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Überregional „Wir lassen uns nicht einschüchtern“
Sportbuzzer Fußball Überregional „Wir lassen uns nicht einschüchtern“
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00:15 19.11.2015
Schickt seine Elf in Hannover auf das Feld: Bundestrainer Joachim Löw. Quelle: dpa
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Warum hat sich der DFB für eine Austragung entschieden?

„Die Botschaft ist klar: Wir lassen uns nicht vom Terror einschüchtern“, sagt DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball, „der Respekt für diese Demonstration der Solidarität mit den Opfern und dem gesamten französischen Volk gebührt Bundestrainer Joachim Löw und jedem einzelnen Spieler.“ Teammanager Oliver Bierhoff: „Das gesamte Team ist immer noch stark betroffen. Dennoch wissen alle, dass es wichtig ist, ein Zeichen zu setzen und sich für unsere Werte und Kultur einzusetzen.“

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Wann trifft sich die Nationalmannschaft?

Nach den Ereignissen in Paris hatten die deutschen Fußballer frei bekommen, um die Geschehnisse verarbeiten zu können. Sie sollten „durchatmen und bei ihren Liebsten sein“ (Bierhoff). Die Mannschaft wird sich bis heute Abend wieder versammelt haben – in Barsinghausen, wo sie im Sporthotel Fuchsbachtal Quartier bezieht. Löw reduziert den Kader auf 18 Akteure. Jérôme Boateng und Jonas Hector fehlen angeschlagen, neben Torwart Manuel Neuer erhalten auch Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski eine Pause. Schalkes Leroy Sané spielt wie vereinbart in der U21-Auswahl gegen Österreich.

Wie reagiert die Politik?

Die Regierung unterstützt die Austragung des Spiels. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in der Arena in Hannover erwartet, ebenso wie das gesamte Kabinett.

Welche Sicherheitsmaßnahmen werden getroffen?

Der DFB überarbeitet das Sicherheitskonzept. Das bestätigte der Sicherheitsbeauftragte des Verbands, Hendrik Große Lefert. „Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen in Absprache mit den Behörden ganz genau überprüfen und anpassen. Das ist ein schmaler Grat, und man muss für die Gefahren eine große Sensibilität haben. Aber wir werden ein Zeichen geben, dass sich die Zuschauer im Stadion sicher fühlen können.“

Wie wird der Opfer von Paris gedacht?

Für alle anstehenden Länderspiele wurden Schweigeminuten und Trauerflor für alle Spieler angeordnet.

Wie verarbeitet die deutsche Mannschaft die Geschehnisse?

„Wir haben ein Fußballspiel verloren – und es gibt nichts, was in diesem Moment unwichtiger war“, schrieben die Spieler: „Es war ein dumpfer Knall, der alles verändert hat. Und der die Bilder gebracht hat, die uns noch lange begleiten werden.“ Nach dem Spiel in der Kabine sei die Stimmung „beklemmend“ gewesen, erzählt Bierhoff. Es habe „große Unsicherheit und große Angst“ dominiert, „man hat gemerkt, wie geschockt die Spieler sind“. Daran dürfte sich in den vergangenen 48 Stunden wenig geändert haben.

Was sagen die Niederländer?

„Wir finden die Entscheidung gut und freuen uns auf das Spiel, auch wenn Freude angesichts der schrecklichen Ereignisse von Paris im Moment sicher der falsche Ausdruck ist“, sagt ein Sprecher des Verbands. Das Oranje-Lager hatte dem DFB bei seiner Entscheidung alle Freiheiten gelassen. „Wir bekommen es über die Medien mit, aber diese Jungs haben es in Wirklichkeit erlebt“, sagt Schalkes Klaas-Jan Huntelaar.

Was bedeuten die Anschläge in Paris für die EM 2016 in Frankreich?

Eine Absage der Europameisterschaft vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in neun französischen Städten ist für den europäischen Fußballverband Uefa keine Option. „Wenn man die EM jetzt infrage stellt, würde man sich den Regeln der Terroristen beugen“, sagt auch Jacques Lambert. Der Turnier-Chef weiter: „Wir werden die notwendigen Entscheidungen treffen, damit die EM 2016 mit den bestmöglichen Sicherheitsmaßnahmen stattfinden wird.“  

Von Eric Zimmer  

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