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Überregional Schweinsteiger fällt wochenlang aus
Sportbuzzer Fußball Überregional Schweinsteiger fällt wochenlang aus
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15:46 09.02.2012
Leistungsträger Bastian Schweinsteiger wird den Bayern wochenlang fehlen. Quelle: dpa
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Stuttgart/München

Dem eigentlich so befreienden Sieg folgte nur einen Tag später der Schock: Der FC Bayern München muss im Titelrennen der Fußball-Bundesliga und auch in der Champions League erneut für mehrere Wochen auf seinen Leistungsträger Bastian Schweinsteiger verzichten. Dessen Verletzung stellte sich am Donnerstag als Riss des vorderen Außenbandes im rechten Sprunggelenk heraus - ein teurer Preis für das souveräne 2:0 (1:0) beim VfB Stuttgart und den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals.

"Das wäre fatal und ein sehr herber Verlust", hatte Jupp Heynckes bereits am Mittwochabend mit Blick auf den sich abzeichnenden Ausfall seines Takt- und Ideengebers gesagt. Dem Trainer stand deshalb auch höchstens ein bisschen Freude über diesen wichtigen Sieg im Gesicht, aber keinerlei Erleichterung oder gar Genugtuung. Im Lichte der Schweinsteiger-Verletzung erscheint sogar die neue Debatte um Arjen Robben als bloße Lappalie. Als Folge der so entscheidenden wie gravierenden Umstellungen von Heynckes hatte der Star aus den Niederlanden in Stuttgart 90 Minuten lang auf der Bank gesessen.

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Schweinsteiger humpelte bereits nach einer Viertelstunde vom Platz, Georg Niedermeier hatte ihn zuvor schwer am Knöchel getroffen. "Ich hab' mich bei ihm entschuldigt. So etwas kann vorkommen im Fußball, aber ich will niemanden verletzen", sagte der Verteidiger. Gleich nach dem Spiel stieg er zu Schweinsteiger in den Bayern-Bus.

Wie lange der Nationalspieler ausfallen wird, wollte der FCB noch nicht prognostizieren. Eine zweite längere Zwangspause nach seinem Schlüsselbeinbruch im November wird sich aber kaum vermeiden lassen. "Das ist sehr, sehr bitter", meinte Philipp Lahm. Wie schwer Schweinsteiger selbst innerhalb des Münchner Luxuskaders zu ersetzen ist, "haben wir schon in der Hinrunde gesehen", sagte der Kapitän.

Immerhin förderten Heynckes' Umbaumaßnahmen vom Mittwoch quasi nebenbei auch eine halbwegs beruhigende Ersatzlösung für das defensive Mittelfeld zutage. "Luiz Gustavo hat ein überragendes Spiel gemacht", lobte der Trainer. "Wir haben defensiv fast nichts zugelassen, was auch sehr wichtig ist für die nächsten Wochen."

Als Partner für den Brasilianer kommen David Alaba und Anatoli Timoschtschuk infrage, denn die wichtigste Erkenntnis aus dem Sieg in Stuttgart ist: Mit zwei eher sicherheitsorientierten Sechsern und Toni Kroos auf der Spielmacher-Position ist das Spiel der Bayern nicht mehr so durchschaubar und langatmig wie in den Wochen zuvor.

"Ich musste nach dem holprigen Rückrunden-Start etwas ändern", erklärte Heynckes. Kroos wieder zentral offensiv spielen zu lassen, war dabei der entscheidende Zug. Der 22-Jährige wirkte in seiner Lieblingsrolle viel präsenter, das gesamte Bayern-Spiel deutlich ideenreicher. "Es hat mir sehr gut gefallen, ich konnte meine Qualitäten auf der Position wieder gut ausspielen", sagte Kroos.

Leidtragender dieser Umstellung war Robben. Weil Thomas Müller vom Zentrum auf den rechten Flügel ausweichen musste, blieb für den 28-Jährigen kein Platz mehr im Team. "Das hatte nichts mit Arjen zu tun, es hätte nach den letzten Spielen auch jeden anderen unserer Offensivleute treffen können", sagte Heynckes.

Für den Niederländer ist das dennoch eine neue Situation: Zum ersten Mal muss er in München um seine Position kämpfen. Entsprechend wort- und grußlos eilte er nach dem Spiel in den Bus. Am Donnerstag dürfte sich seine Laune nicht wesentlich gebessert haben, denn da gaben die Bayern wie erwartet die Verpflichtung von Xherdan Shaqiri für die nächste Saison bekannt. Auch der Schweizer Nationalspieler vom FC Basel spielt am liebsten Rechts- oder Linksaußen.

dpa/sag