nicht eigens freigegeben. „Die haben da geschlafen“, meinte Schlaudraff. Kinhöfer wehrte sich gegen jegliche Kritik und beharrte darauf, dass „alles regelkonform“ gewesen sei.

Werder Bremen und der eigentlich schon ausgemusterte zweifache Torschütze Markus Rosenberg sind wieder da: Das 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern war der erste Auftaktsieg seit 2006. Neuling FC Augsburg, 51. Verein der 1. Liga, rettete dank 175.000-Euro-Einkauf Sascha Mölders beim 2:2 gegen den SC Freiburg einen Punkt, Mölders machte es zweimal mit Köpfchen und ließ die Diskussionen um Michael Thurk erstmal verstummen. Für Hertha BSC wurde die Rückkehr beim 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg zum missglückten Comeback. Trainer Markus Babbels Rezept für die kommenden 33 Partien: „Kopf hoch, Brust raus.“

In Bremen und Wolfsburg wurden bereits nach dem ersten Spieltag neue Personaldiskussionen entfacht. Werder-Abwehrchef Per Mertesacker ließ sich zu einer Art Abschiedsrede hinreißen, Freiburgs Torjäger Papiss Demba Cissé, der in Augsburg das 1:0 für die Breisgauer erzielte, brachte sich heftig bei Magaths „Wölfen“ ins Gespräch - zwölf bis 15 Millionen Euro Ablöse stehen im Raum.

Sollte der Transfer vollzogen werden, wäre wohl kaum noch Platz für Nationalspieler Helmes, dem Magath trotz zweier Tore und einer Vertragslaufzeit bis 2014 keine Stammplatzgarantie gab: „Was ist in unserer Zeit schon sicher?“ - ein klares Bekenntnis zu dem ehemaligen Kölner und Leverkusener sieht anders aus. Der Spieler selbst pocht auf seinen laufenden Kontrakt: „Alles andere ist für mich keine Option“, meinte Helmes.

dpa

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