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Überregional Luca Toni in Rom schon wieder auf dem Abstellgleis
Sportbuzzer Fußball Überregional Luca Toni in Rom schon wieder auf dem Abstellgleis
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18:55 26.04.2010
Luca Toni Quelle: afp
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Doppelter Rückschlag für Luca Toni. Im Meisterschafts- Duell mit Titelverteidiger Inter Mailand (73 Punkte) hat sein AS Rom (71) drei Spieltage vor Saisonende durch die 1:2-Heimpleite gegen Sampdoria Genua die Tabellenführung verspielt. Der Titel ist in Gefahr und die eigene Zukunft plötzlich ungewiss. Denn die Römer scheinen den vom FC Bayern München ausgeliehenen Fußball-Profi gar nicht mehr zu wollen. „Er ist wieder auf dem Markt“, titelte die „Gazzetta dello Sport“.

Eine Rückkehr zu den Bayern erscheint aber unwahrscheinlich: „Wenn Van Gaal bleibt, werde ich schwerlich bleiben“, meinte Toni am Montag in Mailand. Da er zu den Bayern aber ein sehr gutes Verhältnis habe, sei er sicher, dass man sich „zum Besten für alle“ einigen werde. Erstmal wolle er sich jedoch auf die letzten drei Spiele mit dem AS Rom konzentrieren.

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Seit Kapitän Francesco Totti wieder fit ist, sinkt der Stern des Weltmeisters von 2006 in der Ewigen Stadt. Toni droht wieder die Reservistenrolle, sein Comeback in der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika rückt in weite Ferne. Aber noch gibt er nicht auf: „Ich hoffe, ich fahre mit. Der Nationaltrainer kennt mich. Die WM wäre ein Traum“, sagte Toni

Den Römern sei der Mittelstürmer zu alt, zu teuer und zu fordernd, berichtete „La Gazzetta“. Statt den bald 33-Jährigen zum Saisonende wie zunächst geplant endgültig zu verpflichten, suche Rom nun einen jüngeren Stürmer, der nicht so viel koste und auch mal ein paar Spiele als Ersatzmann akzeptiere.

Der Grund für die abgekühlte Begeisterung für Toni: Die mit so vielen Vorschusslorbeeren bedachte Kombination Totti-Toni funktioniere nicht. Und da Roms Urgestein Totti nicht zur Disposition stehe, müsse Toni gehen. „Da muss ich schon lachen: Erst waren wir wie geschaffen füreinander, jetzt sagen sie das Gegenteil“, kommentierte Toni die Meldungen aus Rom.

Vor dem Spiel gegen Genua hatte das „To-To“- Gespann in 166 gemeinsam gespielten Minuten aber tatsächlich kein einziges Tor erzielt. Roms Trainer Claudio Ranieri ließ Toni deshalb in den vergangenen beiden Spielen erstmal auf der Bank. Auch gegen Genua kam der Angreifer erst in der 67. Minute und fand anschließend keine echte Bindung zum Spiel. Von Italiens Sportzeitungen hagelte es am Montag schlechte Noten. Für die „Gazzetta“ gehörte er gar zu den schwächsten Römern, Totti dagegen sei der beste gewesen.

In der 14. Minute hatte Totti die Gastgeber in Führung gebracht. Giampaolo Pazzini riss die Römer aber dann mit seinen Toren (7./40.) aus allen Titelträumen. „Wir müssen uns wieder erheben und die restlichen drei Spiele gewinnen“, forderte Trainer Claudio Ranieri. Aber der ehemalige Juve-Coach macht sich keine Illusionen: „Jetzt hängen wir von Inter ab.“

Und die Mailänder gaben sich beim 3:1-Sieg gegen Atalanta Bergamo am Wochenende keine Blöße. Das Restprogramm ist für beide Teams ähnlich schwer. Vielleicht aber werden die Mailänder durch die Champions League ja doch noch abgelenkt, hoffen die Tifosi in Rom. Ein Erfolg im Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend beim FC Barcelona und ein Einzug ins Finale könnte Inter aber auch noch mehr Selbstvertrauen geben. Inter peilt in diesem Jahr das Triple an.

dpa