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Überregional Schalke löst Achtelfinal-Ticket - Werder draußen
Sportbuzzer Fußball Überregional Schalke löst Achtelfinal-Ticket - Werder draußen
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23:26 24.11.2010
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Mit einer 45-minütigen Fußball-Gala ist Schalke 04 vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League gestürmt. Die „Königsblauen“ gewannen gestern Abend gegen Olympique Lyon verdient mit 3:0 und profitierten von der gleichzeitigen 0:3-Niederlage von Benfica Lissabon bei Hapoel Tel Aviv. Jefferson Farfan (13. Minute) und Klaas Jan Huntelaar (20./89.) erzielten vor 51 132 begeisterten Zuschauern in der Arena die Tore für das Team von Felix Magath, das Lyon von Platz 1 der Gruppe D verdrängte und seinen Aufwärtstrend auch international bestätigte.

Mit einem weiteren Erfolg am 7. Dezember in Lissabon können die schlecht in die Saison gestarteten Schalker nun sogar den Gruppensieg perfekt machen. Fehlen wird zum Vorrunden-Abschluss allerdings Torschütze Farfan, der sich wegen einer „Schwalbe“ zum dritten Mal die Gelbe Karte einhandelte.

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Mit dem Rückenwind der jüngsten Bundesliga-Erfolge starteten die Schalker schwungvoll in die Revanche gegen den französischen Vizemeister, der die erste Partie im September mit 1:0 gewonnen hatte. Das Team agierte eine Halbzeit lang spielfreudig wie noch nie in dieser Saison und zeigte sich vor dem gegnerischen Tor eiskalt. Als Glücksgriff erwies sich die Hereinnahme von Jose Manuel Jurado, der als Ballverteiler hinter den quirligen Spitzen Raul und Huntelaar viele Akzente setzte.

Gerade einmal 50 Sekunden waren gespielt, als die Schalker Lyons Abwehr mit schnellem Direktspiel erstmals aushebelten. Für den von Raul bedienten Farfan wurde der Winkel für einen erfolgreichen Abschluss jedoch zu spitz. Besser klappte es in der 13. Minute, als Raul im Strafraum einen Abwehrspieler umkurvte und nach innen passte, wo Farfan Frankreichs Nationalkeeper Hugo Lloris mit seinem Flachschuss keine Chance ließ. Die nächste gelungene Ballstafette krönte Huntelaar mit dem 2:0, seinem neunten Pflichtspieltor der Saison. Kurz vor Schluss ließ er dann noch seinen zweiten Treffer folgen.

Nächste Werder-Pleite: Kein Überwintern im Europa-Cup

Ausgeschieden und auch noch vorgeführt: Mit einer Notelf war Werder Bremen bei Tottenham Hotspur chancenlos und hat das Champions-League-Spiel am Mittwoch in London mit 0:3 (0:2) verloren. Das ersatzgeschwächte Team von Trainer Thomas Schaaf muss sich damit nach sieben Jahren erstmals schon vor der Winterpause von der europäischen Fußball-Bühne verabschieden. Tottenham überstand genauso wie Champions-League-Sieger Inter Mailand die Gruppenphase. Twente Enschede buchte den Platz in der Europa League.

„Wir haben leider relativ früh das Gegentor bekommen. Dennoch hatten wir danach gute Passagen, wir konnten den Gegner eingrenzen. Was nicht stattgefunden hat, war die Bewegung nach vorne. Wir konnten den Gegner nicht in Not bringen“, sagte Schaaf. Ein frühes und ein spätes Tor in der ersten Halbzeit besiegelten frühzeitig das Aus.

Nach einem dicken Patzer in der Bremer Abwehr erzielte der Franzose Younes Kaboul (6.) die frühe Gastgeber-Führung. In der Nachspielzeit kurz vor der Pause traf dann Luka Modric (45.). Nach dem Seitenwechsel scheiterte Gareth Bale (54.) per Foulelfmeter am Bremer Keeper Tim Wiese. Peter Crouch (79.) sorgte für den Schlusspunkt. Werder erspielte sich keine einzige Torchance. 33 546 Zuschauern an der White Hart Lane feierten das Heim-Team, das auf den früheren Hamburger Rafael van der Vaart verzichten musste.

„Nach dem schnellen Rückstand haben wir das ganz gut gemacht, aber das darf dann nicht passieren. Wir sind nicht konzentriert bis zum Ende“, kritisierte Werder-Chef Klaus Allofs kurz nach dem zweiten Tottenham-Treffer. Neben den neun fehlenden Werder-Profis mit Kapitän Torsten Frings an der Spitze war auch Hugo Almeida kurzfristig mit einer Zerrung ausgefallen. Der zuletzt grippekranke Petri Pasanen kam am Spieltag nach, saß aber zunächst nur auf der Bank.

Angesichts der Bremer Personalprobleme kam Felix Kroos, der Bruder des Münchner Nationalspielers Toni Kroos, genauso zu seinem Profi- Debüt wie sein Drittliga-Kollege Dominik Schmidt und zeigte eine passable Leistung. Insgesamt sechs Spieler aus der Bremer U23 waren in London im Kader. Vier standen auf dem Rasen.

Doch es dauerte nicht einmal fünf Minuten, da stimmten die Fans an der White Hart Lane ihre berühmten Freudengesänge an. Aaron Lennon hatte den lahmen Bremern auf dem Flügel gezeigt, was Sprinten bedeutet. Fünf Werder-Profis staunten, als die Flanke von der rechten Angriffsseite in den Strafraum segelte und der völlig frei stehende Kaboul mit einem Rechtsschuss verwandelte.

Werder versuchte sich mit neuer 4-1-4-1-Taktik, spielte ordentlich, aber ohne Zug zum Tor. Den ersten Schuss auf’s Spurs- Gehäuse gab Aaron Hunt in der 21. Minute ab. Deutlich stärker waren die Hausherren. Der erneut schwache Per Mertesacker verlor kurz vor der Pause das Kopfball-Duell gegen Peter Crouch. Von dem Patzer profitierte Modric, der aus kurzer Distanz traf.

Nach dem Wechsel drückte vor allem der später ausgewechselte Publikumsliebling Bale dem Spiel seinen Stempel auf. Zunächst traf er mit einem Freistoß den Querbalken, dann fand er vom Elfmeterpunkt mit Wiese seinen Meister. Kroos hatte gegen Modric das Bein stehen lassen. Bremen bemühte sich weiter redlich, doch es kam wie es kommen musste: Nachdem zweimal das Aluminium im Weg gewesen war, traf Crouch nach Vorarbeit von Lennon.

dpa