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Überregional „Der Kreis schließt sich“
Sportbuzzer Fußball Überregional „Der Kreis schließt sich“
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18:23 17.06.2014
„Ich bin noch nicht satt“: Fabian Ernst, spielte unter anderem für Hannover 96, Bremen, Hamburg, Schalke und Besiktas. Quelle: dpa
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Herr Ernst, Sie schnüren die Fußballschuhe wieder im Herrenbereich: Für wie viele Minuten reicht denn die Luft noch bei Ihnen aus?
(lacht) Das ist die entscheidende Frage. Nach einem Jahr Pause muss die Maschinerie erst noch wieder anlaufen. Aber ich habe mich ja zuletzt sporadisch fitgehalten.

Sporadisch? Was darf man sich darunter vorstellen?
Na ja, ich habe hin und wieder mal ein Läufchen um den Maschsee gemacht. Und ich habe mit der „Ü 32“ von Hannover 96 gekickt. Nichts Großes. Einmal die Woche Training, am Wochenende ein Spielchen. Das ist im Vergleich zu dem, was ich früher gemacht habe, natürlich relativ wenig.

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Und, müssen Sie in der Sommerpause ein paar Extraschichten einlegen, um wieder fit zu werden?
Ach … als Leistungssportler, der ich jahrelang war, ist es doch normal, dass man dem Sport treu bleibt und sich fit hält. Da kommt mir die Sache mit dem OSV jetzt ganz gelegen.

Sie haben die „Ü 32“ von Hannover 96 angesprochen. Dort ist ja auch der Kontakt zum OSV Hannover entstanden.
Genau. Der Kontakt lief über Biniam (Hadera, Anm. d. Red.), den Trainer, der das Ganze beim OSV ja jetzt übernimmt.

Warum das Comeback in der Landesliga?
Weil ich immer noch Bock habe, Fußball zu spielen. Es ist aber auch ganz klar: Der Spaß soll bei der ganzen Sache im Vordergrund stehen.

Sie haben jahrelang in der Bundesliga und im Europapokal gespielt. Jetzt also Landesliga. Da dürften Sie doch noch locker mithalten können, auch mit 35, oder?
Ich habe mir in den vergangenen Monaten mal hier und da ein Amateurspiel angeguckt. Das sind alles Leute, die Fußball spielen können. Aber ich bin guter Dinge, dass ich da trotzdem noch gut mithalten kann.

Glauben Sie denn, dass der eine oder andere Gegenspieler besonders motiviert sein wird, gegen Sie zu spielen?
Ach, darüber mache ich mir nicht allzu viele Gedanken, was die Gegenspieler von mir denken. Sagen wir mal so: Ich bin Schlimmeres gewohnt, da habe ich jetzt keine Angst vor den Spielern in der Landesliga (lacht).

Und wie schätzen Sie Ihre neuen Mannschaftskollegen ein?
Wir werden eine relativ junge Truppe haben. Die ist komplett neu zusammengestellt. Da kann ich vielleicht dem einen oder anderen noch etwas mit auf den Weg geben.

Ist das Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft? Den jungen Spielern mit Ihrer Erfahrung helfen?
Das werden wir sehen. Bei den Gesprächen mit dem OSV stand für mich die ganze Zeit im Vordergrund, dass ich noch Fußball spielen will, dass ich Spaß habe, gegen den Ball zu kicken. Und dass ich noch nicht ganz satt bin.

Wie lange wollen Sie denn beim OSV spielen? Ein Jahr? Mehrere Jahre?
(lacht) Ich bin jetzt 35 Jahre alt. Ob ich noch mehrere Jahre spielen werde, weiß ich nicht. Ich spiele einfach so lange, wie es eben geht. Aber ich spiele auch nur so lange, wie ich denke, dass meine Leistung auf dem Platz ausreichend ist und ich mit mir selber zufrieden bin.

Sie haben in den größten Fußballstadien Europas gespielt. Jetzt geht’s über die Amateurplätze Ihrer Heimatstadt Hannover.
Stimmt. Und ich finde, das ist eine super Sache. Der Kreis schließt sich irgendwie. Da, wo ich früher angefangen habe, da höre ich jetzt auf. Das wird schön, die ganzen Plätze wiederzusehen, auf denen ich in der Jugend gespielt habe. Ich freue mich drauf.

Gibt es denn einen Kontrahenten in der Landesliga, auf den Sie sich besonders freuen?
(zögert) Ich habe noch gar keine Ahnung, gegen wen wir spielen werden (lacht). Da mache ich mir noch nicht so einen großen Kopf drüber.

Zur Person

Fabian Ernst ist gebürtiger Hannoveraner. Mit vier Jahren begann er bei 96 mit dem Fußballspielen. 1996 erhielt er als 17-Jährigen einen Profivertrag bei den „Roten“, mit denen er 1998 in die 2. Liga aufstieg. Im gleichen Jahr zog es ihn zum Hamburger SV (bis 2000). Von dort wechselte er zu Werder Bremen (bis 2005) – in dieser Zeit wurde der Mittelfeldakteur zum Nationalspieler (24 Einsätze, 1 Tor) und EM-Teilnehmer 2004 in Portugal (ein Kurzeinsatz gegen die Niederlande). 2005 wechselte der mittlerweile 35-Jährige zum FC Schalke 04. Bis 2009 bestritt Ernst insgesamt 306 Bundesligaspiele, danach spielte er in der Türkei bei Besiktas (bis 2012) und Kasimpasa (2012/2013) in Istanbul r

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