Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Überregional Hiddink: Sieg gegen Deutschland wäre Traumergebnis
Sportbuzzer Fußball Überregional Hiddink: Sieg gegen Deutschland wäre Traumergebnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:31 06.10.2011
Für den türkischen Nationaltrainer Guus Hiddink wäre ein Sieg gegen die DFB-Elf ein Traumergebnis. Quelle: dpa
Anzeige
Istanbul

Für den türkischen Nationaltrainer Guus Hiddink wäre ein Sieg gegen Deutschland ein "Traumergebnis", und die Spieler loben sogar den verlorenen Sohn Mesut Özil: In der Türkei ist der Respekt vor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag in Istanbul riesig. "Deutschland ist ein gewaltiger Gegner. Drei Punkte wären ein Traumergebnis. Ein Punkt wäre auch schon sehr gut", sagte Hiddink auf einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Der Niederländer räumte Deutschland vor dem prestigeträchtigen Duell sogar gute Chancen auf den Europameistertitel ein. "Deutschland ist nicht nur in der Gruppe Favorit, sondern für die Endrunde", zitierte die türkische Zeitung "Habertürk" Hiddink in ihrer Online-Ausgabe. Deutschland sei sehr stark und gebe sich nicht leicht geschlagen. "Gegen so ein Team zu spielen ist nicht leicht." Allerdings muss das türkische Team gegen die "Panzer", wie die deutschen Nationalspieler traditionell bezeichnet werden, unbedingt punkten. Schließlich soll im Fernduell mit den Belgiern um Gruppenplatz zwei die Konkurrenz auf Distanz gehalten werden.

Anzeige

Nach dem Bestechungsskandal in der Süper Lig will der türkische Fußball zudem das Tal der Tränen hinter sich lassen. Die Medien sind dementsprechend angestachelt. "Der Vernichtungsplan", schrieb die Sportzeitung "Fanatik" einen Tag vor dem Spiel über eine mögliche Aufstellung. Besonders die Deutsch-Türken werden als Trumpfkarte gehandelt. Hamit Altintop habe "das Passwort rausgerückt", um den deutschen Code zu knacken, ergänzte das gleiche Blatt. "Bei uns werden sie erstmals eine Niederlage schmecken. Wir haben die Macht dazu", sagt der ehemalige Bundesliga-Profi Altintop (Real Madrid).

Das Spiel werde für die türkische Nationalmannschaft sicher ein schwieriger Test, meint die türkische Zeitung "Hürriyet". Fast beschwörend schreibt das Blatt: "Wir glauben, wir werden gewinnen." Trainer, Spieler und Medien setzen vor allem auf den Heimvorteil und hoffen, dass die türkischen Fans die mehr als 50.000 Zuschauer fassende, neue Arena im Norden Istanbuls in einen Hexenkessel verwandeln.

Neben Altintop stehen im türkischen Kader auch noch die Deutsch-Türken Ömer Toprak (Bayer Leverkusen), Mehmet Ekici (Werder Bremen), Tunay Torun (Hertha Berlin) und Gökhan Töre (Hamburger SV). Bei Toprak kämpft der türkische Verband aber noch um die Freigabe. Auf der anderen Seite wird mit Argusaugen jede Äußerung des türkischstämmigen Mesut Özil beobachtet. Wird er spielen? Wird er über ein Tor gegen die Türkei jubeln? Özil, der sich einst für Deutschland entschieden hat, fürchtet im Land seiner Väter die offene Anfeindung. Im Hinspiel in Berlin, das Deutschland 3:0 gewann, wurde er von den türkischen Fans ausgepfiffen. In einer türkischen Onlineumfrage meinen am Donnerstag 63 Prozent der Türken, Özil sei mehr Deutscher. 37 Prozent halten ihn noch für einen Türken.

Doch der Real-Star bekommt Unterstützung. "Wir sind als Türken stolz auf Özil. Er ist ein guter Kerl", sagte Nationalverteidiger Servet Cetin. Der Profi von Galatasaray Istanbul, glaubt an einen anderen Auftitt der Halbmond-Elf im Vergleich zum Hinspiel: "Die türkische Mannschaft wird viel kämpferischer sein und besser spielen."

dpa

Mehr zum Thema

Torjäger Miroslav Klose will vor der Fußball-Europameisterschaft im kommenden Sommer keine Entscheidung über einen möglichen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach dem Turnier treffen.

05.10.2011

Bundestrainer Löw will die personellen Experimente gegen die Türkei und Belgien begrenzen. Kroos muss für das Spiel in Istanbul wohl wegen Grippe passen. Pechvogel Reus soll endlich sein Debüt feiern - und der Dortmunder Gündogan für die DFB-Auswahl gesichert werden.

04.10.2011

Trotz einer Knöchelprellung soll Mesut Özils Einsatz im EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft am Freitag in der Türkei nicht gefährdet sein. Auch von den anderen 23 eingeladenen Profis hat Bundestrainer Joachim Löw bisher keine Absage bekommen.

03.10.2011