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Überregional Fußball wird immer mehr zur Kopf-Sache
Sportbuzzer Fußball Überregional Fußball wird immer mehr zur Kopf-Sache
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07:09 06.11.2012
Von Heiko Rehberg
Reine Kopfsache: Der Hannoveraner Mame Diouf (l.) und der Augsburgs Ragnar Klavan kämpfen am 10. Bundesligaspieltag um den Ball. (Archiv) Quelle: dpa
Hannover

Horst Hrubesch, das „Kopfball-Ungeheuer“ vergangener Jahre mit der schönsten Torbeschreibung aller Zeiten („Manni Flanke, ich Kopf – Tor“), darf stolz sein: In deutschen Strafräumen geht es mittlerweile ungeheuerlich zu. 258 Tore sind bislang an den ersten zehn Spieltagen gefallen, fast sensationell anmutende 72 davon waren Kopfballtreffer – so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. Das macht eine Kopfballtrefferquote von 27,9 Prozent. Mehr als jedes vierte Tor in Bundesligaspielen ist damit eine Angelegenheit mit Köpfchen.

Ist das reiner Zufall, ein Phänomen, das auftaucht und wieder verschwindet? Danach sieht es nicht aus, denn in der Bundesliga setzt sich nur fort, was bei der Europameisterschaft im Sommer in Polen und der Ukraine begonnen hat.

In der Anfangsphase der EM-Endrunde lag der Anteil von Kopfbällen an der Gesamttrefferzahl sogar bei 40 Prozent. Bis zum Ende des Turniers sank er auf knapp 29 Prozent, doch durch David Silvas 1:0 im Finale für Spanien gegen Italien wurde ein Allzeitrekord von 22 Kopfballtoren erreicht. 1996, als Deutschland Europameister wurde und seinen bislang letzten Titel holte, waren es gerade einmal elf Treffer, die per Kopf fielen.

Es passt ins Bild, dass Bayern München, der souveräne Tabellenführer, auch über den erfolgreichsten Mann mit Köpfchen verfügt. Mario Mandzukic, der aus Wolfsburg gekommene Kroate, hat die Hälfte seiner acht Tore mit dem Kopf erzielt. Der Mainzer Szalai, der mit Mandzukic die Torjägerliste anführt, traf dreimal mit dem Kopf. Auch die anderen Spitzenteams haben einen erstklassigen Spieler für diese Spezialität: Schalke 04 mit Klaas Jan Huntelaar, Eintracht Frankfurt mit Alexander Meier, Bayer Leverkusen mit Stefan Kießling und Borussia Dortmund mit Robert Lewandowski.

Hannover 96 hat das Pech, dass sich mit Leon Andreasen der erfolgreichste Kopfballspieler verletzt hat. Mame Diouf, in der Luft ebenfalls herausragend, traf per Kopf bislang nur in der Europa League. Auch die Innenverteidiger Karim Haggui (ein Tor), Felipe (ein Tor) und Mario Eggimann, keiner kleiner als 1,89 Meter, hielten sich mit dem Kopf bislang zurück.

Fast schon vergessen: Für 96 stürmte mal ein Mann, den der Boulevard „Hubschrauber“ nannte, weil er bei Kopfbällen für die Verteidiger unerreichbar hoch stieg. Doch ausgerechnet im Trikot der „Roten“ war Vahid Hashemian ein Hubschrauber ohne Rotorblätter.

Wer nach Gründen dafür sucht, warum Kopfballtore plötzlich groß in Mode sind, wird schnell fündig. Während es im Strafraum am Boden eng wird, findet sich in der Luft noch öfter eine Lücke. Und weil viele Teams sich bei Standardsituationen verbessert haben, profitieren davon die Kopfballexperten. Eine große Rolle spielen zudem Flanken, bei denen es aber noch Nachholbedarf gibt. Wäre doch schön, wenn bei 96 nächsten Sonntag in Stuttgart Didier Ya Konan sagen könnte: „Steven Flanke, ich Kopf – Tor.“

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