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Überregional Löw-Elf ist reif für die Spanier
Sportbuzzer Fußball Überregional Löw-Elf ist reif für die Spanier
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08:50 11.10.2011
Bundestrainer Jogi Löw blickt optimistisch auf die EM 2012. Sogar Spanien sei mit der aktuellen Mannschaft zu schlagen. Quelle: dpa
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Hannover

Das wäre eine neue Qualifikations-Bestmarke für den Deutschen Fußball-Bund. Und würde eindrucksvoll untermauern, was sich ohnehin längst nicht mehr abstreiten lässt: Bei der EM in Polen und der Ukraine startet die deutsche Mannschaft als Topfavorit neben Titelverteidiger und Weltmeister Spanien.

Die Bemühungen, sich irgendwie aus dieser Favoritenrolle zu befreien, fallen längst nur noch schüchtern aus. Oliver Bierhoff, der Teammanager, hat einen letzten Versuch gestartet, als er darauf hinwies, der EM-Titel werde kein „Selbstläufer“ und er das Halbfinale zur Minimalvorgabe für das Turnier im kommenden Sommer erklärte: „Unter die ersten vier zu kommen, das sollte auch das Ziel bei der Europameisterschaft sein“, sagte Bierhoff. Die Spieler sind da längst selbstbewusster. „Wir sprechen nicht über den Titel“, sagte Torwart Manuel Neuer, „wir wollen ihn haben.“ Es sei klar, „dass wir sehr nah dran und reif für den Titel sind“.

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Was nicht nur an den Ergebnissen in der Qualifikation abzulesen ist. Seit fünf Jahren hat die deutsche Nationalelf fast jeden geschlagen, der im Weltfußball einen großen Namen hat: England (4:1), Argentinien (4:0), Brasilien (3:2) – und sie hat dabei spielerisch nicht nur die eigenen Anhänger zum Raunen und Staunen gebracht. Während die deutschen Fußballfans vor gut fünf Jahren noch tief in ihrem Gedächtnis kramen mussten, um sich an einen Sieg gegen einen Großen des Weltfußballs zu erinnern, lautet die Frage nun mittlerweile: Wie lange hat die deutsche Elf – von Spanien mal abgesehen – solche Spiele nicht mehr verloren? In der Tat liegt die letzte Niederlage gegen einen namhaften Gegner bereits einige Zeit zurück: Im November 2008 war das, der Gegner in Berlin hieß England, und eine auffallend lustlose deutsche Elf verlor das Testspiel mit 1:2.

Die jüngsten Leistungen aber haben nicht nur bei den Anhängern den Glauben an die Überlegenheit der deutschen Elf bestärkt und darin, dass dieses Team derzeit nur dann zu schlagen ist, wenn es einen sehr schlechten Tag erwischt und der Gegner obendrein einen sehr guten. Spanien, so scheint es, ist auf dem Weg zum ersehnten ersten Titel seit 1996 die letzte verbliebene Referenzgröße.

Auch der Bundestrainer, ohnehin kein Freund übertriebener Defensivarbeit, gibt sich mutig. „Bei der EM wollen wir angreifen“, sagte Löw vor dem Spiel am Dienstag gegen die Belgier. Der Bundestrainer ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft im Vergleich zum amtierenden Welt- und Europameister aufgeholt habe. Man könne Spanien – Endstation im EM-Finale 2008 und im WM-Halbfinale 2010 – nun schlagen, meinte Löw: „Im Moment haben wir die Qualität.“

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