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Überregional Fußball-Wunder: Borussia Dortmund gewinnt 3:2 gegen Malaga
Sportbuzzer Fußball Überregional Fußball-Wunder: Borussia Dortmund gewinnt 3:2 gegen Malaga
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12:01 10.04.2013
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Dortmund

Schon der Schlusspfiff ging im tosenden Lärm des Stadions unter. Und auch Minuten nach dem Spiel für die Ewigkeit wollte niemand nach Hause. Das denkwürdige 3:2 (1:1) gegen den FC Málaga versetzte Profis und Fans von Borussia Dortmund in einen Rauschzustand. „Der liebe Gott war heute auf unserer Seite“, kommentierte Mittelfeldspieler Nuri Sahin das Fußball-Wunder von Dortmund.

Mit einer unglaublichen Aufholjagd und zwei Toren in der Nachspielzeit von Marco Reus (90.+1) und Felipe Santana (90.+3) riss der BVB ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer. Die Aufregung stand Sportmanager Michael Zorc noch lange nach der Partie ins Gesicht geschrieben. „Dieses Spiel wird in der Vereinshistorie einen festen Platz einnehmen. Es gibt nicht viel Vergleichbares.“

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Die Dramaturgie erinnerte an das unvergessene Champions-League-Finale von 1999 in Barcelona, als Manchester United dem FC Bayern beim 2:1 den Titel mit zwei Toren in den Schlussminuten noch entriss. Mit glänzenden Augen ließ Jürgen Klopp das Spektakel gegen Málaga Revue passieren. „Die größten Spiele in der Geschichte des Fußball sind nicht in Erinnerung geblieben, weil der eine Gegner so total unterlegen war, sondern weil es eng war und es am Ende eine Wendung gab, die man nicht mehr für möglich gehalten hätte. Deshalb werde ich dieses Spiel nie vergessen“, schwärmte der BVB-Trainer und fügte grinsend an: „Hätten wir in der 75. Minute 3:0 geführt, hätte ich es vergessen.“

Spätestens nach der zweiten Führung der starken Gäste durch den eingewechselten Eliseu (82.) - für das 1:0 hatte Joaquín in der 25. Minute gesorgt - schien die märchenhafte Reise der Borussia durch Europa zu Ende. Anders als in den bisherigen Spielen in der Königsklasse wirkte die Borussia auch nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Robert Lewandowski (40.) lange Zeit gehemmt und suchte vergeblich nach Spielfluss. Das tückische 0:0 im Hinspiel machte zu schaffen. „Man muss Fußballspiele auch an regnerischen Tagen gewinnen. Heute hat es bei uns sogar richtig geschifft. Wir mussten das Glück erzwingen“, befand Klopp.

Mit klugen Einwechslungen leitete der Coach die Wende ein. Innenverteidiger Santana wurde in die Sturmspitze beordert, die eingewechselten Nuri Sahin und Mats Hummels belebten den Spielaufbau. Zwar mussten die Dortmunder Feingeister in ihrer Not diesmal zur Brechstange greifen, wurden für ihren unbändigen Kampfgeist aber noch belohnt. Nach dem Schlusspfiff begruben sie Matchwinner Santana in einer Menschentraube unter sich. „Das war unfassbar“, stammelte der Brasilianer, „ich bin stolz auf die ganze Mannschaft.“

Nach dem Happy End warten Profis, Verein und Fans mit Spannung auf die Auslosung an diesem Freitag und dürfen sich auf mindestens zwei weitere europäische Fußball-Festtage im Halbfinale am 23./24. April und 30. April/1. Mai freuen. Dagegen saß bei den Spaniern der Ärger tief. Trainer Manuel Pellegrini sah in Referee Craig Thomson den Hauptschuldigen für die Niederlage: „In den letzten sieben, acht Minuten war kein Schiedsrichter mehr auf dem Platz“, klagte der Fußball-Lehrer und verwies auf eine Abseitsstellung beim Siegtor der Borussia.

Pressestimmen zum Champions-League-Spiel Dortmund - Malaga

Italien

„Corriere dello Sport“: „Eine Borussia zum Verrücktwerden. Sie schaltet Malaga mit zwei Toren nach 90 Minuten aus. Eine sensationelle Aufholjagd, die etwas Unglaubliches hatte.“

„La Stampa“: „Das Wunder Borussia, zwei Tore in der Nachspielzeit gegen Malaga.“

„La Gazzetta dello Sport“: „Unglaubliche Borussia: Vom 1:2 zum 3:2 in der Nachspielzeit. Eine Schaukel der Emotionen. Desaströs die schottischen Schiedsrichter: Das zweite Tor der Spanier und das Tor zum Sieg der Deutschen waren irregulär. Borussia ist weiter, wie vorhergesagt. Aber wenn jemand zehn Euro auf das ’wie’ gesetzt hätte, wäre er jetzt auf dem Weg in die Karibik mit einer Million Euro im Gepäck.“

Corriere della Sera“: „Borussia mit dem letzten Atemzug.“

„Tuttosport“: „Bis zum Schluss. Sensationeller Epilog im Westfalenstadion. Juve, glaub daran. Das, was Dortmund passiert ist, kann auch im Juventus-Stadion geschehen.“

Österreich

„Kurier“: „In Top-Form befanden sich gestern die Dortmund-Fans mit ihrer Choreografie vor Spielbeginn. Die Spieler machten es ihnen gleich und zogen mit einem 3:2 über Málaga ins Halbfinale ein. In einem Match, das absolut nichts für schwache Nerven war.“

Kronen Zeitung“: „An diesem Abend gingen die schwarz-gelben Stars mit ihrem Trainer Jürgen Klopp durch Himmel und Hölle. Ein Spiel für die Ewigkeit.“

„Standard“: „Die Brechstange rettete Dortmunds Fest.“

Österreich“: „Dortmund-Wunder in letzter Minute.“

Spanien

El País“: „Grausamer geht es nicht. Der BVB zerstört das große Werk des FC Málaga mit zwei Toren in der Nachspielzeit.“

El Mundo“: „Brutale Nachspielzeit: Es ist zum Weinen.“

„Marca“: „Der Fußball ist Málaga etwas schuldig. Zu einer solchen Ungerechtigkeit, wie sie den Andalusiern in Dortmund widerfuhr, fehlen die Worte. Ganz Spanien drängt sich der Eindruck auf, dass der UEFA-Boss Platini etwas gegen diesen Club hat.“

„As“: „Schiedsrichter Thompson wirft Málaga aus der Champions League hinaus. Der Schotte schenkt Dortmund den Sieg mit einem skandalösen Abseitstor.“

„El Sur“ (Málaga): „Raub in Dortmund: Málaga kontrollierte das Spiel und hätte den Sieg verdient gehabt. Aber durch ein klares Abseitstor scheidet das Team aus.“

„La Opinión de Málaga“: „Der Schiedsrichter macht dem Traum des FC Málaga ein Ende.“

Großbritannien

„The Sun“: „Eine magische Nacht für Klopp und sein Team.“ 

„The Daily Mirror“: „Borussia Dortmund ist wiederauferstanden von den Toten.“ 

Daily Mail“: „Die Dortmunder sind die gefeierten Stars von Europa, nachdem sie Málaga die Herzen gebrochen haben - in der dramatischsten Champions-League-Schlussphase seit DEM Spiel 1999. 

„The Independent“: „Jürgen-Klopp-Schock bei Dortmunds großartiger Rettung. Nach Borussia Dortmunds dramatischem Champions-League-Viertelfinalsieg war den Deutschen ganz schwindelig vom Erfolg.“ 

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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