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Überregional Mainz tanzt, singt und lacht - Rekord kein Thema
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11:06 03.10.2010
Quelle: dpa
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Der Trainer auf dem Zaun, die Mannschaft wie im Rausch und ganz Mainz außer Rand und Band: Die „Bruchwegbande“ mischt weiter die Fußball-Bundesliga auf und ist nur noch einen Sieg von einer historischen Bestmarke entfernt. Auch im siebten Spiel blieben die Mainzer dank Fußball-Zwerg Lewis Holtby am Samstag ohne Punktverlust und stellten mit dem 4:2 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim zumindest schon einmal den Rekord des FC Bayern München (1995/1996) und des 1. FC Kaiserslautern (2001/2002) ein. „Das ist der Wahnsinn hier, ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Matchwinner Holtby nach der nächsten stimmungsvollen Fußball-Party am Mainzer Bruchweg.

Der Mittelfeldwirbler trumpfte vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw ganz groß auf und brachte selbst den bei den Kommentaren zu einzelnen Spieler meist eher zurückhaltenden Nationalcoach ins Schwärmen. „Ich denke, wenn man das erste Tor sieht, wie er das vorbereitet, das ist schon absolut klasse und das Eintrittsgeld eigentlich alleine wert“, sagte Löw bei „Liga total“.

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Zwar fehlt Holtby noch im Aufgebot für die beiden nun anstehenden EM-Qualifikationsduelle mit der Türkei und in Kasachstan, danach dürfte die Zeit für den nur 1,67 Meter großen Techniker aber gekommen sein. Für das Länderspiel gegen Schweden im November hat Löw Holtby ebenso auf dem Zettel wie dessen Teamkollegen André Schürrle. „Der Zeitpunkt für sie kommt - beide sind hoch talentiert“, sagte der Bundestrainer.

Mainz gegen Hoffenheim - in der Vergangenheit hätte der Hüter über Deutschlands beste Fußballer wohl einen Bogen um eine solche Partie gemacht. Doch am siebten Spieltag trafen sich beide Mannschaften zum Spitzenspiel und enttäuschten die Erwartungen von Löw und den 20 100 Zuschauern nicht. Sechs Treffer, Torchancen in Hülle und Fülle, großes Tempo und ein technisch-taktisch hohes Niveau. Die Begegnung in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt erfüllte alle Erwartungen.

Was auch an den Hoffenheimern lag, die den Mainzer Himmelsstürmern alles abverlangten. „Das war unser schwerstes Saisonspiel bislang, es war sehr kompliziert“, sagte FSV-Coach Thomas Tuchel. Doch wieder einmal war es dem Senkrechtstarter der deutschen Trainergilde gelungen, mit einer taktischen Umstellung das Spiel in erfolgreiche Bahnen zu lenken.

Nachdem die 05er im ersten Durchgang nicht wie gewohnt ins Spiel gefunden hatten und das 1:1 zur Pause durch Treffer von Sami Allagui (2. Minute) und Demba Ba (41.) aus Sicht des Spitzenreiters sogar eher glücklich war, stellte Tuchel in der Pause im Mittelfeld auf ein System mit Raute um, in dem Holtby auf der Spielmacherposition den Takt vorgab.

Fortan nahm der Mainzer Fußball-Express Schwung auf und steuerte unbeirrt auf den siebten Sieg in Serie zu. Adam Szalai (47.), Holtby (59.) und Schürrle (79., Foulelfmeter) trafen für die Hausherren, Gylfi Sigurdsson (64.) gelang noch einmal der Anschlusstreffer für die nie aufsteckenden Kraichgauer, die zudem noch Josip Simunic wegen Roter Karte nach einer Notbremse verloren (79.).

„Die spielst hier nicht nur gegen Mainz, sondern auch gegen deren Lauf“, brachte es Hoffenheims Manager Ernst Tanner nach dem Spiel in den Katakomben auf den Punkt. Draußen im Stadion herrschte zu diesem Zeitpunkt noch der Ausnahmezustand. „Wir sind Spitzenreiter“, schrie Tuchel auf dem Zaun stehend ins Megafon und brachte die Stimmung bei den ausgelassenen Mainzer Anhängern damit zum Überkochen.

Während des Spiels hatten sich die FSV-Fans noch von ihrer humorvollen Seite gezeigt. „Nie mehr 2. Liga“, hallte es durch den Bruchweg, als der siebte Sieg im siebten Spiel kurz vor Schluss feststand. Wie ein Absteiger spielen die Mainzer in der Tat nicht.

dpa

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