Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Überregional Kießling in der Kritik
Sportbuzzer Fußball Überregional Kießling in der Kritik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 20.10.2013
Leverkusens 2:0-Treffer war tatsächlich am Pfosten vorbeigegangen und durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Quelle: dpa
Anzeige
Frankfurt/Main

Selbst die erste Gala von Edeljoker Mario Götze im Trikot des FC Bayern oder die erste Nullnummer der Saison rückten in den Hintergrund. Nach dem 9. Spieltag diskutiert Fußball-Deutschland über das Phantom-Tor von Stefan Kießling. Der irreguläre Kopfballtreffer des Leverkusener Angreifers beim 2:1 in Hoffenheim nutzte all jenen als Argumentationshilfe, die schon länger die Einführung von technischen Hilfsmitteln auch in Deutschland fordern. „Wir sind ja im großen Geschäft Bundesliga. Da muss es doch möglich sein, für 3,50 Euro so ein Ding da ans Tor zu hängen“, kommentierte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol verärgert.

Anzeige

Darüber hinaus stand das fragwürdige Verhalten von Kießling im Fokus, der sich zwar unmittelbar nach seinem Kopfball enttäuscht abgedreht, aber später wenig zur Aufklärung des Geschehens beigetragen hatte. „Es wäre ein Leichtes für ihn gewesen zu sagen, Schiedsrichter kein Tor. Dann hätten wir heute diese Diskussion nicht“, kommentierte Hans-Joachim Osmers beim NDR. Dem ehemaligen Unparteiischen war vor 19 Jahren beim Treffer des Münchners Thomas Helmer ein ähnliches Missgeschick widerfahren wie Schiedsrichter Felix Brych am Freitagabend.

Ob es wie damals nach der Partie zwischen München und Nürnberg ein Wiederholungsspiel geben wird, bleibt offen. Eine Entscheidung soll erst nach dem DFB-Bundestag am 24. und 25. Oktober fallen. „Der reflexartige Ruf nach einer Wiederholung des Spiels ist verständlich, aber wir wissen aus der Vergangenheit auch, wie sehr die FIFA die Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters schützt“, sagte Rainer Koch, DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen, und sieht nun auch den Weltverband am Zug.

Der starke Auftritt von Götze beim 4:1 der Bayern gegen Mainz fand angesichts der Schlagzeilen über die Fehlentscheidung verhältnismäßig wenig Beachtung. Der erst zur 2. Halbzeit beim Stand von 0:1 eingewechselte Neuzugang aus Dortmund leitete die Wende ein und bereitete drei Treffer vor. „Mit Mario haben wir mehr Spielwitz dringehabt. Vielleicht war er der Schlüssel“, sagte Teamkollege Thomas Müller. Der Spitzenreiter ist nach dem 34. Spiel in Serie ohne Niederlage nur noch zwei Partien von der 30 Jahre alten Bestmarke des Hamburger SV entfernt.

Wie der FC Bayern zog auch der BVB an dem zwischenzeitlichen Tabellenführer aus Leverkusen vorbei. Doch beim 1:0 über Hannover trat das Team von Jürgen Klopp ungewohnt einfallslos auf. Obwohl bis zum Ende gezittert werden musste, fand der BVB-Trainer keinen Grund zur Klage. „Ich bin total zufrieden. Wenn irgendwann Arbeitssiege nichts mehr wert sein sollten, bin ich definitiv drei Wochen zu lange hier.“ Zur guten Laune des Fußball-Lehrers trug bei, dass vier Rekonvaleszenten wieder zum Einsatz kamen. Das erhöht die Zuversicht für das Duell am Dienstag beim FC Arsenal: „Ich habe ein gutes Gefühl. Jetzt müssen wir die Knochen schütteln und durchatmen.“

Der FC Schalke komplettierte das Quartett der siegreichen deutschen Champions-League-Teilnehmer. In großer Personalnot konnte sich der Revierclub zumindest auf seine Teenager verlassen. Beim glücklichen 3:2 in Braunschweig trafen die 18-jährigen Max Meyer und Leon Goretzka. Der Last-Minute-Erfolg taugte aber nur bedingt als Mutmacher für die Partie gegen den FC Chelsea. „Ich habe nicht von allen Spielern Top-Niveau gesehen. Mit dem ein oder anderen bin ich überhaupt nicht zufrieden“, klagte Sportvorstand Horst Heldt.

Der vom FC Schalke vorerst avisierte vierte Tabellenrang ist von Hertha BSC belegt. Dank des 1:0 über Mönchengladbach rangiert der Aufsteiger auf einem Champions-League-Platz. „Die Fans und die Stadt sind natürlich euphorisiert. Doch wir müssen damit nüchtern umgehen“, befand Trainer Jos Luhukay nach erst neun Spielen. Das mit Spannung erwartete Bruder-Duell von Ronny mit dem Mönchengladbacher Raffael fiel aus. Herthas Brasilianer saß nur auf der Bank.

Für die erste Nullnummer der Saison sorgten Bremen und Freiburg. Werders Mittelfeldspieler Aaron Hunt warb um Verständnis, das die glorreichen Zeiten mit reichlich Toren im Weserstadion vorerst vorbei sind: „Wir sind nicht in der Lage, wie vor vier, fünf Jahren, den Freiburgern fünf Stück einzuschenken. Damit muss sich jeder hier mal abfinden.“

dpa

Mehr zum Thema
Überregional Kießling schießt „Phantomtor“ - Das Tor, das keines war

Ein Loch in einem Tornetz beschäftigt und belustigt die Bundesliga: Der Phantomtreffer von StefanKießling beim Leverkusener Sieg in Hoffenheim ist ein Fall für das DFB-Sportgericht.

19.10.2013

Die alte Dame Hertha gewinnt derzeit weiter an Attraktivität. Durch das 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach verdrängten die Berliner die Gäste von Platz vier. Die Fans dürfen träumen, sagt der Manager.

19.10.2013

Verrückter Bundesliga-Spieltag: Zweimal ging Eintracht Braunschweig in Führung, doch mit einem Last-Minute-Tor rettet sich Schalke 04 zum 3:2-Entstand. Auch Bayern München liegt zunächst zurück, kann das Spiel aber noch drehen.

19.10.2013