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Überregional Köln siegt sich langsam zum Klassenerhalt
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19:36 12.04.2015
Die Kölner Spieler um Miso Brecko (M) bedanken sich nach Spielende bei den Fans.  Quelle: dpa
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Köln

Der 1. FC Köln feiert, 1899 Hoffenheim trauert einer großen Chance hinterher. Das 2:3 (0:1) beim Aufsteiger hinterließ nicht nur bei Oliver Baumann einen bitteren Nachgeschmack. „Wir brauchen gar nicht über das internationale Geschäft zu reden“, schimpfte der 1899-Keeper. Für seine Abwehr hatte er kein gutes Wort übrig: „Mich ärgert es wahnsinnig, wie wir versucht haben, zu verteidigen. Vor dem Sechzehner waren wir nicht richtig auf Sendung.“

Die Abwehrmängel machten die Anstrengungen der Kraichgauer zunichte, auf den Europa-League-Platz zu rücken. Denn vor 45 000 Zuschauern, unter ihnen auch FC-Ikone Lukas Podolski, ließ Hoffenheim die Möglichkeit ungenutzt, sich auf Rang sechs zu hieven. „Das war sehr fraglich, was wir in der Defensive abgeliefert haben. Sehr schwach“, kommentierte Eugen Polanski.

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Die Kölner waren obenauf und ließen sich von ihren Fans lange feiern. Für Spielführer Matthias Lehmann war es aber „in einem Nervenkitzelspiel nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“. FC-Schlussmann Timo Horn sah es dezent anders: „Wir können Woche für Woche einen Riesenschritt zum Klassenverbleib machen.“ 33 Punkte sind eine sehr gute Ausgangslage.

Einen Tag nach dem 49. Geburtstag von Trainer Peter Stöger erzielten Lehmann selbst (20. Minute/Foulelfmeter), Anthony Ujah (54.) und Jonas Hector (78.) die FC-Treffer. Polanski (70./Foulelfmeter) und Anthony Modeste (88.) konnten jeweils nur auf 1:2 (70.) und 2:3 (88.) verkürzen.

Vor dem Polanski-Treffer sah FC-Mann Pawel Olkowski (Notbremse) Rot. In Unterzahl gelang den Kölnern dank des Hector-Alleingangs und großer Kampfkraft noch der verdiente Sieg. „Aus der Sache bin ich nicht mehr rausgekommen“, meinte Hector zu seinem Slalomlauf. Stöger locker: „Der Schuss war abgefälscht; das andere war okay.“

Es war ein sehenswertes Spiel mit gefährlichen Offensivaktionen. Schon nach 42 Sekunden landete Roberto Firminos Schuss am FC-Aluminium. Nur zwei Minuten später verfehlte der überzeugende Kölner Angreifer Yuya Osako knapp das Tor der Gäste. Der Japaner war wie sein Landsmann Kazuki Nagasawa neu in das Team gerückt - und war auch wenig später an der verdienten Führung beteiligt.

Nach einem Befreiungsschlag von Marcel Risse bekam 1899-Abwehrmann Ermin Bicakcic den Ball nicht unter Kontrolle und brachte Osako zu Fall. Schiedsrichter Peter Sippel entschied auf Elfmeter, den Lehmann glücklich durch Baumanns Beine verwandelte. „Kein Wort zum Elfmeter“, meinte Lehmann anschließend.

Auf der Südtribüne blieb wegen eines Fan-Teilausschlusses ein kompletter Block frei - die Anwesenden allerdings wurden bestens unterhalten. Gäste-Coach Markus Gisdol: „Wir hatten außergewöhnlich viele Torchancen - aber wir haben auch viele liegenlassen. Wir waren sehr nachlässig im Verteidigen.“ Zu Hectors zweitem Saisontreffer meinte der Schwabe: „Das war die gerechte Strafe.“

Die FC-Fans stimmten nach dem 2:0 „Kölle alaaf“ an und initiierten „La Ola“. Gisdol reagierte und brachte die Angreifer Modeste und Adam Szalai für Jin-Su Kim und Sven Schipplock (62.). Es half nichts; am Ende waren die elfte Saisonniederlage der Hoffenheimer und der achte Sieg des FC perfekt.