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Überregional Magath verteidigt „Schande von Gijon“
Sportbuzzer Fußball Überregional Magath verteidigt „Schande von Gijon“
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00:22 26.06.2014
„Das Spiel war nicht zum Hinsehen“: Die deutschen Spieler – hier Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Torschütze Horst Hrubesch (r.) – und die Österreicher taten sich 1982 in Gijon nicht gegenseitig weh. Quelle: dpa
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Hannover

Die Bilder gingen um die Welt: Wütende Zuschauer, die bei der WM 1982 in Spanien während dem Spiel Deutschland gegen Österreich mit Geldscheinen wedelten. Die Partie ging als die „Schande von Gijon“ in die WM-Geschichte ein. Und angesichts der Ausgangslage vor dem letzten Gruppenspiel zwischen Deutschland und den USA beim aktuellen Turnier wird diskutiert: Droht sich diese Geschichte zu wiederholen? 1:0 stand es damals in Gijon durch ein Tor von Horst Hrubesch in der 10. Minute für die deutsche Mannschaft. Exakt dieses Ergebnis benötigten beide Teams, um eine Runde weiterzukommen - und Algerien aus dem Turnier zu „taktieren“. Danach schlossen beide Teams einen Nichtangriffspakt und schoben sich die restlichen 80 Minuten einfach nur die Bälle zu, ohne etwas zu riskieren.

Wird es am Donnerstag (18 Uhr) in Recife wieder so sein, wenn Deutschland und die USA in ihrem letzten Gruppenspiel aufeinandertreffen? Beiden Mannschaften genügt ein Unentschieden, um ins Achtelfinale zu kommen. Egal, wie Ghana und Portugal dann spielen - sie wären ausgeschieden.

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„Für eine US-Mannschaft war und ist so etwas undenkbar. Die Amerikaner kämpfen immer für Siege“, sagt Jürgen Klinsmann, der das US-Team trainiert. „Das ist unser Spirit, das ist unsere Stärke. Wir sind selbstbewusst genug, das zu beweisen.“ Ähnlich äußert sich der deutsche Ko-Trainer Hansi Flick: „Wir werden einen Teufel tun und uns auf einem Unentschieden ausruhen. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft die passende Antwort geben wird.“

Und was sagen die Spieler von damals? Meistertrainer Felix Magath (60) hat bis heute wenig Verständnis für die Verurteilung der deutschen Mannschaft: „Im Sport ist man vom Ergebnis abhängig. Darum geht es. Daher kann auch niemand ausschließen, dass sich ein solcher Spielverlauf wiederholt.“ Dies beziehe er nicht allein auf den Fußball, sondern generell auf alle Sportarten. „Ich als Trainer verlange von meinen Spielern, dass sie sich taktisch so verhalten, dass sie ein gewünschtes Ergebnis auch verteidigen. Wenn sie führen, ist eine riskante Spielweise nicht angebracht.“

Karlheinz Förster, der morgen seinen 56. Geburtstag feiert, formuliert es etwas anders. „Es hat damals keine Absprache gegeben. Aber in der 2. Halbzeit wurde jedem auf dem Feld klar, dass beide Mannschaften gut mit dem Ergebnis leben können - zum Leidwesen der Algerier“, sagt der einstige Vorstopper, der aber nicht glaubt, dass das Spiel zwischen der deutschen Mannschaft und den USA am Donnerstag einen ähnlichen Verlauf nehmen wird. „Ich bin von unserem Sieg überzeugt, aber wenn es zum Beispiel 15 Minuten vor dem Ende unentschieden stehen sollte, wird kaum noch mit vollem Risiko nach vorne gestürmt werden.“

Doch die Konstellation vor dem letzten Spieltag der Gruppe G birgt noch eine ganz besondere Brisanz: Je nachdem, wie am selben Spieltag die Würfel in der Gruppe H fallen, könnte es im Achtelfinale zur Begegnung zwischen Deutschland und Algerien kommen. Zur Revanche für die „Schande von Gijon“, auf die die Nordafrikaner nun schon seit 32 Jahren brennen, die das direkte Aufeinandertreffen 1982 mit 2:1 gewonnen hatten.

Doch erst einmal müssen Deutschland und die USA spielen. Und Toni Schumacher, der in Gijon im deutschen Tor stand, ist skeptisch, ob beide Teams großes Risiko gehen werden: „Das Geschrei war damals groß. Das Spiel war ja auch nicht zum Hinsehen“, sagte er dem „Express“. „Aber ich würde mich nicht wundern, wenn es am Donnerstag ein Ergebnis gibt, das letztlich beiden hilft. Die Ausgangslage ist klar - und das bekommst du aus den Köpfen nicht heraus …“

Von Udo Röbel

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