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Überregional England scheitert in WM-Vorrunde
Sportbuzzer Fußball Überregional England scheitert in WM-Vorrunde
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20:10 20.06.2014
Da half auch kein Beten: Die Briten scheiden nach der Niederlage der Italiener aus der WM-Vorrunde aus. Quelle: dpa
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Rio de Janeiro

Die einst so stolze Fußball-Nation England wütet über das historische WM-Desaster. „Moderner Fußball-Skandal“, „in die Fresse getreten“ - nur vier Jahre nach der Achtelfinal- Blamage gegen Deutschland sind die Three Lions endgültig in die große Bedeutungslosigkeit abgestürzt. Erstmals seit 1958 setzte es das Aus beim Weltturnier in Brasilien schon nach der Vorrunde - den Schuldigen hatten die Zeitungen schnell gefunden. „Netter Kerl, falscher Trainer: Hodgson muss nach irrem neuen Tiefpunkt entlassen werden“, schrieb die „Daily Mail“ am Morgen nach der neuerlichen Enttäuschung.

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„Unsere Chancen sind sehr gering“, meinte Hodgson. Wenige Minuten vor Anpfiff der Italien-Partie beeilte sich Verbandschef Greg Dyke zu einer Klarstellung in der Trainerfrage: „Wir unterstützen Roy Hodgson und haben ihn gebeten, als Englands Coach zu bleiben“.  Die beiden Symbolfiguren für den bitteren K.o. hießen Gerrard und Wayne Rooney. Der Stürmerstar von Manchester United schoss nach all der Kritik in den vorangegangenen Tagen endlich das erste WM-Tor seiner Karriere (75.). Doch sein Pech war, dass Uruguays Torjäger Luis Suárez vom großen Rivalen FC Liverpool wie schon so oft in der abgelaufenen Premier-League-Saison noch ein wenig erfolgreicher war: Suarez traf gleich zweimal - in der 39. und 85. Minute. Und Rooney war danach so enttäuscht, dass er kommentarlos von der Kabine in den Mannschaftsbus schlich. „No, sorry“, sagte er den Journalisten nur.

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Gerrard hatte zum entscheidenden zweiten Tor von Suárez die unfreiwillige Vorarbeit geleistet. Er lenkte den Ball mit dem Hinterkopf unglücklich weiter. Dafür konnte der Routinier zwar wenig, aber nach der schon schwachen Vorstellung beim WM-Auftakt gegen Italien (1:2) weckte auch dieser Abend traurige Erinnerungen an die vergangene Club-Saison.  Es war ein Fehler von Gerrard, der dem FC Liverpool im Spiel gegen Chelsea die entscheidende Niederlage im Meisterschaftsrennen einbrachte. „Auf diesem Level darfst du einem Weltklasse-Spieler wie Suárez nicht eine einzige Chance ermöglichen“, sagte er geknickt. „Wir können die Rolle von Gerrard nicht ignorieren“, schrieb der „Telegraph“ über den sonst sakrosankten Kapitän. „Zeit für eine neue Generation.“  Gerrard und Rooney haben nun in zwei verschiedenen Epochen englische Fußballer zu einer WM geführt.

Sie liefen dem Titel schon im Verbund mit John Terry, Paul Scholes oder Rio Ferdinand vergeblich hinterher und sind nun auch an der Seite der neuen Jungstars wie Raheem Sterling und Daniel Sturridge gescheitert. Diese Altersklasse weckt in England wieder große Hoffnungen, aber Hodgson sagte nur: „Niemand kann die Einstellung der Spieler ernsthaft infrage stellen, aber wir waren nicht gut genug, um diese beiden Spiele zu gewinnen. Im Fußball zählt nicht, wie häufig du den Ball in den Strafraum bringst, sondern ins Netz.“

Nach dem missglückten Engagement beim FC Liverpool mehren sich die Stimmen, dass der 66-Jährige womöglich auch für den Job des Nationaltrainers zu altbacken und innovationslos sein könnte. Freiwillig gehen will Hodgson aber nicht. „Natürlich bin ich bitter enttäuscht, aber ich sehe keine Notwendigkeit, zurückzutreten. Sollte der Verband allerdings denken, dass ich nicht der richtige Mann bin, ist das seine Entscheidung, nicht meine“, erklärte er. Gerrard lobte den Coach und betonte, die Mannschaft sei für das Ausscheide verantwortlich.

dpa

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