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Überregional FC Bayern München rechtfertigt Strafanzeige gegen UEFA-Mitarbeiter
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11:47 16.09.2010
Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge verteidigt seinen Verein gegen Wettmanipulationsvorwürfe. Quelle: dpa
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Der FC Bayern München hat sein juristisches Vorgehen gegen Mitarbeiter der Europäischen Fußball-Union (UEFA) als alternativlos verteidigt, um den Verein und namhafte Führungskräfte gegen Bestechungsvorwürfe in Schutz zu nehmen. „Das ist nicht aus der Hüfte geschossen, sondern gut überlegt, wie wir reagiert haben“, erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 2:0 des deutschen Meisters am Mittwochabend gegen den AS Rom zum Auftakt der Champions League. Die UEFA hatte sich „geschockt“ gezeigt und das Vorgehen des FC Bayern als eine Überreaktion bewertet.

„Das Image und der Ruf des FC Bayern - die im wahrsten Sinne des Wortes weiße Weste - lassen wir uns von niemandem beflecken“, sagte Rummenigge. Der FC Bayern hat Strafanzeige gegen Peter Limacher, den Chef der UEFA-Disziplinarkommission sowie Chefermittler in Sachen Wettmanipulation, und dessen Mitarbeiter Robin Boksic gestellt.

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Das Duo soll die Bayern nach einem Bericht des Magazins „Stern“ diskreditiert haben. Unter anderem geht es um den Vorwurf, das UEFA-Cup-Spiel im Mai 2008 bei Zenit St. Petersburg (0:4) an die russische Mafia „verkauft“ zu haben. Konkret beschuldigt haben sollen Limacher und Boksic den heutigen Bayern-Präsidenten und damaligen Manager Uli Hoeneß, Finanzvorstand Karl Hopfner sowie einen namentlich nicht genannten Spieler.

„Zu behaupten, dass bei einem Uli Hoeneß oder einem Karl Hopfner oder einem Spieler von uns Hausdurchsuchungen durchgeführt worden sind von der Staatsanwaltschaft oder dass bei einem Spieler eine Million Dollar in cash oder auch Kokain gefunden worden sind, das sind keine Kinkerlitzchen, die man mit links zur Seite wischen kann“, erklärte Rummenigge.

„Das darf man sich nicht bieten lassen“, sagte Hopfner am Mittwochabend. Hoeneß sprach in der Münchner „tz“ von einem „Scharlatan“, der die Vorwürfe erhebe. „Ich gehe davon aus, dass dieser Mann ganz schnell aus dem Verkehr gezogen wird.“

Limacher hat zurückgewiesen, er habe falsche Beschuldigungen gegen den FC Bayern verbreitet. Die ihm vom „Stern“ zugeschriebenen Äußerungen habe er nicht getätigt, sagte er der „Financial Times Deutschland“. Generalsekretär Infantino sprach dem beschuldigten Chefermittler das „vollste Vertrauen“ der UEFA aus. „Die Redakteure des Stern haben uns absolut glaubwürdig erklärt und vermittelt, dass diese Aussagen getätigt worden sind“, entgegnete Rummenigge. Er fordert eine „lückenlose“ Aufklärung von der UEFA und der Münchner Staatsanwaltschaft, wo man Strafanzeige und Strafantrag wegen Verleumdung gestellt hat.

Seit zwei Jahren sieht sich der FC Bayern mit Manipulations- Vorwürfen rund um das überraschend deutlich verlorene Halbfinal- Rückspiel im UEFA-Pokal in St. Petersburg konfrontiert. „Es ist zu keinem Zeitpunkt Anzeige von der UEFA gegen Bayern München erhoben worden“, hob Rummenigge hervor. Auch die UEFA bestätigte dies in ihrer Erklärung am Mittwoch. „Wir können voller Überzeugung sagen, der FC Bayern hat sich nie und nimmer etwas zuschulden kommen lassen.“

dpa