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Überregional Mit München und Dortmund gegen Brasilien
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14:55 07.08.2011
Bundestrainer Joachim Löw setzt auf Spieler aus München und Dortmund. Quelle: dpa
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Stuttgart

Bei der ersten Zusammenkunft in der EM-Saison blieben zunächst einige Zimmer im schicken DFB-Hotel am Stuttgarter Schlossgarten leer. Auch Joachim Löw musste seine Ankunft beim avisierten Treffpunkt der deutschen Fußball-Nationalspieler am Sonntag zur besten Kaffee-und-Kuchen-Zeit verschieben. Der Bundestrainer wollte in München das Personal-Herzstück seiner EM-Mission gegen Mönchengladbach noch selbst beobachten.

Acht Profis des FC Bayern um seinen „Jetzt-so-richtig-Kapitän“ Philipp Lahm hat Löw in seinen Kader für das Testländerspiel gegen Brasilien am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) berufen. Das ist der eine Teil einer extremen Blockbildung zum Auftakt des EM-Jahres - ganz nach dem großen Vorbild Spanien.

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Vier Akteure aus Dortmund inklusive Nonstop-Höhenflieger Mario Götze und Neuling Ilkay Gündogan komplettieren das Löw’sche Kern-Dutzend, aus dem der DFB-Chefcoach gegen den Rekordweltmeister fast seine komplette Anfangsformation bilden dürfte - mit einem starken bajuwarischen Übergewicht. Sieben der acht Münchner haben reelle Startelf-Chancen: Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Holger Badstuber, Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Mario Gomez könnten auf dem Spielberichtsbogen stehen - nur Toni Kroos muss wohl eher auf eine Einwechslung hoffen.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fühlt sich schon an die guten alten 70er Jahre erinnert, als Bayern und Gladbacher das Gros des DFB-Teams bildeten. Bayern-Coach Jupp Heynckes - damals selbst ein Borussen-Gesandter - sieht für seinen Club Chancen und Risiken. „Das ist wahnsinnig positiv, dass so ein Gerippe von uns in der Nationalmannschaft spielt, aber es ist auch eine zusätzliche Belastung. So früh in der Saison ist das aber zu verkraften.“

Ein Rückblick in die DFB-Historie lässt auf Großes hoffen

Löws Bayern-Lastigkeit ist einerseits eine logische Fortsetzung der Münchner Transferpolitik. Torwart Neuer und Verteidiger Boateng sind neu im Münchner Dress. „Joachim Löw hat den Wechsel befürwortet und mir eine Glückwunsch-Nachricht geschickt“, erzählte England- Heimkehrer Boateng. Andererseits fällt eine Kopie Spaniens auf, des großen Rivalen, der im kommenden Jahr vom EM-Thron gestoßen werden soll. Im WM-Finale von Johannesburg triumphierten vor gut einem Jahr sechs Profis vom FC Barcelona und drei Spieler von Real Madrid.

Titeltauglichkeit ist für Löw die einzige Maxime im EM-Jahr, und der Rückblick in die DFB-Historie lässt auf Großes hoffen. Beim WM-Sieg 1974 standen sieben Bayern im deutschen Kader, 1996 holten sieben Münchner den EM-Titel, im Vorjahr halfen sieben Bayern zu WM-Platz drei in Südafrika - nun ist noch einer mehr dabei. Auch wenn die gegen Brasilien geschonten Madrider Stammkräfte Mesut Özil und Sami Khedira oder der Bremer Per Mertesacker zurückkehren, muss nach jetzigem Stand kein Münchner um sein DFB-Ticket bangen.

„Wann immer die Nationalelf solche Blöcke hatte, hat sie davon profitiert“, schwärmte Rummenigge in der „Bild am Sonntag“. „Das ist ein Riesenvorteil für Jogi Löw. Er kann auf zwei eingespielte Blöcke zurückgreifen, die jung und hungrig sind“, betonte der Bayern-Boss, der seine Profis gerade zu diesem Zeitpunkt eigentlich lieber zum Saisonaufbau an der Säbener Straße in München sieht. „Es ist eine ideale Situation, die Löw vorfindet“, sagte Rummenigge.

dpa

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