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Überregional Drei Trainer wackeln am 10. Spieltag
Sportbuzzer Fußball Überregional Drei Trainer wackeln am 10. Spieltag
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11:46 28.10.2010
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Die Meteorologen sagen für das Wochenende schönes Herbstwetter voraus. Für drei Trainer der 2. Fußball-Bundesliga aber wird es richtig ungemütlich: Bielefelds Ziege, Ingolstadts Wiesinger und Karlsruhes Schupp könnten am 10. Spieltag fallen wie die Blätter.

Berlin (dpa) - Trainer-Zittern im Herbst: Gleich drei Fußball- Lehrer stehen am 10. Spieltag der 2. Bundesliga unter besonderem Druck. Christian Ziege von Schlusslicht Arminia Bielefeld, Michael Wiesinger vom Vorletzten FC Ingolstadt 04 und Markus Schupp vom seit fünf Runden sieglosen Karlsruher SC kämpfen am Wochenende um dringend benötigte Punkte für ihre Mannschaften und um den eigenen Job.

„Zwei Siege aus drei Spielen“ lautet die klare Vorgabe der Bielefelder Bosse für den Ex-Europameister Ziege, sonst erfolgt die „einvernehmliche Trennung“. In den anderen Fällen wird über „Siegen oder Fliegen“ noch hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

„Das ist eine unangenehme Situation. Doch in meiner Karriere stand ich schon vor schlimmeren Aufgaben“, erklärte der 72-malige Nationalspieler Ziege vor dem Duell seiner Arminen (4 Punkte) am Freitag (18 Uhr) gegen den ebenfalls im Abstiegskampf steckenden 1. FC Union Berlin (6). Für dessen Trainer Uwe Neuhaus hat Präsident Dirk Zingler gerade eine Job-Garantie ausgesprochen: „Notfalls würden wir mit Neuhaus auch in die 3. Liga gehen.“

Die Geschichte auch des deutschen Profi-Fußballs lehrt, dass selbst solche Treueschwüre manchmal nur einen begrenzten Haltbarkeitswert haben.

Im Endeffekt entscheiden die Punkte - hielt auch Karlsruhes Manager Arnold Trentl fest: „Und davon haben wir zu wenig.“ Mit mageren acht Zählern geht der KSC am Samstag (13 Uhr) in die Heimpartie gegen 1860 München. Trainer Schupp, der zuletzt seinem Personal durchaus phasenweise guten Fußball und den nötigen Einsatz bescheinigte, weiß um die Situation. Das Glück muss erzwungen werden.

Ingolstadts Chefcoach Wiesinger hat mit seiner Mannschaft im Pokal bei 1899 Hoffenheim (0:1) das fortgesetzt, was schon in der Liga passiert ist. Gut mitgespielt, mitgehalten, aber das Erfolgserlebnis verpasst: „Wenn man das Spiel gesehen hat, konnte man erkennen, dass der Trainer der Mannschaft etwas mitgeben kann“, erklärte Wiesinger. Doch am Samstag muss Ingolstadt 04 (erst 4 Punkte) ausgerechnet bei Spitzenreiter Hertha BSC ran, der nach dem DFB-Pokal-K.o. beim Drittligisten Koblenz einiges gutzumachen hat. „Ich will eine Reaktion sehen“, betonte Berlins Trainer Markus Babbel.

Andere Zweitliga-Teams haben im Pokal für Furore gesorgt - für die Überraschungen im Cup aber gibt es im Alltag keine Zusatzpunkte. „Wir haben gegen Freiburg eine Reaktion gezeigt als junge Mannschaft, die Ziele erreichen will“, erklärte Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz, dessen Team dem Erstligisten den Sprung ins Achtelfinale verwehrt hat. Alemannia Aachen schubste sogar den derzeitigen Bundesliga- Primus Mainz aus dem Wettbewerb. Doch nun heißen die Alltagsgegner VfL Bochum (Cottbus) und VfL Osnabrück (Aachen).

dpa