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Überregional Guardiola sucht den Final-Schlüssel
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23:38 28.04.2014
Von Christian Purbs
Trainer Pep Guardiola bei einer Pressekonferenz am Montag in der Allianz Arena in München.
Trainer Pep Guardiola bei einer Pressekonferenz am Montag in der Allianz Arena in München. Quelle: dpa
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So wie in der 2. Halbzeit gegen Werder, so könnte es klappen. Bei der Suche nach dem Erfolgsplan für das heutige Halbfinalrückspiel in der Fußball-Champions-League gegen Real Madrid (20.45 Uhr, live im ZDF) sollte sich Bayern-Trainer Pep Guardiola noch einmal die DVD mit dem 5:2-Sieg gegen Werder anschauen. Denn dort ist zu sehen, wie seine Mannschaft spielen muss, um das 0:1 aus dem Hinspiel wettzumachen – und was sie auf keinen Fall machen darf.

„Ich muss noch eine Nacht darüber schlafen, was ich verändern werde“, sagte Guardiola gestern. Dabei ist die Antwort ganz einfach. Was die Bayern heute Abend außer dem einen oder anderen Tor brauchen, um zum dritten Mal in Folge ins Finale einzuziehen, ist mehr Mut und mehr Risiko. Die Offensive ist die stärkste Waffe des Titelverteidigers, er muss sie nur auch einsetzen. So wie nach der Pause gegen Bremen, als Bastian Schweinsteiger wesentlich offensiver spielen durfte, Thomas Müller wieder als freischaffenden Künstler auf dem Rasen vagabundierte und die ganze Mannschaft offensiver ausgerichtet war. 

So eine Ausrichtung muss kein Widerspruch zum Ballbesitz-Fußball sein, von dem Guardiola ohnehin nicht abrücken wird und den Real mit seiner Spielweise wahrscheinlich auch einfordert. Guardiola weiß, dass sich etwas ändern muss im Vergleich zum ertraglosen Auftritt in Madrid. Und er weiß, dass er auch mehr riskieren muss. Und warum auch nicht? Die „schwarze Bestie“, wie die Münchener wenig liebevoll aufgrund der vielen schmerzhaften Niederlagen, die sie Real in den vergangenen Jahren zugefügt haben, in Spanien genannt werden, sollte ihrem Namen heute Abend alle Ehre machen. Sie muss da zubeißen, wo Madrid schwach ist: in der Abwehr.

Denn die gute Vorstellung der Spanier im Hinspiel täuscht über die wahre Leistungsstärke der Real-Defensive hinweg. So gut sind die da hinten nicht – und die Bayern hoffentlich nicht noch einmal vorne so harmlos. Wie man die Verteidigung um Pepe und Sergio Ramos auseinandernimmt, hat im Viertelfinalrückspiel ausgerechnet Erzrivale Borussia Dortmund gezeigt. Wenn die Bayern von Beginn an die Initiative ergreifen, attackieren und „mit Leidenschaft und Herz spielen“, wie es Kapitän Philipp Lahm fordert, dann können sie sich ihren Frust aus dem Hinspiel schnell aus den Füßen schießen.

Dazu müssen die Bayern jedoch endlich ihren Bundesliga-Modus verlassen. Seit der frühen Entscheidung in der Meisterschaft sind den Spielern genau die Prozente an Einsatz und Effektivität abhandengekommen, die sie monatelang zu einem unbesiegbaren Team gemacht hatten. Und die in einem großen Spiel gegen einen großen Gegner den Unterschied ausmachen.

Bleibt die Angst vor einem Gegentor. Auch da hilft ein Blick zurück zum Werder-Spiel. Es ist unwahrscheinlich, dass die Bayern es schaffen, die Real-Offensive mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema komplett auszuschalten. „Sie haben viele Spieler, die uns wehtun können. Wir müssen versuchen, sie von unserem Tor fernzuhalten“, sagte Guardiola. Das gelang den Bayern gegen Bremen erst nach der Pause, weil sie den Gegner permanent in Bedrängnis brachten. Weil sie ihm zeigten, dass er es ist, der sich fürchten muss. Und wenn Real doch ein Tor schießt? Dann schießen die Bayern halt drei.

Manchmal muss man ein hohes Risiko eingehen, um Großes zu erreichen.

(mit dpa)

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