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Sportbuzzer Fußball Überregional Fanausweise und Gesetze gegen Gewalt im Fußball
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15:19 15.11.2011
Polnische Hooligans sind wegen ihrer Gewaltexzesse besonders berüchtigt, sie gehören zumindest in Teilen auch der polnischen Skinhead- und Neonazi-Szene an.
Polnische Hooligans, hier bei einem Spiel in Posen, sind wegen ihrer Gewaltexzesse besonders berüchtigt. Quelle: dpa
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Während sich der Deutsche Fußball-Bund, die Deutsche Fußball Liga und die Politik hier am Montag erst einmal nur auf einen Zehn-Punkte- Plan und die Gründung einer Task Force verständigt haben, sind im Ausland bereits reihenweise Gesetze erlassen oder verschärft worden. Allerdings ist das Hooligan-Problem in manchen Ländern auch weitaus größer, wie der folgende Überblick zeigt.

POLEN:
Im Gastgeberland der EM ist am vergangenen Wochenende ein „Gesetz über Sicherheit bei Massenveranstaltungen“ in Kraft getreten. Danach werden Stadionkarten nur noch auf den Namen des Besuchers und nach Vorlage eines Ausweises ausgestellt. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, können außerdem noch im Stadion selbst Schnellgerichte zusammentreten und Sanktionen verhängen. Polnische Hooligans sind wegen ihrer Gewaltexzesse besonders berüchtigt, sie gehören zumindest in Teilen auch der polnischen Skinhead- und Neonazi-Szene an.

ITALIEN:
In Italien wurden in den vergangenen Jahren gleich mehrere Dekrete und Gesetze erlassen, um die Fan-Gewalt einzudämmen. Darunter fielen die Einführung eines Fan-Ausweises oder die Video-Überwachungen in den Stadien. Vor allem aber wurden die Kompetenzen der Polizeichefs ausgeweitet. Die können ein Spiel im Falle von Ausschreitungen, rassistischen Sprechchören oder Spruchbändern ohne Rücksprache mit den Schiedsrichtern abbrechen. Auch reicht die simple Anweisung einer Polizeibehörde, um allen Fans eines Vereins die Mitreise zu einem Auswärtsspiel zu verbieten. Wiederholungstäter müssen sich während der Spiele ihrer Mannschaft bei einer Polizeiwache melden.

NIEDERLANDE:
Mehr noch als in allen anderen Ländern wird hier auf Gewalt- Vorbeugung gesetzt. Nach einem Gesetz von 2010 dürfen Bürgermeister und Staatsanwälte ganzen Fangruppen den Aufenthalt im Stadion, in der Nähe des Stadions oder sogar in der gesamten Stadt verbieten. Wer sich nicht daran hält, wird festgenommen. Solche Aufenthaltsverbote können für maximal drei Monate gelten und müssten danach verlängert werden. Viele Bürgermeister fordern aber längst eine Ausweitung dieser Frist. Auch in den Niederlanden gilt: Behörden können aktenkundig gewordene Fans verpflichten, sich vor allen Spielen in ihrer Region bei der Polizei einzufinden.

FRANKREICH:
Französische Gerichte bestrafen Randalierer in der Regel hart. So bekamen 14 Fans von Girondins Bordeaux vor kurzem Bewährungsstrafen und ein einjähriges Stadionverbot aufgebrummt, weil einer von ihnen die Scheibe eines Busses eingeworfen hatte. Gemeinsam mit den Proficlubs startete das Innenministerium eine Anti-Gewalt-Kampagne mit 1000 Fernsehspots. Bereits 2009 wurde eine Spezialeinheit für den Kampf gegen Hooligans gegründet. Die Prestigeduelle zwischen den Erzrivalen Olympique Marseille und Paris Saint-Germain finden seit den Ausschreitungen in der Saison 2009/10 ohne Gästefans statt.

GRIECHENLAND:
Zusammenstöße zwischen Hooligans und der Polizei gibt es hier an fast jedem Spieltag - vor allem in der zweiten und dritten Liga. Deshalb werden bei Spielen mit besonderer Brisanz schon seit Jahren keine Gästefans mehr zugelassen. Das hat die Gewalt allerdings bestenfalls eingeschränkt und nicht beendet. So musste das Pokalfinale zwischen den Athener Clubs AEK und Atromitos in diesem Jahr mehrere Minuten lang unterbrochen werden.

UKRAINE:
Als Co-Gastgeber der EM 2012 erwartet die Ukraine im kommenden Jahr mindestens eine Million Besucher. Im Gegensatz zu Polen setzt man hier aber eher auf Strategien zur Deeskalation. Die Einsatzkräfte werden in dieser Hinsicht von Psychologen geschult. Die Organisatoren lassen sich von ausländischen Experten wie der bayerischen Polizei beraten. Neu ist auch, dass mehr Geld in Fanprojekte fließt, was sich auch weit über die EM hinaus im Liga-Alltag auszahlen soll.
Beim großen Nachbarn Russland kommt es deutlich häufiger zu Fan-Krawallen und rassistischen Beleidigungen ausländischer Spieler. Abgesehen von einem Alkoholverbot sowie verstärkter Polizeipräsenz in den Stadien hat sich dort allerdings bislang noch wenig getan.

dpa

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