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Überregional Löw will gegen Franzosen experimentieren
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13:49 26.02.2012
Joachim Löw will den EM-Pokal wieder nach Deutschland holen. Quelle: dpa
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Bremen

Nach über drei Monaten bekommen die deutschen Fußballfans endlich wieder einmal Mesut Özil und Co. zu Gesicht. Der Länderspiel-Auftakt 2012 in Bremen wird für Joachim Löw und seine EM-Mitfavoriten allerdings zu einem absoluten Kurztest ohne größere Bedeutung. Erst am Montagmittag versammelt der Bundestrainer sein 22-köpfiges Aufgebot, nachdem für 14 der eingeladenen Akteure am Sonntag noch Aufgaben mit ihren Clubs anstanden.

„Das Spiel geht nicht über den normalen Stellenwert hinaus, betonte Löw, obwohl die Partie am Mittwoch gegen Ex-Weltmeister Frankreich schon der letzte Test vor seiner EM-Kadernominierung Anfang Mai ist. Schlussfolgerungen aus der Freundschaftspartie in Bremen gegen wiedererstarkte Franzosen lässt der Bundestrainer schon im Vorfeld nicht zu. „Das Spiel kann man nutzen, um noch einmal ein paar Dinge zu machen auf der einen oder anderen Position“, kündigte Löw für den Verlauf des Spiels einige Experimente an.

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Mit bewährtem Personal, also auch den formschwachen Cacau (Stuttgart), Simon Rolfes (Leverkusen) oder Christian Träsch (Wolfsburg) möchte Löw dort anknüpfen, wo das Team Mitte November bei der 3:0-Gala gegen den EM-Vorrundengegner Niederlande aufgehört hatte. „Wir wollen uns die Leichtigkeit erhalten. Daran soll unser Spiel zu erkennen sein“, erklärte der DFB-Chefcoach.

„Wir wollen den Pokal wieder nach Deutschland holen“

Die Grundlagen für eine nach 16 Jahren endlich wieder erfolgreiche EM-Mission sieht Löw spätestens nach dem Durchmarsch in der Qualifikation und den spektakulären Siegen gegen Brasilen und Holland gelegt. „Wir wollen den Pokal wieder nach Deutschland holen“, unterstrich Teammanager Oliver Bierhoff am Wochenende nochmals beim Amateurfußball-Kongress des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Kassel. „Andreas Köpke und ich können es nicht mehr hören, dass wir die Letzten waren, die einen Pokal gewonnen haben“. Im EM-Endspiel 1996 gegen Tschechien hatte er das Golden Goal erzielt.

Für UEFA-Präsident Michel Platini ist Deutschland „derzeit das beste Team Europas, sehr jung, sehr kreativ“: „Ihr seid die großen Favoriten für die Europameisterschaft, zusammen mit Spanien“, sagte der frühere französische Weltklasse-Spieler in einem Interview der „Welt am Sonntag“. Die EM startet 100 Tage nach dem Frankreich-Test.

„Klar, es geht darum, noch mal ein paar Tage zusammen zu sein, ein paar Dinge anzusprechen und den Spielern zu vermitteln, was wir von ihnen in den nächsten Monaten erwarten. Einige Automatismen ablaufen zu lassen, ist auch noch einmal gut“, beschrieb Löw die Inhalte der 60-stündigen Zusammenkunft in Bremen.

„Aber das Spiel gegen die Franzosen hat nicht die allerhöchste Stufe der Wichtigkeit“, schloss der Bundestrainer an und verwies auf das 0:1 gegen Argentinien vor der WM 2010: „Da waren wir auch nicht so eingespielt, aber das spielt im Mai keine Rolle mehr. Die drei, vier Wochen Vorbereitung sind wichtig.“

Klose und Khedira sind wieder fit

Auf dem Platz wird Löw vor dem 24. Duell gegen den Nachbarn Frankreich - sieben Partien wurden gewonnen, zehn verloren - nur ein einziges Mal beim Abschlusstraining am Dienstag intensiv proben können. Denn für den Großteil der Spieler steht am Montag nach den Liga-Belastungen erst einmal nur Regeneration an.

Am Sonntag gab es zunächst keine negativen Nachrichten, auch der bei Lazio Rom zuletzt verletzt fehlende Miroslav Klose wollte in Bremen anreisen. Sami Khedira übermittelte nach längerer Zwangspause und Wiedereinstieg bei Real Madrid dem DFB: „Ich fühle mich fit.“

So wird Löw nach den Ausfällen der Stammkräfte Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski und Per Mertesacker sowie Shootingstar Mario Götze in Bremen wohl zunächst seine derzeit stärkste Elf auflaufen lassen mit der zentralen Achse Holger Badstuber und Mats Hummels; Khedira und Toni Kroos sowie Zauberfuß Özil.

Später will Löw „möglicherweise ein paar Wechsel vornehmen“. So empfahl sich Leverkusens Lars Bender, der erstmals gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Sven (Dortmund) im Kader steht, mit den zwei entscheidenden Toren beim 2:0 von Bayer im Derby gegen Köln. 

dpa

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