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Überregional ManCity schnuppert Höhenluft - Tevez will weg
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13:55 12.12.2010
Carlos Tevez will Manchester City verlassen. Quelle: dpa
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Und Geld schießt doch Tore. Das für rund 400 Millionen Euro zusammengekaufte Starensemble von Manchester City mit dem deutschen Nationalverteidiger Jerome Boateng hat sich mit einem überzeugenden 3:1 bei Schlusslicht West Ham United in die Spitzengruppe von Englands Premier League geschossen.

Während die „Citizens“ ihre Titelambitionen auf dem Platz unterstrichen, machte der Club seinem Spitznamen „FC Seifenoper“ („Sunday Times“) außerhalb des Rasens alle Ehre: Kapitän Carlos Tevez, im Dauerclinch mit Trainer Roberto Mancini, von Heimweh geplagt und gegen West Ham gesperrt, reichte ein schriftliches Wechselgesuch für Januar ein.

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Der Club reagierte am Sonntagmorgen prompt, bestätigte den Eingang „mit Enttäuschung“ und lehnte ab. Das Gesuch sei eine „unglückliche und unwillkommene Ablenkung“, hieß es in der Stellungnahme. Der 26- jährige Argentinier habe noch dreieinhalb Jahre seines Fünfjahresvertrags zu erfüllen und sei Citys bestbezahlter Spieler. „Wir alle haben in der Vergangenheit großes Verständnis für Carlos’ persönliche Umstände gezeigt, einschließlich der Tatsache, dass seine Familie in Übersee lebt, und werden das weiterhin tun“, teilte der Club mit.

Dabei gewann ManCity erstmals in der Saison auch ohne seinen Kapitän, Torjäger und Glücksbringer. Zwei fulminante Treffer eines glänzend aufgelegten Yaya Touré (30./74. Minute) und ein Tor von Adam Johnson (81.) sicherten im Stadion „Upton Par“ den Sieg. James Tomkins erzielte den Ehrentreffer (89.) für den Club des dauerverletzten Thomas Hitzlsperger. „Das riecht nach Teamgeist“, stellte das Boulevardblatt „News of the World“ überrascht fest.

Co-Trainer Brian Kidd verglich Mancini, der direkt nach dem Spiel aus familiären Gründen nach Italien fliegen musste, mit Manchester- United-Trainerlegende Sir Alex Ferguson („Die gleiche Leidenschaft, der gleiche Siegeswille“). Der Weg zur Meisterschaft - der ersten in 42 Jahren - sei für ManCity aber noch weit. „Wir müssen gut spielen, auch unschön gewinnen und riesiges Glück haben.“

Das fehlte erneut Rekordmeister FC Liverpool, der in Newcastle mit 1:3 verlor und damit dessen neuem Trainer Alan Pardew einen Einstand nach Maß bescherte. Aus den letzten fünf Begegnungen holten die „Reds“ nur sechs Punkte. „Ich bin sehr enttäuscht und ziemlich sauer, dass wir hier keinen besseren Auftritt hinlegen konnten“, sagte der ratlos wirkende Liverpool-Trainer Roy Hodgson.

dpa