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Überregional DFL hält an Spieltag fest
Sportbuzzer Fußball Überregional DFL hält an Spieltag fest
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14:19 18.11.2015
Polizisten in der HDI-Arena. Hier sollte das Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande stattfinden. Quelle: dpa
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„Die Sicherheitsbehörden vor Ort entscheiden über die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen und stehen dafür mit den zuständigen Behörden der Länder und des Bundes in engem Kontakt“, hieß es einen Tag nach der Absage des Länderspiels Deutschland gegen Niederlande in einer Erklärung der DFL am Mittwoch.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat für 15.30 Uhr eine Stellungnahme des Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große Lefert angekündigt. Die DFL verweist darauf, dass sich die Heimclubs ohnehin vor jeder Begegnung mit den zuständigen staatlichen Stellen „zur Gewährleistung größtmöglicher Sicherheit“ im intensiven Austausch befänden.

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Fällt der kommende Bundesliga-Spieltag aus?
Nein. „Der Spieltag wird stattfinden“, sagte DFB-Interimspräsident Reinhard Rauball. Das bestätigte am Mittwoch auch die DFL. In einer SID-Umfrage bei den Bundesligisten sprach sich zudem kein Vereinsvertreter für die Absage von Spielen aus. Allerdings überdenken viele Klubs in Zusammenarbeit mit der Polizei ihr Sicherheitskonzept. Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln und der Hamburger SV haben bereits verschärfte Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Polizeigewerkschafts-Chef Rainer Wendt sieht den Fußball nicht als grundsätzlich bevorzugtes Ziel für Terror-Anschläge an. Bundesligaspiele und auch komplette Spieltage seien für die Polizei „zu meistern“.

Gibt es neue Erkenntnisse zur Bedrohungslage am Dienstag?
Nein. Es gab keinen Sprengstoff-Fund und keine Festnahmen. Es steht die Aussage des Innenministers Thomas De Maizière vom Dienstagabend: „Hinweise auf die Gefährdung des Fußballspiels haben sich im Laufe des frühen Abends so verdichtet, dass die Behörden des Bundes und ich nach Abwägung der Vor- und Nachteile, nach sorgfältiger Überlegung, aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung dringend empfohlen haben, dieses Länderspiel abzusagen.“ Hintergründe werden aus sicherheitstaktischen Erwägungen nicht genannt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach am Mittwoch von einer verantwortungsvollen, richtigen Entscheidung.

Bekommen die Fans ihr Geld zurück?
Ja. Alle Ticketkäufer hätten selbstverständlich das Recht auf eine Erstattung, teilte Fußball-Bundesligist Hannover 96 am Mittwoch mit. Der genaue Ablauf werde derzeit vom Veranstalter DFB geplant, hieß es weiter. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Hannover wollen in Kürze über die Vorgehensweise informieren.

Wie will der DFB künftig Sicherheit garantieren?
Die Sicherheit für das Turnier in Frankreich werde „bedingt durch die Vorfälle von Paris eine noch größere Herausforderung, als sie ohnehin schon war“, sagte der Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert dem SID. Auch Interimspräsident Rainer Koch sprach von Gedanken über erweiterte Sicherheitsmaßnahmen.

Wie reagieren die Verbände wie FIFA und UEFA?
Zurückhaltend. Bei der FIFA fließt die Absage des Länderspiels schon mit Blick auf die WM 2018 in Russland in die laufenden Bemühungen ein. „Ein enger Austausch zwischen den Organisatoren von Großveranstaltungen und den jeweiligen Behörden gehört heutzutage zum Standardverfahren. Ganz allgemein werden die Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen einschließlich der WM 2018 fortlaufend bewertet und angepasst, um den höchstmöglichen Standard sicherzustellen“, teilte eine FIFA-Sprecherin mit. Die UEFA erklärte, sie sei „nicht in die Organisation von Freundschaftsspielen involviert“ und könne deswegen keine Stellung nehmen.

Wann stehen die nächsten Länderspiele an?
Die deutsche Nationalmannschaft beginnt das EM-Jahr 2016 am 26. März gegen England in Berlin. Drei Tage später ist in München der viermalige Weltmeister Italien der Gegner.

Welche Sportereignisse wurden aus Angst vor Anschlägen abgesagt?
Einige allein in den vergangenen Jahren. 2008 wurde die Rallye Dakar abgesagt, weil es konkrete Hinweise auf einen geplanten Anschlag durch Al-Qaida in Nordafrika gab. 2001 fiel in der Formel 1 der Große Preis von Bahrain wegen Unruhen im Lande aus. Am 30. April wurde aus Sicherheitsgründen das für den 1. Mai geplante Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ abgesagt. Zuvor waren zwei Terrorverdächtige festgenommen worden, bei denen eine „funktionsfähige Rohrbombe“, Munition und Waffenteile gefunden wurden.

dpa/sid

18.11.2015
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