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06:15 28.05.2014
Von Heiko Rehberg
Zeigt her die begehrte Trophäe: Iker Casillas und seine Kollegen können ihr Pokalglück in der Nacht von Lissabon kaum fassen.
Zeigt her die begehrte Trophäe: Iker Casillas und seine Kollegen können ihr Pokalglück in der Nacht von Lissabon kaum fassen. Quelle: dpa
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Lissabon

Sami Khedira und Real Madrids euphorisierte Titel-Helden tanzten im Konfettiregen zur Feier der „La Décima“ (des zehnten Titels), da kündigte Vereinspräsident Florentino Pérez weitere Großtaten an. Ganz Fußball-Europa sollte die forsche Botschaft hören: „Wir denken nun an die Undécima“, tönte das langjährige Oberhaupt der „Königlichen“ nach dem hartumkämpften 4:1 nach Verlängerung gegen den tapferen Stadtrivalen Atlético. Real Madrid hat sein Selbstverständnis als Fußball-Großmacht wiedergewonnen, noch einmal soll es nicht zwölf Jahre dauern, bis Real wieder den Titel in der Champions League gewinnt. Triumph Nummer elf in der europäischen „Königsklasse“ soll bereits in der kommenden Saison beim Finale in Berlin her. 

Am Sonnabend ging es darum, wer die besseren Spanier sind – zumindest im Fußball: Real Madrid hat gegen Atlético Madrid im Champions-League-Finale mit 4:1 gewonnen.

Die Real-Profis um den deutschen Nationalspieler Khedira, Cristiano Ronaldo oder Sergio Ramos kümmerte die Ansage ihres Bosses in der glitzernden Nacht im Estádio da Luz (Stadion des Lichts) erst einmal wenig. Noch in der Arena starteten sie ihre Sause. Ein Teil der Mannschaft inklusive Khedira stürmte die Pressekonferenz, in der Erfolgscoach Carlo Ancelotti erzählte, was der zehnte Titel für den Klub und auch ihn bedeutet. Spaniens Medien waren sich in der Real-Huldigung ohnehin einig: „Ihr Glaube und Charakter in Lissabon müssen einfach bewundert werden“, schrieb „AS“. „Madrid macht seine Legende noch größer“, kommentierte „El Pais“. 

Noch in der Nacht ging es zurück nach Madrid, wo am Cibeles-Brunnen Zehntausende Anhänger im Glücksrausch ihre Lieblinge auf einem Party-Bus feierten. Torwart Iker Casillas – einzig Verbliebener aus dem Sieger-Kader von 2002 – stellte fest: „Der zehnte Champions-League-Titel mit Real ist mehr wert als der WM-Titel. Darauf haben wir alle so lange gewartet.“ Auch für Khedira war das Finale von Lissabon das Ende einer Leidenszeit. Gerade einmal sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss stand der deutsche WM-Hoffnungsträger beim wichtigsten Spiel der Saison in der Startformation. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich heute auf dem Platz stehen durfte“, sagte Khedira, der in der 58. Minute für Isco Platz machen musste. Bis dahin hatte der 27-Jährige im ersten bedeutenden Spiel nach seiner langen Pause einen Auftritt mit Licht und Schatten hingelegt. Dem früheren Stuttgarter war die fehlende Spielpraxis anzumerken. Doch mit Blick auf die WM gab er sich frohen Mutes. „Vor der WM haben wir ja noch zwei, drei Spiele, und ich glaube, die werden mir auch reichen.“

Khedira war an der Führung für Atlético ungewollt beteiligt. Weil er Diego Godín nicht am Kopfball hindern konnte und Real-Torwart Casillas falsch postiert war, ging der Außenseiter in der 36. Minute in Führung. Real rang bis in die Nachspielzeit um den Ausgleich. Erst dann war Sergio Ramos – wie bereits im Halbfinale gegen Bayern München – mit einem wuchtigen Kopfball zur Stelle. „Das Tor war nicht nur meins, sondern von allen Madridistas, auch von meiner Frau, von meinem Kind“, sagte der überragende Verteidiger. Bei der Siegerehrung herzte und liebkoste Spaniens König Juan Carlos – ein bekennender Real-Fan – Ramos inniglich.

100-Millionen-Euro-Mann Gareth Bale sorgte per Kopfball für das 2:1 (110. Minute), die Treffer von Marcelo (118.) und des insgesamt blassen Champions-League-Rekordtorschützen Ronaldo per Foulelfmeter (120.) sorgten für einen am Ende zu hohen Real-Sieg, der auch für Ancelotti etwas Besonderes war. Der italienische Coach gewann als erster Trainer bereits zum dritten Mal die Champions League und wird in den Annalen der „Königlichen“ für ewig einen Platz haben. Unabhängig davon, wie lange Real jetzt noch auf die „Undécima“ warten muss.

Heiko Rehberg 28.05.2014
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