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Überregional Mainz wieder Spitzenreiter - Stuttgart gewinnt
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19:48 24.10.2010
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Dank Joker Andreas Ivanschitz sind die Himmelsstürmer des FSV Mainz 05 an die Spitze der Fußball-Bundesliga zurückgekehrt. Ausgerechnet auf Vorarbeit des künftigen Bayer-Profis André Schürrle sorgte der Österreicher in der 70. Minute für das 1:0 (0:0) bei Leverkusen. Mit dem achten Sieg im neunten Saisonspiel zogen die Mainzer am Sonntag wieder an Borussia Dortmund vorbei. Die Leverkusener verpassten durch die erste Niederlage seit Ende August vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena hingegen den Anschluss an die ersten beiden Plätze.

Nach feinem Pass von Sami Allagui auf den Flügel legte Schürrle nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mustergültig für Ivanschitz quer, der ebenfalls kurz zuvor aufs Feld gekommen war. „Natürlich hätte ich in meinem neuen Zuhause gerne von Anfang an gespielt“, sagte Schürrle, der zur kommenden Saison für knapp zehn Millionen Euro nach Leverkusen wechselt. „Ich wollte der Mannschaft helfen und das hat super geklappt.“

Mainz war die Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen den Hamburger SV in der Vorwoche (0:1) zunächst allerdings noch deutlich anzumerken. Mit den drei defensiv eingestellten Mittelfeldspielern Simon Rolfes, Arturo Vidal und Lars Bender konnte Bayer früh den Angriffsdrang der Gäste stören. Ohne Abwehrchef Sami Hyypiä, der mit einem Außenbandriss im Fuß mehrere Wochen ausfällt, setzte die Werkself ihrerseits Akzente. Ein Kopfball des Schweizer Stürmers Eren Derdiyok (21.) aus elf Metern strich nur wenige Zentimeter am Pfosten vorbei. „Wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen und hatten viele Fehler im Aufbau“, bemängelte Schürrle.

Nach einer Großchance von Adam Szalai (24.), der den Ball über das Tor von René Adler lupfte, wachten die Gäste aus ihrer Lethargie auf, so dass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Beide Teams konnten jedoch bis zur Halbzeit nicht unter Beweis stellen, warum sie vor der Partie mit jeweils 18 Treffern die zweitbesten Angriffe der Liga stellten. Zunächst hatte der Mainzer Keeper Christian Wetklo keine Mühe mit einem Derdiyok-Distanzschuss (35.). Nur eine Minute später wehrte auf der anderen Seite Nationaltorwart Adler einen Kopfball von Szalai aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex ab.

Nach der Pause zollten die Leverkusener, die drei Tage zuvor in der Europa League bei Aris Saloniki (0:0) zahlreiche Stammspieler geschont hatten, ihrem hohen läuferischen Aufwand Tribut. Zwar blieb der Mainzer Jungstar Lewis Holtby beim überzeugenden Vidal weitgehend abgemeldet. Erneut war es aber Szalai, der das Bayer-Tor in Gefahr brachte. Den Flachschuss des Ungarn lenkte Adler in größter Not zur Ecke (55.). Wenig später versuchte Marco Caligiuri, aus aussichtsreicher Position einen Querpass statt selbst abzuschließen.

In der 68. Minute bewies Tuchel erneut sein „Goldenes Händchen“ und wechselte Ivanschitz sowie Schürrle ein. Nur zwei Minuten später sorgte das Duo für unbändigen Jubel der Gäste-Fans. Sidney Sam traf für Bayer in der 80. Minute mit einer Direktabnahme nur die Latte. Am nächsten Sonntag empfängt Mainz, das am Mittwoch im DFB-Pokal bei Alemannia Aachen antritt, den BVB als Spitzenreiter zum Liga- Gipfeltreffen. „Es wird eine ganz wichtige Woche“, betonte Schürrle.

VfB verlässt Abstiegsränge - 2:0 gegen St. Pauli

Der VfB Stuttgart hat einen großen Schritt aus seiner sportlichen Misere gemacht. Durch den glücklichen 2:0 (1:0)- Sieg gegen den FC St. Pauli sprang der Fußball-Bundesligist in der Tabelle vom letzten auf den 14. Platz, blieb zum ersten Mal in dieser Saison drei Pflichtspiele nacheinander ungeschlagen und setzte den Aufwärtstrend unter seinem neuen Trainer Jens Keller fort. Die VfB- Treffer erzielten Georg Niedermeier in der 19. Minute und Zdravko Kuzmanovic (79.).

Um seiner größten Sorgen ledig zu sein, spielte der VfB allerdings auch am Sonntagabend zu schwach. St. Pauli hatte vor 40 000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes Benz Arena die deutlich besseren Torchancen. Für bisher so auswärtsstarken Hamburger bleibt Stuttgart ein schlechtes Pflaster mit nur einem Punkt in acht Partien. Sie rutschten auf Rang zehn ab.

Auch nach der frühen Führung legten die Gastgeber ihre Verunsicherung nicht ab. Viele Stuttgarter Fehlpässe ermöglichten den spielerisch stärkeren Hamburgern in einer ansehnlichen Partie Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt wurden. Vor dem Spiel hatte VfB-Präsident Erwin Staudt eingeräumt, dass die Personalpolitik vor dieser Saison nicht glücklich gewesen ist. „Ein paar Fehleinkäufe waren sicherlich dabei“, sagte der 62-Jährige dem Magazin „Focus“. „Dies versuchen wir nun zu verbessern“.

VfB-Trainer Jens Keller hatte seine Anfangself im Vergleich zum 1:0 in der Europa League gegen Getafe auf drei Positionen verändert. Überraschend stürmte Pawel Pogrebnjak anstelle des Donnerstags- Torschützen Ciprian Marica. „Das Spiel hat sehr viel Kraft gekostet. Ich wollte einen frischen Mann bringen“, begründete Keller am „Sky“- Mikrofon seinen Wechsel. Christian Genter begann im Mittelfeld für Mauro Camoranesi, Serdar Tasci kam in der Innenverteidigung für Khalid Boulahrouz. St. Pauli spielte unverändert in Bestbesetzung.

Die Gäste erwischten den besseren Start, der VfB bot in der Anfangsphase viele Fehlpässe. In der ersten Viertelstunde zeigten die Hamburger alles, was Stuttgart in dieser Saison bisher so oft fehlte:
Selbstvertrauen, Mut und ein geschlossenes Team. Fast aus dem Nichts fiel dann die Führung der Gastgeber: Nach einer Ecke von Timo Gebhart stieg Niedermeier höher als zwei gegnerische Abwehrspieler und köpfte zum 1:0 ein.

Die Führung gab den Schwaben zwar mehr Schwung, aber längst keine Sicherheit. Zusammenhängende Offensivaktionen waren Mangelware, Gefahr gab es nur durch einen Weitschuss von Zdravko Kuzmanovic (22.). Auf der Gegenseite zeigte VfB-Schlussmann Sven Ulreich einen glänzenden Reflex beim Schuss von Matthias Lehmann (23.) und hatte Glück beim Lattenknaller von Carlos Zambrano (31.).

Auch in der zweiten Hälfte blieb St. Pauli am Drücker und hatte durch Marius Ebbers (48.) und Max Kruse (54.), bei dessen Schuss Tasci artistisch auf der auf der Torlinie klärte, die Chance zum hochverdienten Ausgleich. Stuttgart begnügte sich damit, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Einen der wenigen Konter verwertete der kampfstarke Kuzmanovic nach Vorarbeit des eingewechselten Marica eiskalt zur Entscheidung.

dpa

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