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Überregional Jupp Heynckes letzte Lücke
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08:40 02.06.2013
„Hoffentlich belohnen wir den Trainer“, sagte Kapitän Lahm. Quelle: dpa
München

Jupp Heynckes war für einen Moment irritiert. Der 68 Jahre alte Trainer des FC Bayern München schaute nach rechts. Und dann nach links. Aber er fand keinen Bildschirm, auf dem er die Impressionen vom DFB-Pokalgeschehen verfolgen konnte, die vor der Pressekonferenz im Berliner Olympiastadion zur Einstimmung eingespielt wurden. Gut, dass Philipp Lahm den Überblick behielt. Der Kapitän stupste seinen Trainer liebevoll von der Seite an und verwies auf den Monitor direkt vor ihnen.

Am heutigen Sonnabend sollen weitere Jubelszenen in die Video-Archive wandern. Für den Münchener Trainer ist das Pokalendspiel gegen den VfB Stuttgart (20 Uhr, live in der ARD) der letzte Auftritt auf der Bayern-Bank. Ernsthafte Gedanken über den letzten Arbeitstag habe er sich aber nicht gemacht. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich nicht damit beschäftigt habe, ob am Donnerstag das letzte Training an der Säbener Straße war oder dass gestern das letzte Training mit meiner Mannschaft in Berlin stattfand“, sagte Heynckes, der mit den Bayern in diesem Jahr schon die Champions League gewann und deutscher Meister wurde. „Diese Gedanken kommen sicher dann, wenn ich Zeit habe und ein bisschen Abstand bekomme. Im Urlaub.“

Im Moment seien die Gedanken noch bei der Mannschaft, bei der Vorbereitung auf das Pokalfinale. „Trainingsinhalt, den Gegner analysieren und studieren und ein Konzept entwickeln, wie wir das Spiel gewinnen können“, sagte Heynckes. Für ihn wäre es der erste Pokalerfolg in seiner langen Trainerlaufbahn. „Ich habe mal 1984 mit Borussia Mönchengladbach als Trainer im Endspiel gestanden und im Elfmeterschießen verloren“, erinnerte er sich. Gegner damals war übrigens der
FC Bayern. „Klar, dass ich persönlich den Pokalsieg erringen möchte.“

Der soll eine Megasaison krönen. „Hoffentlich belohnen wir uns und den Trainer“, sagte Kapitän Lahm. „Wir können etwas schaffen, das es noch nie in Deutschland gegeben hat. Wir wollen das Triple.“ Personell müssen die Münchener auf Dante und Luiz Gustavo verzichten, die vom brasilianischen Verband in die Heimat beordert wurden, um sich dort mit der Nationalmannschaft auf den Konföderationen-Pokal vorzubereiten, der am 15. Juni beginnt. „Ich habe selten Spieler gesehen, die so enttäuscht waren, die so um Fassung gerungen haben“, sagte Heynckes.

„Die Spieler haben das ganze Jahr auch für den Pokal gearbeitet und danach gelebt – und plötzlich sagt man ihnen: ,Nein, das geht nicht, du musst in dein Heimatland reisen, um an einem unwichtigen Vorbereitungsspiel teilzunehmen.‘ Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis. Das habe ich Felipe Scolari gesagt.“ Doch der brasilianische Nationaltrainer ließ sich nicht erweichen.

Wie Heynckes für seine beiden Spieler Partei ergriff, ist auch ein Beispiel für seinen Umgang mit der Mannschaft, ein Teil des Erfolgsgeheimnisses. „Der Trainer ist sehr menschlich“, sagte Lahm. „Es ist angenehm, unter ihm zu arbeiten. Er hat es geschafft, die Mannschaft zu formen. Dem Coach ist es gelungen, alle 24 Spieler bei Laune zu halten. Was bei uns nicht immer so einfach ist.“

Viel Lob für Heynckes, der die Impressionen am Monitor sichtlich genoss.

Einst saßen sie gemeinsam auf der Bank der deutschen Nationalmannschaft. Am Sonntag sind Jürgen Klinsmann und Joachim Löw Kontrahenten. Klinsmann freut sich, sieht die Partie jedoch nur als Schritt auf dem Weg zum eigentlichen Ziel - der WM-Qualifikation.

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