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Überregional „Das einzige verbliebene Spiel, das zählt“
Sportbuzzer Fußball Überregional „Das einzige verbliebene Spiel, das zählt“
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09:24 01.04.2014
Von Christian Purbs
Foto: Kann es kaum erwarten: Ein Fan vor dem Viertelfinal-Hinspiel zwischen Manchester United und dem FC Bayern München in der Champions League.
Kann es kaum erwarten: Ein Fan vor dem Viertelfinal-Hinspiel zwischen Manchester United und dem FC Bayern München in der Champions League. Quelle: dpa
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Manchester

Vielleicht war es ja ein Zeichen dafür, dass nun doch alles besser wird bei Manchester United. Im Heimspiel der Premier League am Sonnabend waren die Gäste von Aston Villa früh in Führung gegangen, und mit dem Gegentreffer setzte bei den United-Fans wieder das Gemurmel der Unzufriedenen ein.

Laut war es auch schon kurz zuvor geworden, als ein Flugzeug über das altehrwürdige Stadion Old Trafford geflogen war, das einige United-Anhänger gechartert hatten. Im Schlepptau zog es ein Banner mit der Aufschrift „Der Falsche – Moyes raus“ über die Arena in Anlehnung an ein Plakat im Stadion, das den Manchester-Trainer David Moyes neben den Worten „Der Auserwählte“ zeigt. Die meisten Stadionbesucher quittierten die Aktion allerdings mit Buhrufen, ein paar Minuten später erzielte Wayne Rooney den Ausgleich, am Ende siegte United mit 4:1.

So ganz kehrt der Glaube an die alte Stärke jedoch nicht zurück, dafür hat der englische Rekordmeister in dieser Saison schon zu viel Vertrauen bei seinen Anhängern verloren. Und viel zu oft einfach schlecht gespielt. Besonders die beiden deutlichen 0:3-Heimpleiten gegen den ungeliebten Nachbarn Manchester City und den Erzrivalen FC Liverpool schmerzen. Dass Manchester nun ausgerechnet vor dem heutigen Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern (nicht im frei empfangbaren Fernsehen), dem „einzigen noch verbliebenen Spiel, das zählt“, wie die englische Zeitung „Independent“ schrieb, wieder zu alter Stärke findet, ist dann doch unwahrscheinlich.

17 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter FC Liverpool und das frühe Aus in den englischen Cups sind deutliche Zeichen für die Mittelmäßigkeit eines überalterten Teams, das sich zurzeit mit dem für seine Ansprüche unbefriedigenden
7. Platz zufrieden geben muss. In der ersten Saison nach Übertrainer Alex Ferguson kann sein Nachfolger Moyes die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Erstmals seit mehr als 20 Jahren droht eine Saison ohne Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb, sollte United die „Königsklasse“ nicht gewinnen.

Dafür müsste Manchester jedoch zunächst einmal den Titelverteidiger aus dem Wettbewerb werfen. Zwar waren die Bayern nach der Auslosung sichtlich bemüht, den alten Rivalen aus England mit respektvollen Worten starkzureden, doch die Münchener wissen genau, dass sie wohl den schwächsten Gegner zugelost bekommen haben. Dass heute auch noch Torjäger Robin van Persie verletzt ausfällt, ist ein weiterer Vorteil für den deutschen Meister, der auf den gesperrten Dante verzichten muss.

Auch wenn sich Stürmer Rooney momentan in Torlaune präsentiert, ist es gut möglich, dass Manchester heute Abend im „Stadion der Träume“ den nächsten Albtraum erlebt.

(mit: dpa)

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