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Überregional Jubiläums-Spielzeit verspricht Spannung
Sportbuzzer Fußball Überregional Jubiläums-Spielzeit verspricht Spannung
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10:08 08.08.2012
Bayern München will mit dem neuen Sportdirektor Matthias Sammer zurück an die Spitze. In den ersten Wochen schwächen jedoch Verletzungen den Rekordmeister. Quelle: dpa
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Düsseldorf

Die Fußball-Bundesliga ist in die Jahre gekommen – und doch jung, modern und attraktiv. In der am 24. August beginnenden 50. Saison steht die deutsche Eliteliga bei den Fans so hoch im Kurs wie nie zuvor. Auch das bittere Halbfinal-Aus der deutschen Nationalelf gegen Italien bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat die Neugier auf das Sport-Premiumprodukt nicht gebremst.

Im Gegenteil: Bei den Dauerkarten steuern die 18 Vereine mit dem Verkauf von bereits fast einer halben Million Tickets erneut auf Rekordkurs. Und im Titelkampf erwarten nicht nur die Trainer ein besonders heißes Duell zwischen Titelverteidiger Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Der langjährige Platzhirsch ist nach zwei BVB-Titeln nacheinander endgültig zum Herausforderer mutiert und lässt nichts unversucht, dem Double-Gewinner der abgelaufenen Spielzeit die Meisterschale wieder abzujagen.

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Die „ewigen Zweiten“ der Vorsaison lechzen nach Pokalen und haben sich für die erfolgreiche Jagd auf den BVB im ehemaligen DFB-Sportdirektor Matthias Sammer äußerst prominente Verstärkung ins Bayern-Boot geholt. „Wir müssen die Scharte aus der Vorsaison jetzt auswetzen“, fordert Bayern-Präsident Uli Hoeneß unmissverständlich.

Doch die Vorzeichen stehen angesichts großer Verletzungsprobleme – Mario Gomez fällt wochenlang aus – schon jetzt nicht besonders gut. Auch wenn die Münchner mit der Verpflichtung von Stars wie Claudio Pizarro, Mario Mandzukic, Dante und dem Schweizer Nationalspieler Xherdan Shaqiri nochmals kräftig investierten, um den ohnehin starken Kader von Jupp Heynckes abzurunden. Der Trainer betont: „Wir müssen wieder die Siegermentalität finden.“

Doch selbst auf dem Transfermarkt war der BVB dem Rivalen eine Nasenlänge voraus. Die Westfalen sicherten sich die Dienste von Nationalspieler Marco Reus für 17,1 Millionen Euro, um den Abgang von Shinji Kagawa zu kompensieren. „Er ist unser Königstransfer“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Trotz der nationalen Erfolge bleibt Coach Jürgen Klopp seiner Linie treu und schiebt den Bayern im Titelkampf die Favoritenrolle zu. „Sie haben die besten Voraussetzungen, Meister zu werden.“ Immerhin legen die Überflieger der vergangenen Jahre ihre eigene Messlatte höher. Die Ziele sind klar formuliert: erneut einen Champions-League-Platz belegen und in der „Königsklasse“ diesmal die Gruppenphase überstehen.

Interessant wird wieder, wie sich die Aufsteiger verkaufen. Kann die Euphorie in Siege umgemünzt werden? Traditionsclub Fortuna Düsseldorf runderneuerte sein Team und kann zudem auf eine große Anhängerschaft bauen. Mit 31.000 verkauften Dauerkarten liegen die Rheinländer nach 15 Jahren Bundesliga-Abstinenz in dieser Wertung schon auf Platz vier hinter Dortmund (54.000), Schalke 04 (43.195) und München (38.000). Auch Erstliga-Debütant SpVgg Greuther Fürth mit Trainer Mike Büskens und Eintracht Frankfurt mit Armin Veh am Ruder sind sicher für die ein- oder andere Überraschung gut.

Bei den Investitionen der für neue Spieler wurden die Bayern (29,8 Millionen Euro) übertrumpft von Borussia Mönchengladbach, die für Granit Xhaka, Peniel Mlapa, Luuk de Jong, Alvaro Dominguez und Branimir Hrgota insgesamt 31,2 Millionen Euro hinblätterten. Denn schließlich will Trainer Lucien Favre mit seinem Team nicht nur in der Bundesliga vorn mitmischen, sondern auch auf der internationalen Bühne bestehen. Insgesamt gaben die 18 Vereine bislang rund 175 Millionen Euro auf dem Transfermarkt aus.

Zwar dürfen sich die Fans wieder auf neue Stars freuen, doch es gibt auch namhafte Abgänge. Allen voran kehrte Raúl zum Leidwesen der Schalker und vieler anderer Fans der Bundesliga den Rücken, um seine Karriere in Katar ausklingen zu lassen. Ob der einstige Weltstar Michael Ballack nach dem Auslaufen seines Vertrags in Leverkusen einen neuen Club findet, ist ungewiss. Lukas Podolski ist nach Kölns Abstieg und seinem Wechsel zum FC Arsenal ebenso nicht mehr hierzulande zu sehen wie die beiden Ex-Dortmunder Kagawa und Lucas Barrios.

Dafür kehrten der Ex-Hamburger Eljero Elia (von Turin zu Werder Bremen) und der zuletzt vom VfL Wolfsburg an Atletico Madrid ausgeliehene Diego in die Bundesliga zurück. Gänzlich ohne Erstliga-Erfahrung ist nur ein Coach: Markus Weinzierl betreut nach dem Abgang von Jos Luhukay den FC Augsburg in seinem zweiten Bundesligajahr, das immer als besonders schwer gilt.

dpa

05.08.2012