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Überregional Drei Tote bei Anschlag auf Togos Fußball-Nationalteam
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16:45 09.01.2010
Die Nationalmannschaft um Kapitän Emmanuel Adebayor von Manchester City (rechts) wurde von Rebellen angegriffen. Quelle: afp
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Anhänger der Rebellengruppe FLEC schossen nach Angaben des togoischen Fußballverbandes am Freitag an der Grenze zwischen der Republik Kongo und der angolanischen Exklave Cabinda auf den Mannschaftskonvoi. Auch zwei Nationalspieler wurden demnach verletzt.

„Auf uns wurde geschossen wie auf Hunde“, sagte der togoische Stürmer Thomas Dossevi. Die Angreifer seien vermummt und „bis zu den Zähnen“ bewaffnet gewesen. „Wir sind 20 Minuten unter den Sitzen geblieben. Es war schrecklich“, sagte Dossevi, der beim französischen Verein FC Nantes unter Vertrag ist. Die Mannschaft Togos wollte am Sonnabend entscheiden, ob sie sich vom Afrika-Cup zurückzieht.

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Der Überfall mit Maschinengewehren ereignete sich nach Angaben des togoischen Fußballverbandes am Freitagnachmittag, kurz nachdem der Mannschaftsbus den Grenzübergang passiert hatte. Der Fahrer eines voranfahrenden Gepäckbusses sei auf der Stelle tot gewesen. Ein Vertreter des Afrikanischen Fußballverbandes (CAF) sagte am Sonnabend, der Assistenztrainer und der Pressesprecher des Nationalteams seien am Morgen ihren Verletzungen erlegen. Der togoische Torwart Kossi Agassa bestätigte gegenüber dem Radiosender France Info den Tod der drei Menschen.

Der togoische Verband hatte die Zahl der Verletzten mit neun angegeben, darunter auch zwei Nationalspieler: Der Verteidiger Serge Akakpo wurde von einer Kugel im Rücken, Torwart Kodjovi Obilalé in der Seite getroffen. Obilalé wurden nach Angaben Agassas zur Behandlung nach Südafrika geflogen.

Zu der Tat bekannte sich die „Befreiungsfront der Exklave Cabinda“ (FLEC), die seit 1975 für die Unabhängigkeit des ölreichen Landstreifens am Atlantischen Ozean zwischen der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo im Westen Afrikas kämpft. „Der Einsatz war nur der Anfang einer Serie gezielter Aktionen, die auf dem ganzen Gebiet von Cabinda fortgeführt werden“, hieß es in einem von der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa verbreiteten Bekennerschreiben. Die Regierung Angolas hatte 2006 ein Friedensabkommen mit einem früheren Anführer der FLEC geschlossen, das von der Bewegung jedoch zurückgewiesen wurde.

Das Organisationskomitee des Afrika-Cups schloss eine Absage des am Sonntag beginnenden Turniers aus. Allerdings werde erwogen, die in Cabinda geplanten Partien aus Sicherheitsgründen in der Hauptstadt Luanda auszutragen. Angolas Regierungschef Paulo Kassomawas bezeichnete an Angriff als einen „isolierten Akt“. In einer von seinem Büro in Luanda verbreiteten Mitteilung verbürgte er sich für die Sicherheit der teilnehmenden Nationalteams.

Die togoische Nationalmannschaft, der auch Assimiou Toure von Bayer Leverkusen angehört, zählt zu den besten Mannschaften Afrikas. Kapitän Emmanuel Adebayor sagte, das Team werde sich zusammensetzen, um über eine Teilnahme am Afrika-Cup zu entscheiden. „Ich denke, dass viele Spieler nach Hause fahren wollen“, sagte Adebayor, der für Manchester City in der englischen Premier League spielt, der britischen BBC. Sollte die Sicherheit nicht gegeben sein, würden die Spieler am Sonntag abreisen. „Ich denke nicht, dass sie bereit sind, ihr Leben zu geben.“

afp