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Überregional Podolski lädt Frust bei der Bild-Zeitung ab
Sportbuzzer Fußball Überregional Podolski lädt Frust bei der Bild-Zeitung ab
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16:45 12.02.2012
Der "kölsche Prinz" Lukas Podolski ist offenbar unzufrieden beim 1. FC Köln. Quelle: dpa
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Köln

„Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend“, klagte der Fußball-Nationalspieler in einem Interview der „Bild am Sonntag“ und machte seinen Fans damit wenig Hoffnung auf eine Verlängerung seines 2013 auslaufenden Vertrags. „Hier fehlt Kontinuität. Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt auch das Präsidium ausgetauscht. Klar gesagt: So kann langfristig nichts entstehen“, schimpfte der Publikumsliebling weiter.

FC-Geschäftsführer Horstmann zeigte wenig Verständnis für Podolskis öffentliche Kritik. „Das ist ein Affront gegen den Verein. Zeitpunkt und Inhalt dieses Interviews kommen für mich sehr überraschend. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert, in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht“, sagte Horstmann dem Kölner „Express“ am Sonntag.

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Podolski habe „gegen die Spielregeln verstoßen“ und muss laut Horstmann mit Konsequenzen rechnen. „Die Aussagen kommen ja nicht zum ersten Mal, aber zu einer für den Spieler und für den Verein denkbar ungünstigen Zeit. Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht dahinter steckt. Aber das ist zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden“, sagte Horstmann vor dem Heimspiel an diesem Sonntag gegen Hamburger SV.

Im Gegensatz zu den ambitionierten Plänen der Clubführung habe sich beim FC seit seiner Rückkehr aus München im Jahr 2009 wenig geändert, hatte Podolski moniert. „Christoph Daum hat mal gesagt, dass viel versprochen und wenig gehalten wurde. Ich sehe mich darin bestätigt. Mittlerweile sieht der Mittelfeldspieler die Entwicklung des Traditionsclubs ähnlich kritisch wie der ehemalige Coach Daum:
„Mir wurde gesagt, dass man um mich herum ein Team aufbauen will, dass sich unter den Top 8 und später unter den Top 6 der Liga etablieren soll.“

Nach Podolskis Einschätzung sind keine Fortschritte erkennbar:
„Man versucht jedes Jahr, nach vorn zu kommen, rennt immer wieder an. Wenn dann aber nicht viel mehr als Abstiegskampf herausspringt, ist das bitter. Ich habe mir etwas anderes erhofft, weil die Voraussetzungen viel mehr hergeben. Stadion und Fans sind einzigartig.“

Angesichts dieser Entwicklung liebäugelt Kölns derzeit bester Torschütze mit einem Vereinswechsel: “ Wenn ich wechseln sollte, würde mich - Stand jetzt - das Ausland sehr reizen.“ Aber auch eine Rückkehr zum FC Bayern, bei dem er sich damals nicht als Stammspieler etablieren konnte, sei denkbar. Podolski verwies auf sein gutes Verhältnis zum Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß: „Von den Leuten im Fußballgeschäft schätze ich ihn am meisten in Deutschland. Wenn es wirklich Interesse gibt, wird er sich bestimmt melden. Ausschließen werde ich gar nichts.“

frx/dpa

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