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Überregional „Diese Vögel werden wir nicht einfangen“
Sportbuzzer Fußball Überregional „Diese Vögel werden wir nicht einfangen“
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22:46 19.01.2014
Die Polizei nahm in der Kölner Innenstadt mehrere Hooligans fest. Quelle: Costa Belibasakis
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Berlin/Köln

Fans und Verbände nahmen den Vorfall betroffen zur Kenntnis, setzten ihre Arbeit für ein freundlicheres Stadionerlebnis jedoch bewusst fort.

„Es ist schade, dass diese Dinge auch den Fan-Kongress überlagern. Aber diese Leute erreichen wir nicht. Diese Vögel werden wir mit keinem Konzept der Welt einfangen“, sagte gestern Geschäftsführer Andreas Rettig von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vor den 700 Fan-Vertretern.

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„Das, was da passiert ist, ist sehr erschütternd. Zum Glück geht es dem Verletzten wieder besser. Diese Leute wollen von uns nicht erreicht werden“, sagte Fan-Vertreter Jakob Falk. Rettig forderte die 86 Fan-Gruppen auf, ihren Kampf für ein gewaltloses Stadionerlebnis in Zusammenarbeit mit der DFL fortzusetzen. „Dass, was in Köln passiert ist, darf uns nicht davon abhalten, dass wir uns die Hände reichen“, sagte der frühere Bundesliga-Manager.

Rund 200 Hooligans des 1. FC Köln und FC Schalke 04 hatten sich am Sonnabend vor einem Testspiel beider Klubs (2:1) in der Innenstadt getroffen und am Rudolfplatz aufeinander eingeprügelt. Bei der Randale hatte ein Schalker Hooligan Kopfverletzungen erlitten und war erst nach einer Notoperation außer Lebensgefahr. Eine Mordkommission der Kriminalpolizei nahm gestern Ermittlungen zu der Schlägerei auf.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nahm die Randale in Köln zum Anlass für einen Appell: Fußballfans in ganz Deutschland müssen sich von den Gewalttätern in den eigenen Reihen trennen, forderte die GdP: „Es war reines Glück, dass wir in Köln nicht den ersten Toten beklagen mussten“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert gestern. „Aber wenn einzelne Fangruppen weiter brutalen Gewalttätern eine Bühne für ihre Straftaten bieten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es im Umfeld der Fußballspiele zu Toten kommt.“

Das Verhältnis zwischen Polizei und Fans - das wurde in Berlin deutlich - wird nach wie vor emotional diskutiert. „Die Leute, die regelmäßig ins Stadion gehen, fühlen sich sicher. Wenn sie sich unsicher fühlen, fühlen sie sich unsicher, weil sie Angst haben, Opfer der Polizei zu werden“, behauptete Sig Zelt von „ProFans“. Auch sein Organisationskollege Alex Schulz warnte vor einer Vorverurteilung der Anhänger. Die Fußballszene müsse differenziert betrachtet werden. Dafür plädierte auch Helmut Spahn, Sicherheitsexperte des Deutschen Fußball-Bundes: „Es gibt nicht die Polizei, es gibt nicht die Fans, es gibt nicht die Ultras. Was das Thema Fans und Randale nicht einfacher macht.

sid/dpa

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